Rot-Weiß Erfurt: Gehaltseinbußen durch Insolvenz

Finanzplanung erst im Juni

Zukunft von RWE weiter ungeklärt

Offene Perspektiben bei RWE © imago

Das Insolvenzverfahren bei Schlusslicht Rot-Weiß Erfurt hat für die Spieler angeblich doch mehr negative Auswirkungen als bisher angenommen. Bei der Gehaltsauszahlung für den Vormonat sollen laut einem Bericht der Bild-Zeitung (Ausgabe vom 17.04.2018) mindestens acht Profis der Thüringer aufgrund einer Obergrenze weniger als vertraglich vereinbart erhalten haben.

Demnach überwies die Kanzlei von Erfurts Insolvenzverwalter Volker Reinhardt den Spitzenverdienern im Kader des Absteigers für März maximal lediglich den höchstens zulässigen Bruttobetrag von 5800 Euro. Mehr als diese Summe, die Reinhardts Büro von der Arbeitsagentur noch erstattet bekommen wird, ist nicht zulässig. Die Vorschrift, die der Verein den Profis bei der Eröffnung des Insolvenzverfahrens verschwiegen haben soll, schlägt ich besonders auch auf die Einsatz- und Punktprämien der Spieler nieder.

Schuldenstand weiterhin offen

Die Gehälter sind momentan die einzig konkreten Zahlen im RWE-Verfahren. Zum Stand der Schulden von angeblich bis zu rund acht Millionen Euro machte Reinhardt in einem Interview mit der Thüringer Allgemeinen keine Angaben.

Wir rechnen mit einer Budgetplanung frühestens im Juni. (RWE-Insolvenzverwalter Volker Reinhardt)

Entsprechend hielt sich der Jurist auch mit Prognosen für einen Etatrahmen für die erhoffte Regionalliga-Teilnahme in der kommenden Saison zurück. „Wir rechnen mit einer belastbaren Budgetplanung frühestens im Juni, es existiert derzeit nur ein grober Rahmen“, sagte Reinhardt.

Der momentan entscheidende Mann bei RWE deutete allerdings schon Ambitionen des Klubs für eine führende Rolle in der vierten Liga an. Vorbehaltlich der künftigen finanziellen Spielräume würden bereits Gespräche mit Spielern aus den eigenen Reihen und anderen Vereinen geführt, „die die Qualität haben, sich an der Spitze der Regionalliga zu behaupten“, erklärte Reinhardt.

Seinen Angaben zufolge hat die überraschende Ausschreibung der Sportdirektoren-Stelle, die momentan Trainer Stefan Emmerling in Personalunion besetzt, trotz Erfurts ungewisser Zukunft großes Interesse geweckt. Reinhardt sprach von „zwölf Bewerbern, von denen der eine oder andere sehr interessant ist“.

Reinhardt forderte außerdem den kommissarischen Aufsichtrat und den umstrittenen RWE-Präsidenten Frank Noiwag zur Beendigung ihrer Auseinandersetzungen auf: „Ich dränge insgesamt sehr auf Ruhe und wünsche mir, dass alle Gremien einvernehmlich zusammenarbeiten.“

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