VfL Osnabrück: Heider ab 23. August vor Gericht

Mitangeklagter im Manipulationsskandal

Wegen versuchter Erpressung angeklagt: VfL-Spieler Marc Heider

Ab August vor Gericht: VfL-Profi Marc Heider (Foto: imago)

Marc Heider geht beim VfL Osnabrück mit einem schweren Rucksack in die Vorbereitung auf die neue Saison. Über ein Jahr nach der Aufdeckung des Manipulationsskandals bei den Niedersachsen beginnt nach Informationen der Neuen Osnabrücker Zeitung am 23. August vor dem Amtsgericht Osnabrück der Prozess gegen den VfL-Offensivspieler und seine früheren Teamkollegen Tobias Willers und Addy Menga.

Heider muss sich laut Anklage ebenso wie Menga wegen versuchter Erpressung in einem Fall verantworten. Hauptbeschuldigter ist allerdings Willers, dem die Staatsanwaltschaft das gleiche Delikt in drei Fällen zur Last legt.

Prozess erst nach Beschwerde beim Landgericht

Das Hauptverfahren ist zu Jahresbeginn erst auf Beschwerde der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Osnabrück zugelassen worden. Zuvor hatte das Amtsgericht einen entsprechenden Antrag der Anklagebehörde zurückgewiesen.

Grundlage des Strafprozesses ist das Gesetz gegen Sportbetrug. Die beschuldigten Spieler seien „verdächtig, zumindest billigend die Vorstellung hervorgerufen zu haben, sich im Falle einer abschlägigen Antwort nicht im gleichen Maße für den eigenen sportlichen Erfolg einzusetzen“, hatte das Landgericht im vergangenen Januar seine Entscheidung für die Eröffnung eines Hauptverfahrens begründet. Es bestehe außerdem ein „hinreichender Tatverdacht hinsichtlich des Straftatbestandes der versuchten Erpressung“, hieß es weiter.

Das angeklagte Trio hatte vor dem letzten Spiel der abgelaufenen Saison gegen den SC Paderborn Kontakt zu Kollegen bei Paderborns damaligen Abstiegsrivalen Werder Bremen II und Rot-Weiß Erfurt aufgenommen und Geld für einen Sieg gegen den SCP erlösen wollen. Bremen und Erfurt waren im Abstiegskampf für den eigenen Klassenerhalt auf Punktverluste der Ostwestfalen angewiesen.

Ein Whistleblower allerdings durchkreuzte den Plan der Beschuldigten. Noch vor Osnabrücks Begegnung mit Paderborn wurden alle drei Spieler kaltgestellt und später vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit Sperren sowie Geldstrafen belegt.

Heider ist als Einziger der drei Spieler weiter für Osnabrück aktiv. Menga und Willers bekamen von den Niedersachsen nach Ablauf ihrer Verträge keine neuen Kontrakte.

Willers schloss sich nach Ende seiner in zweiter DFB-Instanz von sechs auf drei Monate verkürzten Sperre dem West-Regionalligisten Viktoria Köln an. Menga wechselte zum ebenfalls viertklassigen BSV Rehden.

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