HFC: Teamcheck 2019/20

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Bentley Baxter Bahn im Test gegen Stedten.

Können der HFC und Bentley Baxter Bahn die Vorsaison wiederholen oder sie sogar übertreffen? ©imago images/VIADATA

Der HFC wäre wohl das Überraschungsteam der Vorsaison gewesen, wäre der VfL Osnabrück nicht souverän Meister geworden. Nach drei 13. Plätzen in Serie waren die Saalestädter lange im Aufstiegsrennen dabei, mussten im Kampf um den Relegationsplatz jedoch kurz vor dem Saisonende abreissen und Wehen Wiesbaden den Vortritt lassen.

So sind die Ambitionen vor der Saison 2019/20 ebenso gestiegen wie die Erwartungshaltung. Doch kann der aktuelle Kader diesen gerecht werden? In unserem Teamcheck gehen wir diesen Fragen auf den Grund.

Kader & Transfers

Einen Umbruch wie noch vor einem Jahr gab es in diesem Sommer nicht, einen Großteil der Leistungsträger konnte der Klub halten. Das trifft jedoch nicht auf Moritz Heyer zu, der 2018 aus Lotte kam und in die Rolle des Abwehrchefs hineinwuchs, künftig aber für Osnabrück eine Liga weiter oben auflaufen wird. Auf den 21-jährigen Jannes Vollert, für die kommenden beiden Spielzeiten aus Bremen geliehen, hat sich Trainer Torsten Ziegner bereits öffentlich als designierten Nachfolger festgelegt.

Auch die Abgänge der beiden Flügelflitzer Braydon Manu (Darmstadt) und Marvin Ajani (Wehen Wiesbaden) hinterlassen eine Lücke. Diese soll von Dennis Mast und Florian Hansch geschlossen werden, die mit 149 bzw. 89 Drittliga-Partien große Erfahrung mitbringen. Auch Patrick Göbel, zuletzt in Würzburg aktiv, kann über die Seite den Unterschied machen.

Das große Manko der letzten Saison – die Torausbeute – soll Jonas Nietfeld lösen, den es von Regensburg nach Halle zog. Der Mittelstürmer hat seinen Torriecher in der 3. Liga mit elf Toren in 66 Einsätzen angedeutet. Damit der HFC offensiv mehr Durchschlagskraft entwickelt, muss der 25-Jährige aber den nächsten Entwicklungsschritt nehmen.

Der scheint Antonios Papadopoulos in der Vorbereitung bereits geglückt zu sein. Der Neuzugang aus Aalen soll in der Mittelfeldzentrale den Druck auf Björn Jopek und Kapitän Jan Washausen erhöhen und zeigte in den Testspielen bereits gute Ansätze.

Die aktuelle Form

Nach standesgemäßen Kantersiegen gegen unterklassige Vereine, zum Beispiel einem 24:0 gegen Hohenweiden, knirschte es zuletzt etwas im Getriebe. Gegen die beiden Regionalligisten Nordhausen und Auerbach kam der HFC nicht über Unentschieden hinaus.

Vor allem beim durchwachsenen 2:2 gegen Auerbach zeigte Halle ungewohnte defensive Schwächen, ließ die Abstände in der Abwehr viel zu groß werden und ermöglichte dem Gegner somit ungewohnt viele Tormöglichkeiten. Das Feintuning für den Ligastart gegen Uerdingen soll am Samstag gegen Rot-Weiß Erfurt erfolgen.

Torsten Ziegner (l.) im Gespräch mit Tobias Schilk.

Führte Halle innerhalb eines Jahres aus dem Mittelfeld nach oben: Torsten Ziegner (l.). ©imago images/VIADATA

Stärken & Schwächen

Das Prunkstück der Vorsaison war zweifelsohne die Defensive, mit lediglich 34 Gegentreffern die zweitbeste der 3. Liga. Dort konnte das Personal mit Ausnahme von Heyer gehalten werden, der HFC dürfte somit auch 2019/20 wieder mit einer kompakten Grundordnung in die Partien gehen.

Auf der anderen Seite des Feldes haperte es hingegen regelmäßig, nur 47 Tore konnte der HFC erzielen. Lediglich die drei Absteiger Lotte, Köln und Aalen sowie Großaspach waren vor dem gegnerischen Tor noch harmloser.

Da Mathias Fetsch, mit acht Toren der treffsicherste Stürmer, den Saisonauftakt verletzungsbedingt verpassen wird, müssen andere in die Bresche springen. Zum Stolperstein für die kommende Spielzeit könnte so oder so werden, dass in der Spitze ein waschechter Knipser fehlt.

Der Trainer

Nach fast sechs Jahren als Cheftrainer des FSV Zwickau übernahm Torsten Ziegner vor einem Jahr in Halle und krempelte die Mannschaft gewaltig um. Neben zahlreichen personellen Änderungen stellte er das Team auch mit dem bereits erwähnten Erfolg auf eine Dreierkette um.

In seiner zweiten Spielzeit kommt auf den 41-Jährigen die Herausforderung zu, die mit dem Erfolg einhergehende gesteigerte Erwartungshaltung zu moderieren und dadurch entstehenden Druck von seiner Mannschaft fernzuhalten. Auch offensive Lösungsansätze muss Ziegner seiner Mannschaft vermitteln.

Dabei schreckt er auch nicht vor unorthodoxen Methoden zurück, schulte beispielsweise Sebastian Mai vom Verteidiger zum Angreifer um. Mit Erfolg: Der 25-Jährige traf in der Vorsaison sieben Mal.

Fazit & Prognose

Der Großteil der Mannschaft konnte gehalten werden, das vorhandene Personal ist daher bereits mit den Vorstellungen und dem Spielsystem Ziegners vertraut. Das kann zum Saisonstart, an dem sich manch andere Teams noch finden müssen, zum Vorteil werden. Mit einem guten Start ist dem HFC einiges zuzutrauen.

Steht die Defensive ähnlich kompakt wie im Vorjahr und löst sich in der Offensive der Knoten, dürfte Halle erneut ganz oben mitspielen und ist ein ernstzunehmender Kandidat für den Relegationsplatz.

Schon Mitglied bei Wettanbieter betzest? Jetzt aktuelle betzest Erfahrungen lesen & bis zu 150€ gratis Guthaben für deine Wette sichern!