SC Verl: Capretti sieht zu viel Kampf

SCV-Coach appelliert an Mannschaft

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Mittwoch, 20.01.2021 | 08:51
Guerino Capretti

Guerino Capretti hatte nach dem Spiel gegen den FSV Zwickau gemischte Gefühle. ©Imago images/Noah Wedel

Kämpfen, beißen, fighten – Vokabeln, die in der dritten Liga von so manchem Verantwortlichen vor oder nach jedem Spiel bemüht werden. Beim SC Verl ist jedoch genau das Gegenteil der Fall. „Versuchen wir ein Spiel über Kampf, den zweiten Ball zu gewinnen, dann holen wir keinen Punkt mehr in der Liga“, so Guerino Capretti auf der Pressekonferenz nach dem gestrigen Spiel gegen den FSV Zwickau.

Dabei ließ es sich gut an: Bereits nach zwei Minuten erzielte der SCV das 1:0 und musste damit das erste Mal seit dem 14. Spieltag (4:2 gegen den HFC) keinem Rückstand hinterherlaufen. Mit dem Ergebnis ging es in die Halbzeitpause. Eigentlich ein Garant für einen Sieg, denn vor der gestrigen Partie brachte der SC Verl sechs Halbzeitführungen ins Ziel.

Kurz nach dem Seitenwechsel kassierten die Ostwestfalen einen Zwickauer Standard-Treffer – und verlor den Faden. „Wir haben aufgehört, Fußball zu spielen, haben auch mit vielen langen Bällen agiert“, so Capretti, der das Spiel seiner Mannschaft an die Mechanismen des Gegners angepasst und genau darin die Ursache sah, dass nicht mehr als ein Punkt herraussprang: „Wir haben nicht die robusten Spieler, diese Kanten, die so ein Spiel spielen können. Wir müssen gerade in solchen Situationen Fußball spielen, mutig bleiben, unsere Positionen halten, hohes Balltempo haben. Das muss uns eine Lehre sein.“

Liegt der kommende Gegner besser?

Positiv aus SCV-Sicht: Die Mini-Ergebniskrise kurz vor Weihnachten ist ausgemerzt, vier Spiele in Folge ohne Niederlage zeugen davon, dass die Ostwestfalen – obwohl mit der geringsten Drittliga-Erfahrung ausgestattet – weiterhin schwer zu schlagen sind.

Zudem kann sich auch der zweite Anzug sehen lassen. Mit sechs Veränderungen schickte Capretti seine Elf gestern auf den Rasen, darunter Matthias Haeder der seit über zehn Jahren in Verl aufläuft, zuletzt vermehrt eingewechselt wurde und nun sein Startelf-Debüt in Liga drei feierte. Der starke Auftritt in den ersten 20 Minuten zeigte, dass die Mechanismen bei den Ostwestfalen funktionieren, sofern sie wie von Capretti gefordert an ihrer Marschroute festhalten. Am Samstag wartet der SV Wehen Wiesbaden. Dieser lässt selbst gerne den Ball laufen – was dem SCV in die Karten spielen könnte.