Türkgücü München: Teamcheck

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Autor: Simon Thijs Veröffentlicht: Sonntag, 30.08.2020 | 07:30
Benedikt Kirsch von Türkgücü München

Benedikt Kirsch blühte bei Türkgücü auf. ©Imago images/Lackovic

Türkgücü München hatte sich als Aufsteiger aus der Bayernliga gleich auch in der Regionalliga an die Spitze gesetzt und teils komfortabel geführt. Zuletzt schwand der Vorsprung etwas, doch als die Saison wegen Corona abgebrochen wurde, stand der Aufstieg fest. In der 3. Liga wird es sicher nicht leichter.

Kader & Transfers

Auch den Verantwortlichen bei Türkgücü ist bewusst, dass die 3. Liga nochmal eine andere Qualität verlangt. Deswegen ließ man selbst Leistungsträger wie Kasim Rabihic (elf Tore) und Patrick Hasenhüttl (13 Tore) ziehen, um sie durch gestandene Drittliga-Profis zu ersetzen. Die übrigen Abgänge waren eher Ergänzungspieler.

In der Offensive kamen dafür die beiden erfahrenen Mittelstürmer Petar Sliskovic und Tom Boere, aus dem offensiven Mittelfeld bekommen sie Unterstützung von Daniele Gabriele, der mit Jena eine unglückliche Saison erlebte, aber persönlich mit neun Treffern durchaus erfolgreich war. Ebenfalls hinter den Spitzen zu Hause ist Alexander Laukart, der schon auf Einsätze in der niederländischen Eredivisie verweisen kann.

Mit Philipp Erhardt wurde die Sechser-Position um einen Spieler mit über 100 Partien in der österreichischen Bundesliga ergänzt, mit 90 an der Zahl hat Rechtsverteidiger Stefan Stangl davon kaum weniger vorzuweisen. Für die Abwehr kamen zudem Yi-young Park von Zweitligist St. Pauli und Aaron Berzel von 1860 München. Im Tor dürfte fortan René Vollath stehen, der zuletzt bei Uerdingen einige seiner 148 Drittliga-Spiele bestritt. Damit sind nur diejenigen Neuzugänge von höherklassigen Klubs genannt.

Das vorhandene Personal, das wie Flügelspieler Sercan Sararer oder die Mittelfeldmotoren Benedikt Kirsch und Marco Holz ebenfalls schon in und über der 3. Liga spielte, bekommt also einiges an Konkurrenz.

Die aktuelle Form

Trotz oder vielleicht wegen der vielen neuen Kräfte lief es in der Vorbereitung besonders offensiv noch nicht rund. Zu zwar achtbaren Ergebnissen wie dem 0:0 gegen Jahn Regensburg und dem 1:0 über die Grasshoppers Zürich kam ein 1:4 gegen den FC Augsburg. Das veranlasste den Klub auch nochmal in Form von Petar Sliskovic im Sturm nachzubessern.

Mit dem neuen Mann reichte es gegen den 1. FC Nürnberg zu einem 1:2. Zu erkennen war jedenfalls in allen Spielen, dass sich Trainer Alexander Schmitt bereits bemüht, eine feste Formation einspielen zu lassen.

Stärken & Schwächen

Alleine die Namen lassen kaum anderes zu, als den Angriff zum stärksten Mannschaftsteil Türkgücüs zu erklären. Tom Boere hat seine Treffsicherheit bei Uerdingen und in den Niederlanden nachgewiesen, bekam in Sliskovic noch einen starken Konkurrenten, Laukart, Sararer und Gabriele stehen ebenfalls für Torgefahr. Auch defensiv steht Türkgücü aber gut, ließ nach neun Gegentoren in den ersten sechs Saisonspielen kaum noch etwas zu.

Negativ auswirken können sich jedoch einmal der große Umbruch, der sicherlich auch zu Unzufriedenheit im Kader führen wird. Zum anderen ist die Stadionfrage ein Nachteil, denn Türgücü hat nach jetzigem Stand keine feste Heimstätte. Das Grünwalder Stadion ist überbelegt, als Alternative muss unter anderem das Olympia Stadion herhalten. Auch ein eigenes Trainingsgelände hat der Klub nicht.

Alexander Schmidt von Türkgücü München

Alexander Schmidt muss hohe Erwartungen erfüllen. ©Imago images/Kolbert Press

Der Trainer

Alexander Schmidt tritt ein schweres Erbe an. Aufstiegstrainer Reiner Maurer wurde für viele unverständlich nicht mit in die 3. Liga genommen. Wie ein Großteil seiner Spieler hat auch Schmidt Erfahrung in höheren Ligen vorzuweisen.

Bis auf die 26 Spiele, die er bei 18600 München in der 2. Bundesliga verbrachte, ist seine Bilanz aber eher negativ. Bei Jahn Regensburg war 2014/15 nach nur drei Siegen in 17 Spielen Schluss, in der Österreichischen Bundesliga bei St. Pölten kam das aus in diesem Jahr nach ebenfalls nur drei Erfolgen in 22 Partien.

Sein Fokus liegt auf einer geordneten Defensive, immer wenn seine Mannschaften das umsetzen konnten, lief es für ihn. Bei Türkgücü wird es für ihn vor allem darum gehen aus den individuell starken Profis eine Einheit zu formen.

Die mögliche Startelf

Voraussichtliche Aufstellung von Türkgücü München

Voraussichtliche Aufstellung von Türkgücü München

 

Fazit & Prognose

Die individuelle Qualität ist hoch, Erfahrung ist genug vorhanden. Daher gehen wir davon aus, dass der Aufsteiger recht entspannt die Klasse hält und sich um Platz 13 herum einsortieren wird.

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