Unterhaching mischt die Karten neu

Münchner Vorstädter mittendrin im Aufstiegsrennen

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Montag, 24.02.2020 | 11:10
Dominik Stroh-Engel bei der SpVgg Unterhaching

Frechheit siegt: Die SpVgg Unterhaching (hier Dominik Stroh-Engel) liegt wieder auf einem Aufstiegsplatz. ©Imago images/Jan Huebner

In der Winterpause standen der MSV Duisburg sowie der FC Ingolstadt mit relativ komfortablen Vorsprung auf den Aufstiegsrängen eins und zwei, nicht wenige Experten hatten dieses Szenario vor der Saison vorausgesagt. Liefe es normal, hätten sich die beiden stark besetzten Teams weiter absetzen können – doch was ist in der dritten Liga schon normal?

Sowohl die Zebras als auch die Schanzer mussten in den letzten Wochen Federn lassen und das spülte nun den SV Waldhof Mannheim und die SpVgg Unterhaching wieder nach oben. Die Münchner Vorstädter rangieren momentan auf Rang zwei, also dort, wo sie seit dem 14. Spieltag nicht mehr standen.

Kehrtwende

Grund dafür ist die Form, die bei drei Siegen sowie zwei Remis nach der Winterpause exzellent ist. Hachings vermeintlich Schwäche in der Rückrunde wurde in der Winterpause viel zitiert, so oft, dass es Trainer Claus Schromm schon nervte, wie er sagte. Offenbar hat auch die Mannschaft dieses Thema angestachelt. Elf Punkte holten Hain und Co. in den fünf Spielen nach der Winterpause, zum Vergleich: Im letzten Jahr übertrafen sie diese Marke erst am 38. Spieltag.

Gründe für die Leistungssteigerung bei den Münchner Vorstädtern gibt es viele. So zählt die SpVgg Unterhaching was die Anzahl an Drittliga-Partien ihrer Spieler angeht, zu den erfahrensten Mannschaften der Liga, die Fehler des Gegners wie beim 5:3 in Halle gesehen, auszunutzen weiß.

Durch den breiten Kader kann Unterhaching auch Leistungsträger scheinbar mühelos ersetzen. So fiel etwa gegen Halle das Fehlen von Luca Marseiler, Lucas Hufnagel sowie Winter-Neuzugang Felix Müller – allesamt bei vollständig erlangter Fitness Startelfkandidaten – nicht weiter ins Gewicht.

Situation wie beim Schafkopf

Dieser Fakt hängt eng mit der Unberechenbarkeit des Schromm-Teams zusammen, wo sich in der Vergangenheit zu viel auf Sascha Bigalke und Stephan Hain konzentrierte. Dass beide in Halle nur auf der Bank saßen, zeigt die Leistungsdichte bei der SpVgg.

In Unterhaching ist die Situation also momentan wie beim in Oberbayern so beliebten Kartenspiel Schafkopf: Die SpVgg hat ein gutes Blatt auf der Hand, Aspekte wie die Form oder die bei nur einer Niederlage auf fremden Plätzen vorhandene Auswärtsstärke spielen den Münchner Vorstädtern in die Karten.

Frisches Kapital?

Gleichermaßen wissen sie auch in Unterhaching, dass noch nicht alles Gold ist, was glänzt. So gewannen Heinrich und Co. nur fünf ihrer 13 Heimspiele – es ist ein Aspekt, wo die SpVgg ansetzen muss, wenn sie den ganz großen Wurf, den Aufstieg, der mittelfristig angepeilt ist, schon in dieser Saison realisieren will. Jedenfalls: In den letzten sieben Spielzeiten stieg das beste Heimteam der Liga auch auf. Dass das Thema Heimschwäche bisher eigentlich keines ist, zeugt von einem weiteren Vorteil in Unterhaching: Der Ruhe im Umfeld.

Die SpVgg arbeitet fast im Stillen fleißig an ihrer Zukunft und ist dabei wahrlich nicht untätig. So soll laut Bild (Ausgabe vom 24. Februar 2020) eine Kapitalerhöhung anstehen, durch die die der Verein 4,7 Millionen Euro erhalten könnte.

Es wäre ein Meilenstein für die langfristigen Planungen in Unterhaching. Kurzfristig muss die Schromm-Elf allerdings weiterhin auf dem Platz bestehen. Am Freitag ist die U23 des FC Bayern zu Gast und diese ist momentan sogar noch einen Tick besser in Form als Unterhaching. Wer am Ende den besseren Trumpf – um beim Schafkopf zu bleiben – in der Hand hat, wird sich zeigen.

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