KFC Uerdingen: Interview mit Manuel Konrad

"Es wird von Woche zu Woche knallhart zur Sache gehen"

Manuel Konrad im Trikot des KFC Uerdingen.

„Fühle mich sehr wohl“ – Für Manuel Konrad läuft es beim KFC bisher blendend. ©Imago/Eibner

Manuel Konrad hat schon einiges erlebt. Unter Christian Streich kickte er in Freiburg, über die Stationen SpVgg Unterhaching und FSV Frankfurt kam er 2016 nach Dresden. Dort hatte der 200-Malige Zweitligaspieler eine starke letzte Saison, verlängerte aber seinen Vertrag bei Dynamo nicht, um sich dem KFC Uerdingen anzuschließen.

Im Interview mit Liga-Drei.de spricht der 30-Jährige über den Abgang aus Dresden, seine neuen Teamkollegen beim KFC und verrät, was ihm am Spielsystem von Stefan Krämer Spaß macht.

Herr Konrad, Sie sind in der deutschen Fußballwelt schon weit herumgekommen. Welchen Eindruck haben Sie in den ersten Wochen von Ihrem neuen Verein?
Manuel Konrad: „Ich fühle mich sehr wohl. Wenn man es mit Dynamo Dresden vergleicht, ist natürlich alles etwas kleiner. In den Gesprächen wurde mir aber schon gesagt, dass ich noch keinen Luxus erwarten darf. Die Mannschaft hat uns Neue sehr gut aufgenommen. Von daher bin Ich sehr zufrieden.“

Gibt es jemanden, der Ihnen die Eingewöhnung besonders erleichtert hat?
Konrad: „Ja, einige. Viele aus dem aktuellen Kader sind ja schon etwas länger im Fußballgeschäft dabei und man kennt sich. Mit Alex Bittroff habe ich zum Beispiel schon in Frankfurt gespielt. Mit Robert Müller war ich auf dem Zimmer im Trainingslager.

Ein absolut feiner Mensch, wir haben uns von Anfang an gut verstanden. René Vollath ist auch einer, mit dem ich viel gequatscht habe. Die ganze Truppe hat es uns Neuen aber wie gesagt sehr einfach gemacht.“

Es ist ja auch nicht so, dass hier Cristiano Ronaldo spielt. (über den finanzstarken Investor)

Sie sollen ja am Tischtennis-Schläger ein Ass sein. Schon einen gleichwertigen Gegner gefunden?
Konrad: „Nein (lacht). Wir sind aber auch noch nicht zum Tischtennis spielen gekommen. Mit der Zeit werden wir mit den Jungs bestimmt mal ein Match spielen und dann schaue ich, wie das Niveau hier so ist.“

Der KFC wird oft auf seinen finanzstarken Investor reduziert. Wieviel bekommen Sie davon mit und stört es Sie?
Konrad: „Man bekommt es ab und zu mit, aber das beschäftigt uns als Mannschaft jetzt nicht weiter. Es ist ein bisschen zu einfach, alles in diese Schublade zu stecken. Ausschlaggebend finde ich vielmehr, dass hier ein Plan dahintersteckt und dass Ziele verfolgt werden.

Es ist ja auch nicht so, dass hier Cristiano Ronaldo spielt. Wir haben natürlich eine namhafte Mannschaft, die aber nicht nur Qualität sondern auch Charakter hat und darauf kommt es in der dritten Liga an.“

Kevin Großkreutz sagte erst jüngst: Ein Aufstieg sollte es schon sein. Ist das schon in dieser Saison möglich?
Konrad: „Dieses Jahr ist die dritte Liga mit den Auf- und Absteigern richtig stark, da kann einiges passieren. Fakt ist aber, dass wir mit unserer Mannschaft auch eine gute Rolle spielen werden. Ich kann jetzt nicht sagen, dass wir direkt aufsteigen oder sonst was. Verstecken brauchen wir uns aber auch nicht.“

Wir sind absolut im Guten auseinandergegangen. (über Ex-Klub Dynamo)

Auch in Dresden hätten Sie bleiben können, lehnten aber zugunsten des KFC ab. Was oder wer an dem Projekt hat Sie besonders überzeugt?
Konrad: „Das war Mikhail Ponomarev selbst. Wir haben uns eigentlich schon fast seit Winter immer wieder ausgetauscht. Es ist schon richtig, dass ich in Dresden zuletzt ein super Jahr hatte und immer gesagt habe, dass Dynamo ein Top-Verein ist, bei dem ich auch gern bleiben möchte.

Ausschlaggebend war dann aber meine sportliche Entwicklung. Ich war ein bisschen unzufrieden mit meiner Rolle. In den Gesprächen mit dem KFC konnte ich mir dann vorstellen, dass ich mitanpacke. Mit meiner Erfahrung helfen, die Ziele zu erreichen – da hab´ ich Bock drauf.“

Schauen Sie noch ab und zu nach Dresden?
Konrad: „Ja, wir sind absolut im Guten auseinandergegangen. Ich habe mit Erich Berko und Flo Ballas zwei richtige Freunde dort und immer engen Kontakt zu ihnen. Ich habe vorher schon immer geschaut, was mein Ex-Verein FSV Frankfurt macht und genauso mache ich das jetzt auch bei Dynamo. Jedes Spiel, wenn ich Zeit habe, werde ich verfolgen.“

Viel Pressing spielen und aggressiv anlaufen. (über das Spielsystem)

Zurück zum KFC: Das Trainingslager in Österreich liegt hinter Ihnen. Worauf legte Trainer Stefan Krämer besonderen Wert?
Konrad: „Beim Spielaufbau möchten wir uns spielerisch lösen, bei Drucksituationen die Nerven bewahren. Natürlich nicht auf Biegen und Brechen, sondern alles mit Köpfchen. Außerdem wollen wir und das finde ich in der dritten Liga ganz spannend, viel Pressing spielen und aggressiv anlaufen. Das funktionierte in der Vorbereitung schon gut und macht auch richtig Spaß.“

Sie selbst wollen in der Mannschaft vorangehen. Wie genau möchten Sie Verantwortung übernehmen?
Konrad: „Ich habe schon ein paar Spiele auf dem Buckel. Sachen auf dem Platz, die man sieht und erkennt, sollte man ansprechen. Der wichtigste Punkt ist aber, Leistung zu bringen. Dann sehen die Jungs: Ok, an dem kann ich mich aufziehen. Der Rest wie die Kommunikation kommt von ganz allein. Stand jetzt läuft das alles gut.“

Es wird manchmal sehr weh tun. (über die dritte Liga)

Müssen Sie in der dritten Liga Ihr Spiel umstellen?
Konrad: „Wir wollen hier Fußball spielen, das kenne ich schon aus Dresden. Ich war aber auch selbst schon mal in der dritten Liga, von daher weiß ich, was mich erwartet. Es wird von Woche zu Woche knallhart zur Sache gehen. Mit vielen Zweikämpfen und vielen zweiten Bällen. Es wird auch manchmal sehr weh tun. Aber ich weiß, was mich erwartet und von daher werde ich nicht geschockt oder überrascht sein.“

Gleich am ersten Spieltag kommt es zum Duell mit Ex-Klub Unterhaching. Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf die Partie?
Konrad: „Ich freue mich. Es ist schon lange her, aber ich habe mich damals beim Verein und unter Trainer Hasenhüttl richtig wohlgefühlt. Aus dem aktuellen Kader kenne ich noch Markus Schwabl.

Auch jetzt haben sie eine fußballerisch starke Mannschaft, die viel anläuft und ein hohes Pressing spielt. Das habe ich letztes Jahr bei Dynamo im Testspiel mitbekommen. Ansonsten werden wir uns, wenn es soweit ist, noch gründlich auf die Hachinger vorbereiten.“

Wie bewerten Sie den Saisonstart (Unterhaching, Würzburg, Meppen, 1860 München) generell?
Konrad: „Wir starten mit einem Heimspiel und möchten direkt drei Punkte holen. In der dritten Liga ist alles sehr eng, Spiele werden durch Kleinigkeiten entschieden. Wir müssen einfach auf unsere Vorbereitung schauen, sodass wir dann zum Saisonstart topfit sind und die Automatismen stimmen. Dann bin ich mir auch sicher, dass wir eine gute Rolle spielen werden.“

Herr Konrad, vielen Dank für das Gespräch!

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