VfB Lübeck und der Schalter der 61. Minute

Statistischer Höchstwert für die Hansestädter

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Sonntag, 27.12.2020 | 09:13
Martin Röser beim VfB Lübeck

Martin Röser und Co. mussten den Ball schon oft aus dem Tor fischen. ©Imago images/pmk

Nach einem beeindruckenden Zwischenspurt mit vier Siegen in Folge an den Spieltagen acht bis elf musste der VfB Lübeck zum Jahresausklang zwei Niederlagen hinnehmen. Noch vor dem jüngsten 0:2 gegen den SV Meppen war die 2:4-Pleite gegen Wehen Wiesbaden beispielhaft für eine interessante Statistik.

Gegen den SVWW führte der VfB Lübeck zwar zur Halbzeit mit 2:1, gab das Spiel allerdings durch zwei Gegentreffer in der 68. und 70. Minute wieder ab. Dass die Tore genau in diesem Zeitraum fielen, ist kein Zufall.

Bereits elf Gegentreffer kassierte der VfB Lübeck zwischen der 61. und der 75. Minute in der laufenden Saison – kein anderer Drittligist musste in einem 15-Minuten-Abschnitt den Ball so oft aus dem eigenen Kasten holen. Umgemünzt auf die Gesamtzahl an kassierten Treffern (25) bedeutet das: Der VfB Lübeck bekommt 44 Prozent seiner Gegentore, wenn der Zeiger die 61. Minute einläutet und die 75. beendet.

Zeit für Verbesserungen

Das allein wäre nicht schlimm – wenn die Nachlässigkeiten in dieser Phase nicht regelmäßig Punkte kosten würden. Nicht nur gegen Wehen Wiesbaden gab der VfB in dieser Phase das Spiel aus der Hand, das gleiche war bereits gegen Türkgücü München sowie gegen den Halleschen FC der Fall.

Mit den eingangs angesprochenen vier Spielen, von denen drei ohne Gegentor bewältigt wurden, schien das Problem der späten Gegentreffer durch eine disziplinierte Arbeit gegen den Ball gelöst.

Allerdings musste VfB-Keeper Lukas Raeder in den letzen beiden Partien sechsmal hinter sich greifen. Die kurze Winterpause sollte beim VfB Lübeck genutzt werden, um an bereits gezeigte stabile Defensivleistungen anzuknüpfen und damit auch zwischen der 61. und 75. Minute wieder sicherer zu stehen.