Mehlem & Co.: Das machen die Ex-Karlsruher nun

Ostsee, Belgien und abgewanderte Leihspieler

Marcel Mehlem im Spurt mit dem Ball.

Marcel Mehlem tritt seit dieser Saison für Royale Union Saint Gilloise gegen den Ball. ©imago/Picture Point

Nach den Relegationsspielen gegen Aue hieß es für den KSC: weiter in der 3. Liga bleiben. Das nahmen einige Spieler zum Anlass, den Verein zu verlassen. Hier haben wir für Euch einen Überblick über alle Abgänge des Sommers 2018 und dazu ein kurzes Interview mit Marcel Mehlem, den es nach Belgien zog.

Was waren Ihre Beweggründe, den KSC zu verlassen und nach Belgien zu wechseln?
Marcel Mehlem: Nachdem ich 13 Jahre beim KSC gespielt habe, meine ersten professionellen Erfahrungen unter Trainer Mirko Slomka machte und wir es leider nicht geschafft haben, aufzusteigen in der letzten Saison, wollte ich mal einen neuen Weg einschlagen. St. Gilloise hat großes Interesse an mir gezeigt. Ich hatte gute Gespräche mit dem Trainer und dem Sportdirektor. Deswegen habe ich mich entschieden, hier meinen Weg weiter zu gehen. Wir haben uns als Ziel gesetzt, in ein bis zwei Jahren aufzusteigen. Auch das ist ein Grund, warum ich mich für die zweite belgische Liga entschieden habe.“

Wie verliefen die ersten Wochen bei St. Gilloise für Sie?
Mehlem: Die ersten Wochen sind sehr gut verlaufen, ich wurde sehr gut aufgenommen. Das hätte ich selbst nicht gedacht. Ich war der einzige Deutsche in den ersten zwei, drei Wochen. Dann kam noch Max Besuschkow von Frankfurt bzw. Kiel dazu, mit dem ich jetzt auch zusammen wohne. Die Jungs sprechen alle Englisch, der Co-Trainer (Abder Ramdane, Anm. d. Red.) kann sehr gut Deutsch. Deswegen bin ich sehr glücklich hier.“

Wie bewerten Sie den Fußball in der zweiten belgischen Liga im Vergleich zu Ihren Erfahrungen in Deutschland?
Mehlem: Das ist schon ein großer Unterschied. In der deutschen 3. Liga geht viel mehr über den Kampf, da wird öfter mal der Ball lang geschlagen und gepresst. Hier versuchen wir das zu umgehen, wollen so viel wie möglich fußballerisch lösen und hinten raus spielen. Trotzdem gibt es noch viel Kampf, ein guter Mix aus beidem. Im Großen und Ganzen spricht man aber die gleiche Fußballsprache wie in Deutschland, daher war die Umstellung nicht so groß.“

Wie oft wandert der Blick von Belgien aus noch zum KSC? Gibt es noch konkreten Kontakt?
Mehlem: Ich verfolge noch jedes Spiel. Bin nach wie vor mit dem Herzen dabei und habe noch viel Kontakt. Es besuchen mich auch regelmäßig Jungs, mit denen ich beim KSC gespielt habe. Wenn ich kann, schaue ich die Spiele live. Ich wünsche dem Team alles Gute und bin sicher, dass sie eine gute Saison spielen werden.“

Die übrigen Abgänge:

Florent Muslija
Erst am letzten Tag der Transferperiode sicherte sich Bundesligist Hannover 96 die Dienste des 20jährigen Talents. Nachdem er vorher noch in fünf Partien über die volle Distanz beim KSC gegangen ist, sprang in Hannover bisher noch keine Einsatzminute für den Flügelspieler heraus.

Kai Bülow
Der gebürtige Rostocker ging zurück zu seinem Ausbildungsverein und hat dort direkt wieder eine Führungsrolle übernommen. Seitdem er bei Hansa aus dem defensiven Mittelfeld wieder zurück in die Innenverteidigung zurückbeordert wurde, läuft es auch leistungsmäßig wieder besser.

Dirk Orlishausen
Nachdem Orlishausen seinen Stammplatz im KSC-Tor verlor, war nach sieben Jahren in Karlsruhe Schluss für den Keeper. S0 wechselte auch er im Sommer zum Liga-Konkurrenten Hansa Rostock. Hat dort aber nur den Status des Ersatzmannes inne, da er vorrangig als Torwart-Trainer beim Ostseeklub tätig ist.

Matthias Bader
Der Rechtsverteidiger wechselte zum 1. FC Köln, musste zu Saisonbeginn jedoch erst einmal eine Hüftverletzung auskurieren. Bei der 3:5-Heimpleite gegen Paderborn stand er erstmals im Kader und spielte direkt über 90 Minuten. Im nächsten Spiel saß er 90 Minuten auf der Bank.

Giuseppe Leo
Eine einzige Minute kam der Verteidiger in der letzten Saison zum Einsatz. Nun zog es den 23-Jährigen in die Schweiz zum Zweitligisten FC Aarau. Dort hat sich Leo zum Stammspieler gemausert und gehörte fünf von sieben Malen der Startelf an.

Kai Luibrand
Vier Kurzeinsätze hatte Luibrand in der letzten Saison für den KSC absolviert. Bei seinem neuem Klub, dem SSV Ulm, läuft es in der Regionalliga Südwest auch nicht viel besser. Bisher kam der Offensiv-Mann in der Liga auf eine Einwechslung über fünf Minuten.

Andreas Hofmann
Der defensive Mittelfeldspieler litt in der letzten Saison an einer langwierigen Knieverletzung, aufgrund der er nur zu drei Spielen kam. In diesem Sommer zog Hofmann nun die Konsequenz, seine Fußballschuhe an den Nagel zu hängen.

Jonas Föhrenbach
Der letztjährige Stammverteidiger musste nach Leih-Ende zurück in den Breisgau nach Freiburg und wurde von dort aus direkt nach Regenburg weiterverliehen. Für den Jahn bestritt er bisher alle sechs Spiele über 90 Minuten.

Fabian Schleusener
Auch für den Stürmer ging es zurück nach Freiburg und dann Richtung Zweite Liga. Schleusener geht nun für den SV Sandhausen auf Torejagd. Was in bisher sechs Ligaspielen – viermal von Beginn an – noch erfolglos blieb.

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