HFC: Schnorrenberg will an System festhalten

Individuelle Fehler als Knackpunkt benannt

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Freitag, 13.11.2020 | 09:02
Florian Schnorrenberg

Florian Schnorrenberg macht die jüngste Niederlage an individuellen Fehlern fest. ©Imago images/Christian Schroedter

Die 1:6-Niederlage gegen den TSV 1860 München trieb HFC-Trainer Florian Schnorrenberg am vergangenen Wochenende die Schweißperlen auf die Stirn. Aus Fehlern lernt man, heißt es im Volksmund, demnach dürfte es bei der Analyse der Partie unter der Woche eine Lehrstunde gegeben haben. Woran aber macht Schnorrenberg die Niederlage fest?

Beim Review der Partie „habe ich mich dann eher auf individuelle Fehler festgelegt, weil das aus meiner Sicht mannschaftstaktisch keine Probleme waren“, so der HFC-Trainer am gestrigen Donnerstag auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen Hansa Rostock.

In Aktionismus wird der Hallesche FC also wohl nicht verfallen, wenn es am Samstag zum Duell mit der Kogge kommt. Rotation ist weniger hinsichtlich der Leistung, anstatt vielmehr aufgrund der Belastungssteuerung angesagt.

Änderungen im Defensiv-Verbund?

Ein Kandidat für die Startelf wäre dabei sicherlich Toni Lindenhahn, der zuletzt gegen die Löwen eingewechselt wurde und von dem Schnorrenberg sagt, es tue gut, „dass er wieder dabei ist“. Lindenhahn ist ein fußballerisches Multitalent, kann offensiv wie defensiv agieren und gerade in letzterem Mannschaftsteil könnte es zu Veränderungen kommen.

Angesichts von sechs Gegentoren im letzten Spiel ist das nicht weiter verwunderlich. Nur: Bei wem setzt Schnorrenberg den Rotstift an? Janek Sternberg scheint sich erstmal festgespielt zu haben auf der linken Abwehrseite. Sören Reddemann genießt beim HFC höchstes Vertrauen, während Stipe Vucur ein Art verlängerter Arm des Trainers ist.

Vakant ist natürlich die Position auf der rechten Seite der Viererabwehrkette. Dort hat der Hallesche FC weiterhin Personalsorgen. Niklas Landgraf lieferte dort zuletzt eine durchaus ordentliche Leistung ab. Muss er dennoch auf die Bank, könnte Lukas Boeder die Position bekleiden.

Blufft der HFC-Coach?

Es könne „durchaus sein, dass wir in der Viererkette mal rotieren werden“, sagt Schnorrenberg, der sein System aber wohl unangetastet lässt: „Grundlegende Dinge zu verändern haben wir nicht im Kopf.“ Die verhaltene Rotations-Ansage könnte auch dazu führen, dass Jannes Vollert, der zuletzt gegen 1860 das erste Mal draußen saß, wieder von Beginn an aufläuft.

Auch eine Dreier-Abwehrkette wäre also durchaus möglich – womit der HFC das System des kommenden Gegners spiegeln könnte. Mit dem bisherigen System jedenfalls klappte es gegen die Spitzenteams angesichts dreier Niederlagen gegen Saarbrücken, Ingolstadt und eben 1860 München überhaupt nicht.

Hoffen muss der HFC unterdessen auf Julian Guttau, der das gestrige Training nicht mitmachen konnte. Die MRT-Untersuchung ergab keine schwerwiegende Verletzung, dennoch ist das Eigengewächs aktuell noch fraglich. Bei einem Guttau-Ausfall müsste Schnorrenberg wohl unfreiwillig ein neues Stück im Personalpuzzle finden. Michael Eberwein könnte die Position auf der Außenbahn bekleiden – oder auch Toni Lindenhahn.