Rot-Weiß Erfurt: Insolvenzverfahren wird konkret geprüft

Chance auf Regionalliga-Neuanfang soll erhalten werden

Düstere Aussichten für Erfurt

Dunkle Wolken über Erfurt © imago

Die Lage von Rot-Weiß Erfurt erscheint immer kritischer. Mittlerweile hat der Aufsichtsrat des hochverschuldeten Schlusslichts laut einer offiziellen Vereinsmitteilung das Präsidium mit der konkreten Auseinandersetzung mit einer sogenannten Planinsolvenz beauftragt.

Wir müssen uns ernsthaft mit dieser Frage beschäftigen. (RWE-Aufsichtsratschef Michael Tallai)

Durch die großen sportlichen Probleme sowie den unverändert hohen Stand an Verbindlichkeiten zeichnet sich der schwerwiegende Schritt immer mehr ab. „Wir müssen uns ernsthaft mit dieser Frage beschäftigen“, begründete Aufsichtsratschef Michael Tallai in der Bild-Zeitung (Ausgabe vom 21.02.201) den Beschluss seines Gremiums.

Chance zu Neuanfang in Regionalliga

Die Thüringer ächzen unter der erdrückenden Last von über acht Millionen Euro Schulden. Eine Planinsolvenz würde RWE eine Befreiung von seinem Schuldenberg bei gleichzeitigem Erhalt seines sportlichen Status quo ermöglichen. Dadurch könnte Erfurt trotz des mit der Insolvenz verbundenen Abzugs von neun Punkten, der den Abstieg faktisch besiegeln würde, in der Regionalliga einen geordneten Neuanfang starten. Im Falle einer ungeordneten Insolvenz dagegen wäre der Sturz in die Niederungen des Amateur-Bereichs unvermeidlich.

Tallai will den Auftrag an Präsident Frank Nowag allerdings keinesfalls als Zeichen der Resignation im Abstiegskampf verstanden wissen. Der Klassenerhalt sei noch möglich, und die Maßnahmen sollen die Mannschaft auch „nicht demotivieren“.

Dazu passt, das RWE am Dienstag fristgerecht Einspruch gegen den schon verhängten Abzug von einem Punkt wegen Verstößen gegen Lizenzauflagen eingelegt hat. Erfurts Führung hofft dabei auf eine positivere Bewertung von geplanten Einnahmen durch Benefizspiele, so dass der Abzug in eine Geldstrafe im niedrigeren fünfstelligen Bereich umgewandelt wird.

Angesichts von ohnehin schon zehn Punkten Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze mutet der Schritt jedoch eher symbolisch an. Das Abstiegsszenario ist viel wahrscheinlicher – deswegen Nowags Auftrag. „So ein Schritt“, meinte Tallai, „muss sorgfältig geplant sein. Wir haben aber nicht mehr viel Zeit.“