Rot-Weiß Erfurt: Auch Wintertransfers auf DFB-Prüfstand

Trotz Einspruchs drohen weitere Sanktionen

Kusi Kwame von Rot-Weiß Erfurt

Auf dem Prüfstand. Kusi Kwame steht bei Rot-Weiß Erfurt als Amateur unter Vertrag. ©Imago/Picture Point

Der Punktabzug für Rot-Weiß Erfurt ist womöglich nur die erste Sanktion des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen Verstößen gegen Lizenzauflagen des Vereins gewesen. Während RWE-Präsident Frank Nowag von einem erfolgreichen Einspruch gegen die am vergangenen Dienstag verkündete DFB-Strafe ausgeht, soll der Verband nun inzwischen angeblich auch noch die Aktivitäten der Thüringer während der abgelaufenen Wintertransferperiode überprüfen.

Ich denke, wir haben gute Argumente. (RWE-Präsident Frank Nowag)

Nowag sieht der Berufung beim DFB gegen den im Abstiegskampf schmerzhaften Punktabzug zuversichtlich entgegen. „Ich denke, wir haben gute Argumente, dass der Punktabzug in eine Geldstrafe umgewandelt werden kann“, zitierte die Thüringer Allgemeine den Vereinsboss.

RWE-Kalkulation offenbar zu optimistisch

Der DFB hatte im Nachlizenzierungsverfahren den fristgerecht vorgelegten Finanzplan der RWE-Führung zur Schließung der Liquiditätslücke von 1,6 Millionen Euro nicht in vollem Umfang anerkannt. Angeblich setzte der Verband die zu erwartenden Einnahmen aus den geplanten Freundschaftsspielen gegen die Bundesligisten 1. FC Köln, Hannover 96 und Bayer Leverkusen niedriger an als der Verein, sodass der angemahnte Fehlbetrag nicht als völlig ausgeglichen angesehen wurde.

Doch die vermeintlich zu optimistischen Kalkulationen für die Begegnungen mit den drei prominenten Erstliga-Klubs sind offenbar nicht Erfurts einziges Problem. Die Bild-Zeitung (Ausgabe vom 14.02.2018) berichtete unter Berufung auf einen DFB-Sprecher, dass die Verbandskontrolleure nunmehr auch die vier Neuzugänge des ohnehin hochverschuldeten Schlusslichts seit Jahresbeginn unter die Lupe nehmen werden.

Tatsächlich könnte RWE durch die Verpflichtung von Marcel Kaffenberger, Kusi Kwame, Nermin Crnkic und Charalampos Chantzopoulos zusätzlich in die Bredouille geraten und mit weiteren Punktabzügen belegt werden. Einerseits dürfte die Finanzierung des Quartetts noch nicht in den schon vor den Transfers beim DFB abgegebenen Unterlagen berücksichtigt worden sein, und andererseits scheint die Anstellung der Neuzugänge als „Amateure“ mit einem Maximalentgelt von monatlich 249,99 Euro zumindest den Argwohn der Verbandskommissare geweckt zu haben.