KFC Uerdingen: Woran es noch hakt

Aufsteiger muss sich auch taktisch verbessern

Frank Krämer nachdenklich

Was überlegt sich KFC-Trainer Stefan Krämer für die nächste Partie? ©Imago/Eibner

Der KFC Uerdingen steht auch nach zwei Niederlagen in Folge weiterhin auf Rang drei – für einen Aufsteiger nach knapp einem Drittel eigentlich eine gute Situation. Dennoch sind die Verantwortlichen nach den jüngst gezeigten Leistungen unzufrieden, wie zum Beispiel Trainer Stefan Krämer nach den Spielen verlauten ließ, fehle ihm die Gier bei manchen Spielern.

Unberechtigt ist die Kritik nicht, in der Formtabelle belegen Großkreutz und Co. nach vier Pleiten in den letzten sechs Spielen lediglich Platz 14. Vor allem die Torflaute fällt auf, seit zwei Spielen wartet der KFC auf einen Treffer, lediglich fünf Teams schießen weniger Tore als Uerdingen.

Auch in der Defensive drückt der Schuh

Für Trainer Krämer geht es nun um die „kleinen Erfolgserlebnisse im Training. Gewonnene Laufduelle, Zweikämpfe. Da legen wir jetzt großen Wert drauf“, so der Coach im Interview mit dem Kicker (Ausgabe vom 01.11.2018). Doch reicht das, um im nächsten Spiel gegen den Spitzenreiter Osnabrück zu bestehen oder müssen nicht vielmehr taktische Umstellungen her?

Neben der Torflaute, die auch auf eine mangelhafte Chancenverwertung wie im letzten Spiel gegen Lotte zurückzuführen ist, hat der KFC derzeit kaum zu übersehende Lücken in der Defensive. In den letzten sieben Ligaspielen kassierte der Aufsteiger immer mindestens einen Gegentreffer pro Partie. Zum Vergleich: In den ersten sechs Spielen musste Keeper René Vollath nur in zwei Partien hinter sich greifen.

Gegner können überraschen

Das Mittelfeld-Zentrum ist oft zu anfällig für Ballverluste, was allerdings weniger an den nominellen Spielern in diesem Bereich, Manuel Konrad und Tanju Öztürk liegt, sondern eher an mangelnden Anspielstationen.

So führten Ballverluste im Spielaufbau vor allem gegen den 1. FC Kaiserslautern immer wieder zu gefährlichen Angriffen des Gegners und leiteten damit letztlich auch die Niederlage ein. Speziell gegen die Roten Teufel wirkten die Spieler des KFC überrascht von der Gegenwehr, die ihnen der Gegner entgegenbrachte, auch gegen Lotte war es ähnlich.

Zu Besserung verhelfen könnte die Hereinnahme eines zusätzlichen zentralen Mittelfeldspielers wie Jan Holldack, in der Offensive wäre der zu Saisonbeginn starke Ali Ibrahimaj langsam wieder eine Option, um von den Flügeln wieder Gefahr auszustrahlen.

Generell haben nur wenige Drittligisten einen ähnlich ausgeglichenen und gut besetzten Kader, der Alternativen bietet – die allerdings selten genutzt werden. Ob und wie Krämer am Montag umstellen wird, bleibt offen, fest steht nur eins: Der KFC muss sich auch taktisch verbessern um den hohen Ansprüchen wieder gerecht zu werden.

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