MSV Duisburg: Lettieri vermisst die Aggressivität

Zebras nach Niederlage wieder am Tabellenende

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Montag, 11.01.2021 | 10:15
Gino Lettieri beim MSV Duisburg

Zu brav verhielt sich der MSV Duisburg laut Gino Lettieri nach dem Führungstreffer. ©Imago images/foto2press

Am Ende stand MSV-Trainer Gino Lettieri die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Keinen Hehl machte er daraus auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen den FC Ingolstadt. Er „habe nicht ganz verstanden, warum wir dann so passiv waren“, so Lettieri über das Verhalten seiner Mannschaft nach der 1:0-Führung.

Der Treffer von Ahmet Engin sollte dem MSV eigentlich in die Karten spielen. Ballbesitz und Spielkontrolle lagen jedoch beim FC Ingolstadt, erfolgreiche Konterversuche der Zebras: Fehlanzeige.

„Wir wollten die Ingolstädter mit mehr Power, viel schneller, früher stören“, gibt Lettieri einen Einblick in die eigentliche Vorgabe an seine Spieler, denen er vorwirft: „Entweder hat die Mannschaft nach dem 1:0 gedacht, jetzt brauchen wir nichts mehr machen“, – diesen Halbsatz lässt Lettieri unvollendet, was bezeichnend dafür ist, dass die Fehleranalyse diesmal etwas länger dauern dürfte.

Vorbild?

Individuelle Schnitzer machte Lettieri für die zwei Gegentore verantwortlich.  Mit im Schnitt jedoch 1,76 kassierten Treffern pro Spiel (nur Waldhof Mannheim hat mehr), lässt sich ein generelles Abwehr-Problem nicht verhehlen. Auch bei der zuletzt drei Spiele andauernden Mini-Serie ohne Niederlage kassierte der MSV immer mindestens ein Gegentor.

Platz 20 steht so zu Buche und der Ärger über die verpasste Chance, durch einen Punktgewinn in Ingolstadt das Jahr erfolgreich einzuläuten und damit Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben zu tanken.

Genau das gelang dem SV Meppen, der mit 1:0 gegen den 1. FC Saarbrücken gewann. Die Emsländer machten es dem MSV vor: Noch an Spieltag zwölf hatten sie die rote Laterne inne, jetzt liegen sie sieben Punkte vor den Zebras. Fundament: Eine stabile Defensive, die in sechs der letzten acht Spiele den eigenen Kasten sauber hielt.