Preußen Münster: Wo muss angesetzt werden?

Herangehensweise zu abwartend

Sven Hübscher von Preußen Münster

Sven Hübscher muss seiner Mannschaft ein passendes Konzept verpassen. ©Imago images/foto2press

Nach sechs Spielen ohne Sieg ist bei Preußen Münster Fehleranalyse angesagt. Ging man noch mit einem positiven Gefühl aus dem Remis gegen den Halleschen FC heraus, war die Ernüchterung im Anschluss an das 1:4 gegen die FC Bayern U23 groß.

Oft wurde in den vergangenen Wochen betont, dass die Mannschaft jung sei und noch Zeit benötige. Von mangelnder Qualität wollte Sportchef Malte Metzelder beispielsweise in der „Bild“ (Ausgabe vom 01.10.2019) nichts wissen.

Fehlende Erfahrung taugt aber gegen eine U23 sicherlich nicht als Erklärung. Zudem stand mit Simon Scherder, Ole Kittner, Julian Schauerte und Kevin Rodrigues Pires reichlich Routine auf dem Platz.

Schwach im ersten Durchgang

Ein sich wiederholendes Muster fiel allerdings allen Beteiligten auf. Julian Schauerte etwa sagte nach Abpfiff auf dem vereinseigenen Twitter-Kanal: „Wieder verschlafen wir die Anfangsphase komplett, das darf uns einfach nicht passieren und so darf es wahrlich nicht weitergehen.“ Auch Teamkollegen, Trainer und Sportchef sprachen von einer unterirdischen ersten Halbzeit, die kein Einzelfall war.

Kein Team schießt weniger Tore in den ersten 45 Minuten, mit Chemnitz sind die Adlerträger gar das einzige Team, das in der ersten halben Stunde noch gar nicht erfolgreich war. Dass sie es besser können, zeigt die Statistik der zweiten Halbzeit. Hier drehen die Westfalen auf, zwölf Tore sind ein Top-3-Wert in der Liga, in der Schlussviertelstunde ist keine Mannschaft gefährlicher als Münster. Konditioneller Natur sind die Probleme offensichtlich nicht.

Doch woran liegt diese auffällige Diskrepanz? Offensichtlich ist die Herangehensweise zu Spielbeginn eher abwartend, die Preußen lassen den Gegner kommen, können damit aber kaum für Sicherheit sorgen. Womöglich beraubt sich der SCP so auch noch ausgerechnet der Stärken, welche gerade die erwähnten jungen Spieler mitbringen.

Mehr Mut als Lösungsansatz?

Der Ex-Trainer des Berliner AK, Markus Zschiesche, erklärte im vergangenen Jahr im Interview mit Liga-Drei.de, wie er vor einem vergleichbaren Problem mit seiner jungen Mannschaft stand, zu der auch der heutige Münsteraner Seref Özcan, einer der wenigen konstant starken Spieler in dieser Saison, gehörte.

Ursprünglich wollte auch er seine Elf aus geordneter Defensive agieren lassen. „Man hat dann aber gemerkt, dass sie zu ungeduldig waren für diese Herangehensweise. Wir haben also gesehen, dass wir das mit der Mannschaft nicht spielen können, sondern pressen müssen. Sie waren wie junge Pferde, die aus dem Stall wollten.“ 

Zwar hinkt naturgemäß der Vergleich zwischen zwei Mannschaften unterschiedlicher Ligen, doch lässt sich argumentieren, dass früheres Pressing der Altersstruktur des Kaders angemessener wäre.

Denn schaut man sich an, welche Mannschaften in der Anfangsviertelstunde die meisten Tore erzielen, sieht man mit an der Spitze die Bayern U23, die Würzburger Kickers und den FCK: Allesamt haben einen noch geringeren Altersschnitt als die Preußen. Vielleicht sollte also auch Sven Hübscher seine jungen Wilden einfach von der Leine lassen.

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