Rot-Weiß Erfurt: Alltagsgeschäft als Nebensache

Vorbereitungen auf Neustart in Regionalliga

Vorbereitungen für den Neubeginn: RWE-Sportchef Stefan Emmerling

Schwierige Doppelfunktion bei RWE: Stefan Emmerling © imago/foto2press

Das Alltagsgeschäft ist bei Rot-Weiß Erfurt momentan beinahe nur Nebensache. Die Vereinsführung bemüht sich um weiteren Rückhalt bei Sponsoren und Teammanager Stefan Emmerling um sportliche sowie strukturelle Veränderungen für die kommende Saison.

Ich denke schon, dass die meisten im Boot bleiben. (RWE-Ehrenpräsidnt Klaus Neumann)

Einem Bericht der Thüringer Allgemeinen zufolge will die RWE-Spitze die bisherigen Sponsoren von ihren Plänen für eine geplante Insolvenz und einer Fortsetzung des Engagements auch im voraussichtlich unvermeidbaren Fall eines Neuanfangs in der viertklassigen Regionalliga überzeugen. „Ich denke schon, dass die meisten im Boot bleiben“, meinte Erfurts Ehrenpräsident Klaus Neumann im Vorfeld des Meetings.

Emmerling im Aufgaben-Spagat

Emmerling befindet sich unterdessen im Spagat zwischen seinen Rollen als Trainer einerseits und Sportdirektor andererseits. Als Coach schwört der Ex-Profi sein Team auf das Gastspiel bei Aufsteiger SpVgg Unterhaching (Dienstag) ein, als Sportchef treibt der 52-Jährige die Zukuntsplanungen voran.

Vor der Reise in die Münchner Vorstadt verbreitet Emmerling beim Schlusslicht ungeachtet von elf Punkten Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze pflichtgemäß Zweckoptimismus. Ziel sei der Beginn einer Serie und damit der Versuch, „noch einmal zu schnuppern“, doch inzwischen ginge es auch schon darum, „das Jahr seriös und höchstprofessionell“ zu beenden.

Seinen Blick hat Emmerling jedoch schon viel weiter nach vorne gerichtet. Die neue RWE-Mannschaft solle torgefährlicher sein und „eine bessere Mentalität haben“, beschrieb der Sportchef seine Vorstellungen vom künftigen Personal mit einer deutlichen Kritik an der Haltung seines derzeitigen Personals. Auch die Rahmenbedingungen will Emmerling in Bereichen wie Scouting, Nachwuchs und Trainer-Team verbessern: „Alles kommt auf den Prüfstand.“

Ob RWE-Juwel Theodor Bergmann die Veränderungen noch miterleben wird, erscheint überaus fraglich. Nach einem Bericht der Bild-Zeitung (Ausgabe vom 05.03.2018) steht der Abschied des 21-Jährigen, der in Unterhaching wegen eines Virusinfektes fehlen wird, zum Saisonende fest. Angeblich soll ein Wechsel des Mittelfeld-Asses zu einem Zweitligisten sehr wahrscheinlich sein.