Spielt Aspach weiter sein Stadion leer?

Spielweise sorgt für Besucher-Schwund

Philipp HErcher von der SG Sonnenhof Großaspach im Duell mit Christoph Greger von der SpVgg Unterhaching

Philipp Hercher (l.) tritt bei der SGA meist vor kleiner Kulisse auf. ©Imago/Avanti

Der Saisonstart könnte für die SG Sonnenhof Großaspach eigentlich ganz schön sein, schließlich wurden erst zwei Niederlagen kassiert. Doch auf der anderen Seite steht nur ein Sieg. Das 1:1 gegen Unterhaching war das siebte Unentschieden, weshalb die SGA nicht aus dem Tabellenkeller rauskommt. Zu Hause ist man seit November 2017 sieglos und muss sich weiter mit beinahe Geisterkulissen auseinandersetzen. Die Defensiv-Taktik von Trainer Sascha Hildmann gilt als einer der Gründe.

Zuschauerzahlen sinken weiter

Mit zwei torlosen Spielen und dreimal 1:1 wurden den Zuschauern wahrlich keine fußballerischen Leckerbissen geboten. Wie es sein könnte, erlebte der Dorfklub am zweiten Spieltag, als der Besuch des 1. FC Kaiserslautern für ein ausverkauftes Haus sorgte. Das Ergebnis passte gegen den Absteiger, doch schon einen Auswärtssieg in Lotte später kamen nur noch 2.500 Fans in die Mechatronik Arena, gegen Unterhaching wurde jetzt der vorläufige Saison-Tiefpunkt von 2.200 erreicht. Eine Entwicklung, mit der die Vereinsführung nicht zufrieden sein kann.

Natürlich hat der Dorfklub an sich schon kein allzu großes Zuschauer-Potenzial, doch eine unattraktive Spielweise und ausbleibende Heimsiege tragen sicherlich nicht zur Besserung bei. Trainer Sascha Hildmann hält jedoch weiter an seinem Konzept fest, wurde vor der Begegnung mit der SpVgg sogar in der Marbacher Zeitung mit den Worten zitiert: „Es muss ja nicht unbedingt unser bestes Spiel werden, sondern es soll ein gutes Ergebnis am Ende bei rumkommen.“

Nun war es bezeichnender Weise offensiv im Grunde das beste Saisonspiel der Sonnenhöfer, die sich zahlreiche Chancen vor allem durch Konter erspielten, diese aber reihenweise teils kläglich vergaben.

Kein Punktepolster

Es gelang also kein weiteres Tor, doch dass die Mannschaft spielerisch Highlights setzen kann, wenn das enge Defensiv-Korsett gelockert wird, wurde offensichtlich. Schon in den letzten drei Heimspielen der alten Saison, als es sportlich um nichts mehr ging, zeigte die Elf mit jeweils zwei Treffern, dass zu Hause nicht nur Langeweile angesagt sein muss.

Dies blieben jedoch statistische Ausreißer, denn mit einem Heim-Torverhältnis von 23:26 war in der Mechatronik-Arena nicht viel los. Zum Vergleich: In der Saison 2016/17 war die SGA mit 31 Toren noch das viert-gefährlichste Heimteam der Liga.

Davon ist der Dorfklub aktuell weit entfernt, wenngleich die Voraussetzungen in dieser Saison nach den Abgängen der Leistungsträger Hägele, Schiek und Sohm andere sind. Dennoch dürfte den Verantwortlichen nicht schmecken, dass das Punktepolster, das sich die SGA in den vergangenen Jahren in den ersten zehn Saisonspielen angefuttert hat (15/16 = 16 Punkte, 16/17 = 15 Punkte, 17/18 = 16 Punkte) dieses Jahr deutlich schmaler ausfällt. 

Mit zehn Zählern rangiert Großaspach zwar in Schlagdistanz zu den Nicht-Abstiegsplätzen, den großen Namen im Tabellenkeller wie Hansa Rostock oder Eintracht Braunschweig ist jedoch zuzutrauen, das Feld in den kommenden Wochen von hinten aufzurollen. Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt wie der SV Meppen bauen auf eine gute Heimbilanz oder einen neuen Impuls in der sportlichen Verantwortung.

Die vor einigen Spieltagen noch abgeschlagenen Sportfreunde Lotte sind mit Neu-Trainer Nils Drube durch drei Siege und ein Unentschieden aus der Abstiegszone geklettert. Eine Veränderung auf der Trainer-Position ist in Aspach zwar aktuell kein Thema, eine Ausweitung des 2019 auslaufenden Vertrags mit Sascha Hildmann angesichts der aktuellen Lage zumindest schwer vorstellbar.

Ob die Mannschaft in diesem Zusammenhang ein Wort für ihren Trainer einlegt? Der Verzicht auf Führungsspieler Kai Gehring, der vor dem Unterhaching-Spiel dreimal in Folge wenig bis gar nicht zum Einsatz kam, soll bei Teilen des Teams für Irritationen gesorgt haben.

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