KFC Uerdingen: Pause für Pflücke der Quell des Neubeginns?

Offensivmann rackert und geht voran

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Samstag, 16.05.2020 | 05:30
Patrick Pflücke beim KFC Uerdingen

Schuftet für eine Rückkehr auf den Platz und in die Startelf: Patrick Pflücke. ©Imago images/Revierfoto

Es war einer der Momente, bei dem Patrick Pflückes Talent aufblitzte. Ballannahme, kurzer Blick, dann drosch der Offensivmann den Ball gegen Preußen Münster zum 1:1 in den Winkel. Dieser Treffer am 6. Spieltag war das erste Saisontor des gebürtigen Dresdners, in der Folgezeit agierte er trotz des Treffers gegen Münster als Ergänzungsspieler – suchte aber seine Chance.

So blitzte seine Klasse mal wieder beim 2:1-Sieg gegen die Würzburger Kickers, wo Pflücke im offensiven Mittelfeld trickreicher und lauffreudiger denn je agierte nochmal auf. Einen langfristigen Effekt hatte das erstaunlicherweise nicht: Die letzten vier Partien vor Corona verbrachte Pflücke auf der Bank. Resignation? Fehlanzeige.

Positive Einstellung

Pflücke schnappte sich einen Personal-Coach, absolvierte im Kraftraum Stabilitäts- und Kraftübungen, um beim Wiedereinstieg ins Training auch nach Corona topfit zu sein. Mittlerweile ist der KFC auf den Platz zurückgekehrt und auch dort geht der Offensivmann voran: „Harte Arbeit, um so fit wie möglich zu sein“, lautet sein Credo auf Instagram.

Eine vorbildliche Arbeitseinstellung, die beim früher heiß umworbenen Pflücke tief verankert ist. Sein Jugendtrainer Matthias Schulz erinnerte sich jüngst im Interview mit Liga-Drei.de: „Patrick verkörperte immer pure Spielfreude. Mit ihm zu trainieren, ihn auszubilden, ihn zu stabilisieren, ist für einen Fußball-Lehrer ein großes Vergnügen.“

Im zweiten Anlauf?

Dass Pflücke im Training auf das Gaspedal drückt, dürfte nicht zuletzt KFC-Trainer Stefan Krämer auffallen und freuen. Ein gesunder Konkurrenzkampf ist immerhin leistungsfördernd. Ob Pflücke in die Startelf zurückkehrt, hängt allerdings nicht zuletzt vom System ab, das Krämer spielen lassen will.

Vor dem Trainerwechsel agierte Uerdingen entweder mit einer flachen Vier im Mittelfeld, oder eben mit einem klassischen Spielmacher – die Idealposition Pflückes, die allerdings beispielsweise gegen Zwickau Rijad Kobiljar einnahm.

Krämer agierte in seiner ersten Amtszeit beim KFC was die Formation angeht durchaus variabel, mit der Möglichkeit, das Spiel über die Mittelfeldzentrale heraus zu steuern.

Möglicherweise trifft er nun auf einen durch sein persönliches Trainingsprogramm rundum erneuerten und noch stärkeren Pflücke – was die Optionen des Trainers und des Spielers gleichermaßen erweitern könnte, indem der 23-Jährige beispielsweise etwas tiefer aus der Achter-Position agiert. Ob sich das Schuften für Pflücke auszahlt, wird sich bei einer möglichen Saisonfortsetzung zeigen.