Rot-Weiß Erfurt: Chaos nach Rombach-Absetzung

Nowag wird Interimspräsident

Kampf um RWE-Präsidentschaft: Rolf Rombach

Klagt gegen Absetzung als RWE-Präsident: Rolf Rombach © imago

Update (18:30 Uhr):
Nach übereinstimmenden Medienberichten wird Frank Nowag bis zur Mitgliederversammlung am 1. Dezember Interimspräsident bei RWE. Nowag trat zuvor als Sponsor der Erfurter in Erscheinung.

Artikel:
Rot-Weiß Erfurt versinkt zusehends im Chaos. Nach der plötzlichen Absetzung von Präsident Rolf Rombach durch den Aufsichtsrat überziehen sich beim Tabellenschlusslicht Teile des Präsidiums und des Kontrollgremiums mit gegenseitigen Vorwürfen, und der Aufsichtsrat selbst droht aufgrund der momentan noch undurchsichtigen Vorgehensweise auseinanderzubrechen.

Anders als angeblich in seiner Fax-Mitteilung über die Personalie Rombach an den bisherigen Klubchef Rombach und die übrige Vereinsspitze führte Aufsichtsrats-Chef Peter Kästner später gegenüber der Thüringer Allgemeinen Gründe für die Absetzung des Präsidenten an. Demnach habe Rombach dem Aufsichtsrat nicht mehr die Möglichkeit gelassen, das satzungsmäßige Kontrollrecht auszuüben.

Knackpunkte Finanzen und Profi-Ausgliederung

Hintergrund der Auseinandersetzung dürften die geplante Ausgliederung der Profi-Abteilung und die prekäre Finanzlage des Klubs sein. Zuletzt berichtete die Bild schon am Mittwoch darüber, dass der Aufsichtsrat bislang vergeblich bei Rombach auf Informationen zur Umwandlung des Profi-Bereichs in eine Kapitalgesellschaft und entsprechende Konzepte gedrängt haben soll.

Außerdem hat eine Auswertung der Vereinsfinanzen durch Kästners Gremium angeblich einen höheren Schuldenstand als die bislang bekannten 5,5 Millionen Euro ergeben, wozu Rombach ergänzende Unterlagen vorzulegen gehabt hätte.

Rombach selbst, der nach den Vorstellungen des Aufsichtsrates durch den erst kürzlich in das Kontrollorgan eingezogenen Vorstandschef Frank Nowag vom RWE-Sponsor Keyweb ersetzt werden soll, kündigte umgehend die Beantragung einer Einstweiligen Verfügung beim Landgericht Erfurt gegen seine Abberufung an. Auch das restliche Präsidium will die Entscheidung des Aufsichtsrates nach eigenen Angaben gerichtlich prüfen lassen.

Ansatzpunkt von Rombachs bisherigen Kollegen in der Vereinsführung ist ein mutmaßlicher Mangel an „wichtigen Gründen“ für Rombachs Entlassung sowie eine unvollständige Besetzung des Aufsichtsrates bei der Beschlussfassung. Laut TA sind mindestens zwei Aufsichtsräte nicht zur Sitzung am Mittwoch eingeladen gewesen. Einer davon erklärte dem Zeitungsbericht zufolge auch aus Protest gegen Rombachs Absetzung schon seinen Rücktritt.

Das Präsidium sagte die für Samstag angesetzte Außerordentliche Mitgliederversammlung inzwischen ab. Die Ordentliche Mitgliederversammlung bleibt zunächst für den 1. Dezember terminiert.

Noch kein Konto bei 3.Liga-Sponsor bwin? Jetzt anmelden & bis zu 100€ Willkommensbonus kassieren!