Oliver Zapel: Könnte schmutzig werden

Teil zwei des Rückrundenausblicks

Marc Heider vom VfL Osnabrück im Zweikamof mit Meppens Luka Tankulic

Nicht nur im Derby könnte es am Wochenende zur Sache gehen, denkt Kolumnist Oliver Zapel. ©Imago/osnapix

Dienstag gab es Teil 1 der Kolumne, hier kommt der 2. Teil des Ausblicks!

Mit sensationellen 19 Punkten aus sieben Spielen legte der Karlsruher SC die beeindruckendste Serie vor dem Jahreswechsel hin. Besonders Toni Fink ließ es krachen und verhalf so seinem Team zu Platz Zwei. Alles in Baden scheint stabil und fokussiert. Mit Zwickau, Fortuna Köln und Jena kommen nun jedoch drei Gegner, die ums nackte Überleben fighten. Könnte schmutzig werden.

Überhaupt geht es unten herum knackig zur Sache. Jena vs. Münster zählt ohne jeden Zweifel zu den Top-Krimis. Am 27. August gewannen die Blau-Gelb-Weißen zuletzt ein Heimspiel. Eigentlich kommen da die Preußen mit einer katastrophalen Bilanz von zuletzt vier Niederlagen am Stück genau richtig, mag man sich in Jena sagen. Eine Negativserie sollte reißen!

Verlieren verboten

Wenn die Aspacher Dorfklub-Karawane am Samstag den Lauterer Betzenberg erklimmt, dann handelt es sich dort ganz sicher nicht um einen netten Betriebsausflug. Beide Clubs müssen punkten, ohne Wenn und Aber. Der 1. FCK erhielt im letzten Spiel bei 1860 einen herben Dämpfer auf dem Weg in obere Gefilde. Außerdem herrscht im Umfeld des Traditionsclubs wahnsinnige Unruhe.

Ein Sieg könnte für etwas Entspannung sorgen. Kaum auszudenken jedoch, wenn das misslingt! Aber auch Großaspach schaffte es zuletzt nicht, gegen die direkte Abstiegskonkurrenz zu siegen. Die Heim-Unentschieden gegen Köln und Jena waren zu wenig. Nun wurde in die Offensive investiert, um mehr Torgefahr auszustrahlen. Verlieren ist jedenfalls für beide verboten.

Das gilt natürlich auch für die Fortuna aus Köln. Ja, es gab das kollektive Durchatmen nach dem Sieg in Münster. Doch nun kommen zunächst die bis in die Haarspitzen motivierten und in der Vorbereitung glänzend aufgelegten Hallenser, dann geht es zum KSC. Zwei echte Gradmesser! Daher ist ein Heimsieg gegen Halle Pflicht.

Oliver Zapel ist Kolumnist bei Liga-Drei.de

Oliver Zapel beobachtet die 3. Liga mit scharfem Auge. ©Imago/sportnah

Um die Wurst geht es auch für Lotte und Meppen. Während sich die Sportfreunde, die zum Ende des Jahres mit sieben Punkten aus sieben Spielen etwas hinter den eigenen Erwartungen blieben, mit 1860 München, Aspach und Münster auf Teams freuen, gegen die sie sich definitiv etwas ausrechnen, knistert bei den Emsländern die Derbystimmung. Was gibt es Cooleres, als gleich im ersten Spiel des neuen Jahres vor voller Hütte gegen den Spitzenreiter aus Osnabrück punkten zu können? Nix!

Schlägt die Torgranate beim Ex-Klub ein?

Allerdings gilt Selbiges auch für DAS Team der Hinrunde: den VfL. Das Selbstvertrauen, das die Lila-Weißen in sich tragen, ist gewaltig. Die Vorbereitung lief aalglatt. Und so ganz nebenbei angelte man sich dann auch noch mit Benni Girth eine Mega-Granate mit Tor-Garantie. Kaum auszudenken, wenn eben dieser Bomber in seinem ersten Spiel für den VfL ausgerechnet gegen seinen EX-EX-Club trifft.

Viel Energie benötigen die Wollitz-Schützlinge gleich zu Beginn der Restsaison. Das Star-Ensemble aus Wehen kommt ins Stadion der Freundschaft. Die Wiesbadener wollen und müssen endlich zeigen, dass sie Konstanz in ihre Leistungen bringen können. Sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsrang entsprechen nicht der Qualität im Kader. Cottbus dagegen kämpft nicht nur gegen großes Verletzungspech, sondern auch um einen Platz über dem Strich. Besonders daheim müssen wie wichtigen Punkte geholt werden.

Kein Chill-out in der Komfortzone

Für den FSV Zwickau ging es neben dem sportlichen auch einmal mehr um den finanziellen Existenzkampf. Umso wichtiger wäre da sicher eine gute Leistung vor vollem Haus gegen den Karlsruher SC und eine Woche später gegen die Eintracht aus Braunschweig.

Wie wir sehen, ist wirklich überall ordentlich Druck auf dem Kessel. Für alle Vereine geht es um viel. Noch gibt es weder eine Komfortzone im Mittelfeld der Tabelle, noch abgeschlagene oder insolvente Punktelieferanten. Die Neuregelung mit dem vierten Absteiger verbietet eine etwaige Chill out-Phase.

Besonders, da Eintracht Braunschweig mit dem nun zur Verfügung stehenden Personal tatsächlich sehr realistische Chancen auf den Klassenerhalt hat und das Feld von unten aufrollen kann. Nach den ersten zwei bis drei Spielen jedoch kann sich die Lage dramatisch ändern. Dann müssen, nein, dann werden die bedrohten Vereine die letzte Patrone in den Lauf legen! Booomm!

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