Viktoria Aschaffenburg: Gegen Würzburg „Spiel des Jahrzehnts“

Interview mit Trainer Jochen Seitz

Jochen Seitz an der Seitenlinie bei Viktoria Aschaffenburg

Will den Favoriten ärgern: Aschaffenburg-Coach Jochen Seitz. ©Imago images/Peter Kolb

Der gebürtige Unterfranke Jochen Seitz begann seine fußballerische Karriere bei Viktoria Aschaffenburg und zog von dort aus in die deutsche Fußballwelt. Über 162 Bundesliga-Spiele sammelte er, dazu kommen über 70 Einsätze in Liga zwei.

Nach seiner aktiven Karriere kehrte Seitz nach Aschaffenburg zurück und führte die Viktoria als Trainer in die Regionalliga. Jetzt steht mit dem Landespokal-Endspiel gegen Würzburg ein Highlight an. Wie Aschaffenburg die Kickers schlagen kann, verrät uns Seitz im Interview.

Herr Seitz, am 25. Mai kommt es zum Landespokalfinale im heimischen Aschaffenburger Stadion am Schönbusch. Wie groß ist die Euphorie im Umfeld bereits?
Jochen Seitz: „Die ist relativ groß. An den ersten ein, zwei Tagen des Vorverkaufs hatten wir schon über 2.500 Karten abgesetzt. Also wir hoffen schon, dass das Stadion voll wird. Die Zuschauer und auch wir als Mannschaft natürlich fiebern diesem Highlight entgegen.“

Im Endspiel warten die Würzburger Kickers, es kommt also zum unterfränkischen Derby. Hat das Spiel deshalb noch einen höheren Stellenwert?
Seitz: „Der Stellenwert ist sowieso sehr hoch, wenn man in einem Pokalfinale steht und den DFB-Pokal erreichen kann. Ich glaube, es ist ein Spiel des Jahrzehnts für uns. Das hat die Stadt Aschaffenburg auch in dieser Form seit 20, 30 Jahren nicht mehr gesehen. Wir wollen natürlich alles dafür tun, dass es ein tolles Fußball-Fest wird, und vielleicht schaffen wir ja sogar die Sensation.“

Nur in der Defensive stehen wird uns nicht viel weiterhelfen. (über die Herangehensweise)

Würzburg zeigte sich in der Rückrunde vor allem offensiv gefährlich. Wie wollen Sie die Angriffsbemühungen des FWK stoppen?
Seitz: „Ich hatte mich zu Saisonende noch nicht so arg mit den Würzburgern beschäftigt, da wir zu diesem Zeitpunkt ein Endspiel um den Klassenerhalt hatten, das wir Gott sei Dank gewonnen haben. Dann hatten wir noch Augsburg vor der Brust und haben uns danach aber intensiv mit den Würzburger Kickers beschäftigt.

Meine Mannschaft wird mit Sicherheit eine tolle Leistung abliefern. Natürlich müssen wir auch sehen, wie wir die Würzburger stoppen können. Das wird eine Mammutaufgabe für uns, da die Kickers zurzeit gut drauf und in diesem Spiel natürlich der haushohe Favorit sind.“

Gleichzeitig waren die Kickers in der 3. Liga defensiv nicht immer stabil. Wie kann Ihre Mannschaft gegen Würzburg zum Erfolg kommen?
Seitz: „Wir haben auch unsere Qualitäten, die wir ins Spiel einbringen wollen. Nur in der Defensive stehen wird uns nicht viel weiterhelfen. Wir wollen natürlich schon kompakt stehen, das ist klar, aber eben auch Nadelstiche nach vorne setzen.

Gegen 1860 München ist das ganz gut aufgegangen. Wir müssen eine gesunde Mischung finden aus einem konstanten Defensivverhalten und unseren guten Offensivspielern. In der einen oder anderen Situation können wir die Kickers schon ärgern.“

Müssen sofort die Zuschauer mit ins Boot nehmen. (über mögliche Erfolgsfaktoren)

Individuell ist der FWK sicherlich besser besetzt als Viktoria. Welche Attribute muss Aschaffenburg liefern, um diese individuelle Unterlegenheit auszugleichen?
Seitz: „Wir müssen sofort die Zuschauer mit ins Boot nehmen, die Zweikämpfe annehmen und uns gegenseitig helfen. In diesem Spiel muss für uns eigentlich alles passen, damit wir eine Chance haben. Wir müssen vorne konsequent unsere Chancen ausnutzen und hinten sehr, sehr stabil verteidigen.

Wenn wir alles auf den Platz bringen, was wir uns vornehmen, haben wir vielleicht eine kleine Chance. Aber wie gesagt, es wäre die größte Sensation seit Jahren, wenn wir in den DFB-Pokal einziehen. Aber die Chance ist da, es geht bei 0:0 los und wir werden auf jeden Fall heiß sein.“

Der Finaleinzug wurde gegen 1860 München errungen. Wie viel Selbstvertrauen gibt der Sieg über die Münchner Löwen für das Endspiel?
Seitz: „Wir haben auf jeden Fall gesehen: Wenn wir alles auf den Platz bringen, wenn wir die Emotionen auf den Platz bringen, vorne unsere Chancen effektiv nutzen und hinten gut verteidigen, dann haben wir gegen viele Mannschaften eine Chance. Das müsste auch gegen Würzburg so sein, dass wir unsere Chancen bekommen werden. Aber wie gesagt, es muss ein wunderbarer Tag sein für uns und da muss alles passen.“

Pokalspiele haben oft einen speziellen Charakter, so heißt es. Sie haben in Ihrer Karriere viele Pokalspiele bestritten. Was können Sie der Mannschaft in dieser Hinsicht mitgeben?
Seitz: „Die Mannschaft muss es genießen. Sie muss Spaß am Fußball haben, und auch Spaß daran entwickeln, das eigene Tor zu verteidigen. So häufig kommt es auch nicht vor, dass man live in der ARD gezeigt wird. Das ist ein absolutes Highlight für jeden meiner Spieler, das müssen sie auf dem Platz zeigen. Nicht nur den Spaß, sondern auch, dass sie hart arbeiten. Es ist das letzte Spiel vor der Pause, da werden wir nochmal alles raushauen.“

Herr Seitz, vielen Dank für das Gespräch!

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