VfR Aalen: Teamcheck 2018/19

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Thorben Rehfeldt bejubelt einen Treffer für den VfR Aalen

Bleibt der VfR ein ekliger Gegner oder wird nun auf Angriff gespielt? ©Imago/ Eibner

Die vergangene Spielzeit war die letzte unter Peter Vollmann, der drei Jahre die sportlichen Geschicke des VfR geleitet hatte. Zwischenzeitlich dank enormer Heimstärke sogar mal in Reichweite zu den Spitzenplätzen, war die Abschiedssaison des beliebten Übungsleiters sehr gelungen. Stolze 50 Punkte sammelten die Aalener.

Dennoch hatte sich die Vereinsführung entschieden, mit einem neuen Trainer für frischen Wind in der neuen Saison zu sorgen. Die Ambitionen an der Ostalb sind also offenbar andere, als ein solider Mittelfeldplatz. Ob für den VfR Aalen mehr drin ist, haben wir im Liga-Drei.de Teamcheck analysiert.

Kader & Transfers

Im Mittelfeld gab es einen starken Aderlass. Vier Stammspieler aus diesem Mannschaftsteil suchten andere Orte auf. Neu kamen dafür Royal-Dominique Fennell vom HFC und Patrick Funk vom Auftaktgegner Wehen Wiesbaden sowie der aus der französischen 2. Liga verpflichtete Mart Ristl.

Der wichtigste Spieler der letzten Jahre, Matthias Morys, blieb dem Verein erhalten. Um die Sturmposition neben ihm kämpfen hauptsächlich Neuzugang Myroslav Slavov und Luca Schnellbacher.

Die Abwehr wurde nach dem Abgang von Robert Müller um Marian Sarr sowie den Franzosen Yannis Letard ergänzt. Sarr allerdings fällt wohl zunächst mit einer Knöchelverletzung aus. Die Außenbahn soll Marvin Büyüksakarya, der letzte Saison noch beim SC Wiedenbrück aktiv war, absichern.

Die aktuelle Form

Nach einigen hohen Siegen über unterklassige Teams folgten mit den Tests gegen die U23 des VfB Stuttgart (1:1) und die Stuttgarter Kickers (1:0) erste Prüfsteine. Trainer Argiriois Giannikis war hier vor allem mit dem Spiel nach vorne schon zufrieden, sah aber noch Verbesserungsbedarf in der Defensive.

Die Generalprobe gegen Holstein Kiel am heutigen Samstag (21.7.) war trotz der 0:1-Niederlage gelungen, da der VfR einmal mehr offensiv überzeugte. Im Hinblick auf den ersten Spieltag rückt in der kommenden Woche „die Frische der Mannschaft in den Mittelpunkt“, wie Coach Giannikis sagt.

Stärken & Schwächen

Zu Hause hui, auswärts pfui – so kann man das letzte Jahr des VfR beschreiben. Warum dem so war, ist dann schon schwieriger zu sagen. Schließlich hatten unter Vollmann gerade zu Hause eine kompakte Abwehr und schnelle Konter über Morys und Schnellbacher für die Punkte gesorgt. Diese Taktik wäre für Auswärtsspiele, in denen der Gegner noch mehr gefordert ist, eigentlich ebenfalls erfolgversprechend gewesen.

Vielleicht ist die Abhängigkeit von Matthias Morys eine Erklärung: Von seinen 13 Toren erzielte er nur zwei außerhalb von Aalen – in beiden Spielen verlor der VfR nicht. Wenn der Linksfuß über mehrere Wochen nicht traf, konnte Aalen nur selten gewinnen. So gelang dem Goalgetter ab dem 28. Spieltag kein Treffer mehr und Aalen gewann in diesem Zeitraum nur drei Partien.

Argirios Giannikis beim Training des VfR Aalen

Argirios Giannikis tritt in Aalen ein schweres Erbe an. ©Imago/Eibner

Der Trainer

Argirios Giannikis ist ein neues Gesicht in der 3. Liga. Der 38-Jährige war Co-Trainer beim KSC und in Ingolstadt, bevor er bei RW Essen im letzten Oktober das Kommando erhielt. Die Ergebnisse waren gut, bis sein bevorstehender Wechsel bekannt wurde. Danach ging es abwärts und der Verein trennte sich noch im April vorzeitig von ihm.

Als junger Trainer wird Giannikis es schwer haben, das Erbe von Vollmann anzutreten. Als ehrgeiziger Typ wird er aber sicher versuchen, der Mannschaft seinen etwas offensiveren Stempel aufzudrücken. Von der Vereinsführung hat er dafür zunächst volle Rückendeckung. Das Umfeld in Aalen ist generell ruhig, sodass er die nötige Zeit bekommen sollte.

Die mögliche Startelf

Giannikis bevorzugt ein 3-5-2, wobei in der Defensive eher eine Fünferkette agiert. Gesetzt ist auf der Ostalb natürlich Matthias Morys. Marcel Bär scheint es dem neuen Trainer in einer Zehner-Rolle angetan zu haben. 

Die voraussichtliche Startelf: Daniel Bernhardt – Torben Rehfeldt, Thomas Geyer, Yannis Letard – Sascha Traut, Patrick Funk, Marcel Bär, Mart Ristl, Marvin Büyüksakarya – Matthias Morys, Luca Schnellbacher

Fazit & Prognose

Es dürfte eine Weile dauern, bis die Mannschaft die Richtlinien des neuen Trainers verinnerlicht hat. Giannikis muss dafür sorgen, dass auswärts mehr gepunktet und im Offensivspiel die Last auf mehrere Schultern verteilt wird. Klappt dies, ist ein einstelliger Tabellenplatz drin, ansonsten geht der Blick eher ins hintere Tabellenmittelfeld.

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