Preußen Münster: Ringen um Verstärkungen

Vorrang für Nachlizenzierung

Malte Metzelder. Sportchef von Preußen Münster

Skeptisch. Preußen-Sportchef Malte Metzeder weiß noch nicht, ob er Verstärkungen bekommt. ©Imago/osnapix

Bei Preußen Münster hat die Finanzplanung trotz der angespannten Tabellensituation Vorrang gegenüber dem Personalbedarf der Mannschaft. Sportdirektor Malte Metzelder macht dem neuen Trainer Marco Antwerpen auch nach dem Ausgliederungsbeschluss der Mitgliederversammlung zur Erschließung zusätzlicher Kapitalquellen nur wenig Hoffnungen auf Verstärkungen für den zweiten Saisonabschnitt.

Das muss schon zusammenpassen. (Preußen-Sportdirektor Malte Metzelder über Finanzzwänge bei der Spielersuche)

Mit Priorität arbeiten die Westfalen zunächst an der Schließung der kürzlich bekannt gewordene Liquiditätslücke von rund einer halben Million Euro für die Nachlizenzierung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) bis zum Fristablauf am 23. Januar. Die Kaderplanung steht dahinter zurück, wie Metzelder den Westfälischen Nachrichten sagte: „Das muss schon zusammenpassen.“

Mangelnde Kaderstärke ein Dauerthema

Die dünne Personaldecke ist bei den Adlerträgern in der laufenden Saison ein Dauerthema. Schon Antwerpens entlassener Vorgänger Benno Möhlmann hatte mehrfach über fehlende Alternativen geklagt. Vor dem ersten Spiel nach der Winterpause am Sonntag (21. Januar) beim SV Meppen rangieren die Preußen nur einen Platz und einen Punkt vor der Abstiegszone.

Die Bedeutung einer erfolgreichen Bewältigung des Abstiegskampfes für eine effektive Umsetzung der Ausgliederung durch die Einbindung von Investoren ist Präsident Christoph Strässer allerdings ebenfalls bewusst. „Ohne Klassenerhalt sind all unsere Vorhaben obsolet“, sagte der Vereinschef in einem Interview mit der Bild-Zeitung (Ausgabe vom 16.1.2018).

Bereits unmittelbar nach dem entscheidenden Mitgliederbeschluss für die Verselbstständigung von Münsters Profi-Abteilung hatte auch Aufsichtsrats-Chef Frank Westermann einen Abgleich zwischen sportlichen Notwendigkeiten und finanziellen Möglichkeiten angekündigt. Es solle geprüft werden, „ob und was sportlich machbar ist“, sagte Westermann.

Klar sind laut Strässer die Planungen auf der Führunsgebene für eine Entlastung von Metzelder. Im Zuge der Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft soll Metzelder künftig als Geschäftsführer nur noch den sportlichen Bereich leiten. Seine bisherigen Aufgaben darüber hinaus wird ein zweiter Geschäftsführer übernehmen.