SpVgg Unterhaching: Der Liga-Drei Teamcheck

Was für eine Rolle kann der Aufsteiger spielen?

Dominik Stahl jubelt im Relegationsspiel gegen Elversberg

Zu wie viel Erfolgen kann Leader Dominik Stahl die SpVgg in der dritten Liga führen? ©Imago/foto2press

Nach zwei Jahren kehrt die SpVgg Unterhaching in die dritte Liga zurück. Mit satten 95 Saisontoren, sowie fünf Treffern in der Relegation gegen Elversberg wirbelten die Münchner Vorstädter durch die vergangene Saison.

Ob Unterhaching mit seinem Offensivfußball auch die dritte Liga aufmischen kann, zeigen wir Euch in unserem Teamcheck. Am Ende geben wir eine Prognose anhand festgelegter Kategorien ab.

Der Kader

Bis auf den VfL Osnabrück hatte wohl kein Drittligist so wenig Fluktuation im Kader wie die SpVgg Unterhaching. Der Mannschaft, die den Aufstieg schaffte, wird auch eine gute Rolle in der dritten Liga zugetraut. „Wenn wir das den Burschen nicht zutrauen würden, hätten wir mehr Transfers getätigt“, erklärte Präsident Manni Schwabl zuletzt.

Keinen Stammspieler musste die SpVgg abgeben – Verstärkungen kamen, der Jugend-Philosophie des Vereins folgend, überwiegend aus der eigenen Jugend. Mit Thomas Hagn holte Unterhaching außerdem einen Spieler zurück, der die Erfahrung von 46 Drittliga-Spielen vorweisen kann.

Wer jedoch denkt, die Unterhachinger Mannschaft besteht nur aus Jungspunden, der liegt falsch – im Relegations-Rückspiel gegen Elversberg stand mit Maximilian Bauer nur ein Spieler auf dem Feld, der jünger als 24 Jahre ist. Die wichtigsten Akteure wie Sascha Bigalke, Stephan Hain oder Dominik Stahl sind alle im besten Fußballer-Alter, haben in ihrer Karriere schon massig Profi-Spiele absolviert – die Umstellung auf die dritte Liga dürfte also nicht all zu schwer fallen.

Die aktuelle Form

Unterhaching wählte allesamt unterklassige Gegner in der Vorbereitung aus. Dementsprechend gut waren auch die Ergebnisse. Nie schoss das Schromm-Team weniger als drei Tore. Alle Spieler durften sich bis jetzt präsentieren. Die Mannschaft ist wenig überraschend gut eingespielt und legte zum Beispiel in der zweiten Hälfte des Testspiels gegen den SV Pullach ein hohes Tempo an den Tag.

Stärken & Schwächen

95 Saisontore, das sind 2,8 Tore pro Spiel – die schießt eine Mannschaft auch in der im Vergleich zu den anderen Regionalligen etwas schwächeren RL Bayern nicht einfach im Vorbeigehen. Das offensiv ausgerichtete 4-2-3-1 System von Trainer Claus Schromm ist die größte Stärke der Hachinger.

Mit Stephan Hain steht ein Stürmer auf dem Platz, der bereits genau 100 Spiele in der Bundesliga sowie in der zweiten Liga gemacht hat und in der letzten Saison in 28 Spielen 32 mal traf.

Noch unklar ist, wie die Defensive auf spielstarke Gegner wie Würzburg, Karlsruhe oder Magdeburg reagiert. Die Innenverteidiger Alexander Winkler und Josef Welzmüller müssen beweisen, dass sie konstant über eine Saison lang ein solider Rückhalt für ihre Vorderleute sind.

Die erste Elf hat fraglos enorme Qualität. Problematisch wird es allerdings, wenn die Stammspieler ausfallen. Dann stehen nämlich nur wenige, adäquate Ersatzspieler bereit.

Claus Schromm von der SpVgg Unterhaching

Welche Aufstellung überlegt sich Trainer Claus Schromm für das erste Spiel? ©Imago/foto2press

Der Trainer

Claus Schromm musste seine aktive Karriere wegen einer Verletzung früh beenden und stieg dann als Jugendtrainer bei den Hachingern ein. Nachdem er über fünf Jahre die A-Junioren des TSV 1860 München betreute, kehrte er zur SpVgg zurück, wurde Coach der Herren, dann sportlicher Leiter.

Seit 2015 betreut Schromm wieder die Profis der Hachinger. Nachdem es in der ersten Saison vor allem in der Hinrunde überhaupt nicht rund lief, steigerte sich die Mannschaft unter ihm beständig – der Lohn dafür war der verdiente Aufstieg in die dritte Liga.

Die mögliche Startelf

Im Vergleich zur letzten Saison wird sich nicht viel verändern. Das von Schromm bevorzugte 4-2-3-1 System werden wir auch in der dritten Liga sehen.

Der langzeitverletzte Kapitän Josef Welzmüller kehrt zurück, Routinier Maximilian Nicu, der zuletzt als Innenverteidiger aushelfen musste, kann daher wieder ins Mittelfeld aufrücken. Auf der linken Defensivseite kämpfen Max Dombrowka und Rückkehrer Thomas Hagn um einen Stammplatz.

Unumstritten ist die Achse Stahl-Bigalke-Hain. Auch Jim-Patrick Müller dürfte auf rechts gesetzt sein, genau wie Vorbereiter Thomas Steinherr auf links.

Problematisch könnte es noch auf der Torwart-Position werden, da Hachings Nummer 1 Stefan Marinovic mit einem Abgang liebäugelt. Korbinian Müller wäre sein Ersatz, er war in der letzten Saison allerdings nur „Teilzeit-Spieler“, da er gleichzeitig ein Studium absolviert. Mögliche Aufstellung:
Marinovic – Bauer, Winkler, Welzmüller, Hagn – Stahl, Taffertshofer – Müller, Bigalke, Steinherr – Hain

Fazit

Während sich bei anderen Vereinen das Transferkarussell drehte, bemühte sich Haching nicht groß um Neuzugänge und vertraut auf sein Aufstiegs-Team.

In der Offensive ist die SpVgg blendend aufgestellt. Die in der Regionalliga wenig geforderte Defensive wird jedoch anderem Druck ausgesetzt sein und könnte daher etwas Umstellungszeit benötigen. Um sich in der dritten Liga zu etablieren und die Klasse zu halten wird es vermutlich reichen. Dann können die selbstbewussten Bayern in den nächsten Jahren ihr Ziel zweite Liga angehen.

Prognose (anhand festgelegter Kategorien): Enge Kiste

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