Unterhaching: Keine Winter-Neuzugänge

Schwabl will noch mehr auf die Jugend setzen

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Montag, 28.12.2020 | 08:52
Manfred Schwabl bei der SpVgg Unterhaching

Analysiert die Situation im Verein: SpVgg-Präsident Manfred Schwabl. ©Imago images/Kirchner-Media

Platz zwölf steht für die SpVgg Unterhaching nach 15 gespielten Partien zu Buche, 20 Punkte bedeuten eine um acht Zähler schlechtere Ausbeute als zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Saison. Dabei wollte sich der Aufsteiger von 2017 eigentlich behutsam entwickeln, um mittelfristig den Aufstieg in die 2. Bundesliga zu schaffen. 

Gerade in der Rückrunde der Vorsaison wurde in der Münchner Vorstadt nachjustiert, teils verdiente Spieler aussortiert und Claus Schromm vom Trainerstuhl auf den Posten des Sportlichen Leiters gesetzt, wo er gemeinsam mit Präsident Manfred Schwabl für Transfers verantwortlich war und beide “in der einen oder anderen Personale kein glückliches Händchen gehabt” hätten, wie Schwabl selbst nun im Kicker (Ausgabe vom 28.12.2020) einräumt. 

Bezeichnend: Die Spielvereinigung hat inklusive der Jugendspieler einen Kader von 38 Kickern – aber nur 22 davon standen in dieser Saison auf dem Platz. Aufgrund der Quantität und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wolle Unterhaching “in der Winterpause gar nicht aktiv werden, was Neuverpflichtungen anbelangt”, so Schwabl, der indirekt das Saisonziel ausgibt, wenn er sagt, Unterhaching verfüge “über die Qualität, uns zumindest im Mittelfeld bewegen zu können”. 

Vorbild?

Sicherlich wird sich das Ziel 2. Bundesliga allerdings nicht geändert haben, wenngleich aus dem mittel- ein langfristiges Bestreben werden könnte. Wie aber gehen die Münchner Vorstädter dieses an? Allein beim Blick auf die Aufstellungen der letzten Wochen wird klar: Der eigene Nachwuchs hat wieder einen höheren Stellenwert. Mit Boipelo Mashigo feierte der erste Jugendspieler aus dem Jahrgang 2003 in der Hinrunde vier Einsätze, weitere Talente wie Niclas Anspach oder natürlich Torhüter Nico Mantl sind bereits etabliert. 

Ihnen sollen nach dem Willen Schwabls viele Hachinger Eigengewächse nachfolgen. Der Präsident gibt sich kompromisslos, wenn er sagt: “80 Prozent des Profikaders möchte ich ab der Saison 2022/23 aus dem eigenen Stall haben.” Die SpVgg Unterhaching also eine Art bayerisches Bilbao? Damit der Weg funktioniert, muss allerdings auch die Transferpolitik in den nächsten zwei bis drei Jahren wieder bessere Ergebnisse liefern.

Sicherlich möchte Unterhaching mit seinem Jugend-Vorstoß auch als gutes Beispiel dienen. Erst jüngst sagte Schwabl im Bayerischen Rundfunk, die dritte Liga habe in Sachen Nachwuchsförderung „ihren Sinn verfehlt“. Damit mehr Vereine auf den Hachinger Zug aufspringen, braucht der Verein vor allem eins: Erfolg.