Stoll & Co.: Das ist aus den Ex-Preußen geworden

Stoll studiert, Grimaldi trifft und Rizzi führt an

Kann in Ulm den Fußball mit einem Medizin-Studium verbinden: Lennart Stoll.

Lennart Stoll (v.) verließ Münster vor der Saison in Richtung Ulm. ©Imago/Eibner

Neun Abgänge hatte Preußen Münster in diesem Sommer zu verzeichnen. Einer von ihnen ist Lennart Stoll. Der gebürtige Münsteraner wechselte in die Regionalliga zum SSV Ulm. Wie es dort wie ihn läuft hat er uns in einem kurzen Interview verraten. Auf die anderen acht Spieler werfen wir weiter unten einen Blick.

Herr Stoll, Sie haben sechs Jahre bei Preußen Münster gespielt – drei in der Jugend, drei bei den Profis. Wieso haben Sie nach dieser Zeit die Preußen verlassen?
Lennart Stoll: „Der Hauptgrund war eigentlich, dass ich die Möglichkeit hatte, in Ulm ein Medizinstudium beginnen zu können. Es ist halt grundsätzlich mein Ziel gewesen, Medizin zu studieren. Dazu kam dann noch, dass meine Spielzeiten sozusagen stagnierten und es schien, dass sich daran auch nichts mehr ändert. Da kam das Studium eben sehr gelegen. Ich wollte ohnehin mal raus aus Münster und einen Neuanfang starten.“

Der Start in Ulm war gut, doch dann haben Sie sich verletzt. Wie sehr wirft einen solch eine Verletzung beim Einleben im neuen Umfeld zurück?
Stoll: „Ich muss sagen, der Start hier war wirklich sehr, sehr gut. Die Mannschaft ist super offen und ich habe schnell Anschluss gefunden. Auch sportlich war der Anfang sehr gut. Wir haben die ersten vier Spiele nicht verloren und dann gab es natürlich noch das Highlight mit dem DFB-Pokal. Das hilft natürlich auch beim Einleben.

Aber klar wirft einen die Verletzung dann wieder etwas zurück. Ich war dann auch zur Reha erst mal wieder für drei Wochen in Münster. Mittlerweile bin ich aber nach Ulm zurückgekommen, da ich wieder bei der Mannschaft sein und hier meine Reha weitermachen wollte.“

Man merkt einfach, dass es mit dem Verein aufwärts geht. (über die Entwicklung des SSV Ulm)

Was sind denn – trotz der Verletzung – Ihre persönlichen Ziele mit dem SSV Ulm in dieser Saison?
Stoll: „Ich finde, dass wir einfach eine richtig gute Truppe haben. Wir stehen grade auf einem für uns guten zweiten Platz. Wenn man bis zum Winter da oben in der Spitzengruppe dabeibleiben kann, wäre das optimal. Damit man hier auch wieder eine kleine Euphorie entfacht. Man merkt einfach, dass es mit dem Verein aufwärts geht. Und ich persönlich möchte natürlich einfach am liebsten so schnell wie möglich wieder auf den Platz und spielen.“

Nicht nur in den drei Wochen Reha in Münster, sondern generell: Wie intensiv verfolgen Sie den aktuellen Verlauf Ihres Ex-Teams? Gibt es noch viel Kontakt zu den alten Mannschaftskollegen?
Stoll: „Da gibt es noch recht viel Kontakt. Gerade da ich auch aus Münster stamme, habe ich noch sehr oft Kontakt zu einigen von den Jungs – Fabian Menig, Ole Kittner oder auch Danilo Wiebe. Der Kontakt reißt auch nicht ab. Ich freue mich immer wieder, wenn ich in Münster bin und die Jungs sehe. Daher verfolge ich auch, was die Jungs Woche für Woche auf dem Spielfeld machen.

Die übrigen Abgänge:

Adriano Grimaldi
Der Mittelstürmer ist auch weiterhin in der 3. Liga aktiv und geht für 1860 München auf Torejagd. Das mit dem gewohnten Erfolg: In sieben Ligaspielen erzielte der gebürtige Göttinger bisher zwei Treffer und bereitete sechs weitere Tore vor.

Sebastian Mai
Verletzungsbedingt verpasste er fast die komplette Rückrunde und wechselte im Sommer nach Halle. Dort musste er zu Beginn eine Rotsperre aus der alten Saison absitzen, meldete sich dann aber mit je einem Tor in seinen ersten beiden Ligaspielen eindrucksvoll zurück.

Jeron Al-Hazaimeh
Der Linksverteidiger blieb der Liga erhalten und steht mittlerweile in Lotte unter Vertrag. Nach drei Startelfeinsätzen, in denen die Sportfreunde immer als Verlierer vom Platz gingen, kam der 26-Jährige bei den Siegen über Karlsruhe und Zwickau nur noch von der Bank.

Michele Rizzi
Mit seiner Erfahrung soll er der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg in der Regionalliga helfen, und das gelingt dem 30-Jährigen eindrucksvoll. Die Wölfe sind mit einer Tordifferenz von +24 Tabellenführer nach zehn Spieltagen. Rizzi absolvierte jede Partie und steuerte drei Tore und fünf Vorlagen bei.

Nils Körber
Der Torhüter war von Hertha BSC ausgeliehen und wurde nach seiner Rückkehr in die Hauptstadt direkt nach Osnabrück weiterverliehen. Für den VfL absolvierte er sechs Partien in der 3. Liga, ehe ihn ein Muskelfaserriss außer Gefecht setzte.

Luis Klante
Der 19-jährige Torhüter schloss sich dem Regionalligisten Verl an und ist dort die Nummer zwei hinter Robin Brüseke. In der Liga wartet er noch auf einen Einsatz, dafür stand er im Landespokal in zwei Spielen zwischen den Pfosten und kassierte dabei einen Gegentreffer.

Stéphane Tritz
Nach drei Jahren in Münster wurde der Vertrag des Franzosen nicht verlängert, er ist derzeit ohne Verein.

Nico Rinderknecht
Der 20-Jährige kehrte nach Leihende zu seinem Stammverein Ingolstadt zurück, schaffte es aber bisher nur einmal auf die Bank des Zweitligisten und blieb dabei ohne Einsatz. Für die zweite Mannschaft lief er zwei Mal in der Regionalliga auf.

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