Oliver Zapel: „Geschmeidig aus den Startlöchern“

Das erwartet uns im neuen Jahr

Stefan Wannenwetsch von Hansa Rostock gegen Philipp Hofmann von Eintracht Braunschweig

Rostock und Braunschweig sind im direkten Duell zum Siegen verdammt. ©Imago/Eibner

Nur noch ein paar Mal Schlafen. Dann geht die wilde Fahrt in Liga 3 wieder los. Und wie: gleich die ersten drei Spieltage haben es gewaltig in sich. Für nicht wenige Teams geht es da schon um extrem viel, vielleicht sogar schon um alles. Emotionale Vollgasveranstaltungen vom Feinsten!

Die Ausgangssituationen sind brisant. Oben im Tableau träumen mindestens die ersten Sechs von Ruhm, Ehre und den Zweitligamillionen. Direkt dahinter schlottern dann jedoch schon die Knie. Alles ist möglich, wenn man nicht geschmeidig aus den Startlöchern kommt.

Torverhältnis könnte entscheiden

Mit Ach und Krach könnten 45 Punkte am Saisonende reichen, um über dem Strich zu stehen. Nur mal so: für Eintracht Braunschweig beispielsweise bedeutet das, in den verbleibenden 18 Partien mindestens zehn Siege und ein Unentschieden einzufahren.

Aber selbst bei den Preußen in Münster kommt man zu der Erkenntnis, dass nach zuletzt lediglich vier Punkten aus sieben Matches schnellstens die Trendwende eingeleitet werden muss, um die notwendigen 16 Zähler einzufahren. Bei der Dichte an potenziellen Abstiegskandidaten kann dieses Jahr sogar das Torverhältnis entscheiden.

Dementsprechend spannend ist es, die heiße Phase der Vorbereitung und Transferpolitik zu verfolgen. Der jeweiligen aktuellen Platzierung angepasst gewinnt man bei den Top-Sechs der Liga den Eindruck, alles verläuft entspannt, strukturiert und nach Plan. Die Testergebnisse passen, es gibt kaum Verletzungen. Und der Kader wird gezielt und smart feingeschliffen.

Transfers als Zeichen von Angst und Hoffnung

Andernorts dagegen passt sogar das regnerische und windige Wetter im südlichen Trainingslager zur Stimmungslage. Negative Testspielergebnisse, eine Vielzahl an teilweise sogar schwerverletzten Akteuren, Disharmonien im Binnenverhältnis. Und Schnellschusstransfers, bei denen man sich schon fragen muss, ob eine rechtzeitigere Verpflichtung im Sinne des Integrationsprozesses nicht sinnvoller gewesen wäre.

Bei der Eintracht aus Braunschweig ging es in den letzten Wochen außerordentlich turbulent zu. Da wurde All-in gegangen und mal eben die komplette Achse ausgetauscht. Ein klares Zeichen dafür, dass die Hoffnung lebt. Auffällig dabei, dass nun durch mehrere Rückholaktionen verstärkt auf Ex-Eintrachtler gesetzt wird. Also auf Jungs, die in den letzten Jahren den sportlichen Abstieg auch nicht verhindern konnten. Man wird schnell sehen, ob diese Strategie fruchtet. Denn gleich im ersten Match gegen Hansa MUSS ein Sieg her!

Oliver Zapel ist Kolumnist bei Liga-Drei.de

Führen die Braunschweiger Rückholaktionen zum Erfolg, fragt Liga-Drei.de-Kolumnist Oliver Zapel. ©Imago/Hartenfelser

Apropos Hansa: auch an der Ostsee knallte es deftig. Neuer Sportvorstand, neuer Trainer, aber gleichzeitig auch frischer Wind in den Segeln der zuletzt bei Flaute daher schippernden Kogge? Umso wichtiger ist nun auch für Rostock ein guter Start. Denn nach der Eintracht folgen Begegnungen gegen Wehen und Haching.

Alles-oder-nichts für Aalen

Unterhaching ist ohne jeden Zweifel ein Highlight der diesjährigen Drittligasaison. Seit 14 Spielen ist die eingeschworene Schromm-Truppe unbesiegt und im Windschatten der Aufstiegsplätze. Wer so mutig und offensiv agiert, sollte belohnt werden. Dafür jedoch muss man in Aalen gleich wieder zu alter Form und in den Flow finden. Torjäger Hain kann mit neuem Arbeitspapier im Gepäck einmal mehr der wichtige Faktor sein.

Für die Aalener dagegen ist das Spiel gegen Haching ein absolutes Alles-oder-Nichts-Schlüsselspiel. Völlig unerwartet stehen die Schwaben bereits mit 5 Punkten Rückstand zum rettenden Ufer auf einem Abstiegsplatz. Dabei sollte es doch eigentlich in großen Schritten in Richtung 2. Liga gehen. Ob Petar Sliskovic nun als Bär-Ersatz der Matchglück-Heilsbringer wird? Nach Unterhaching folgt für den VfR ein Auswärtsspiel in Würzburg. 4 Punkte aus diesen Begegnungen sollten es schon sein, damit die Hoffnung lebt.

Formkrise vs Durchmarsch-Druck

Zumal man bei den Kickers aus Würzburg auf ein Team trifft, das ebenfalls kräftig im Schlamassel steckt. Nach nur 1 Sieg in den letzten 11 Spielen eiern die Kickers nach einem Mega-Fehlstart und einer rasanten Aufholjagd nun bereits durch ihre zweite Form- und Ergebniskrise. Dabei steckt doch in dem Kader so viel Potenzial für mehr. Allerdings kann es nun tatsächlich sehr eng werden. Denn verliert man beim Auftakt in Uerdingen, bekommt das Spiel gegen Aalen wiederum einen extrem wichtigen Anstrich!

In Uerdingen hält man den Durchmarsch-Druck hoch. Dabei rappelte es bekanntlich vor dem Spiel in Braunschweig im November bereits gewaltig im Karton. Durch den dort jedoch errungenen Pflichtsieg wurde eine Trendwende eingeleitet, in der Beister & Co. ihre ganze (Zweitliga)Klasse präsentierten. Wäre da bloß nicht der brutale 0:4-Weihnachtsstimmungs-Crasher in Haching gewesen! Viele Ausrutscher dieser Art darf man sich nicht mehr erlauben, denn die Konkurrenz marschiert.

Morgen geht es weiter mit Teil Zwei des Ausblicks auf den Rückrundenstart!

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