Viktoria Köln: Dotchev vor Rekord-Spiel bescheiden

"Nicht selbstverständlich in diesem Beruf, so lange dabei zu bleiben“

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Dienstag, 26.05.2020 | 16:05

Pavel Dotchev bei Viktoria Köln

Mit der Partie gegen Braunschweig steht Dotchev an der Spitze der Drittliga-Rekordtrainer. ©Imago images/Herbert Bucco

Beim 2:1 gegen den SC Preußen Münster, unmittelbar bevor die 3. Liga ihren Spielbetrieb aufgrund der Corona-Krise einstellte, war es soweit: Pavel Dotchev stand zum 237. Mal an der Seitenlinie und stellte damit den Rekord von Peter Vollmann als Trainer mit den meisten Drittliga-Partien ein.

Natürlich kommt es nun zu einer dieser berüchtigten Geschichten, die nur der Fußball schreibt. Den alleinigen Rekord für die meisten Spiele als Trainer in Liga drei stellt Dotchev am Samstag auf, wenn seine Mannschaft in Braunschweig gastiert - wo der bisherige Rekordhalter Vollmann mittlerweile als Sportdirektor agiert.

Dotchev registriert seinen Rekord zwar, mißt im aber der aktuellen Situation geschuldet keine übermäßige Bedeutung bei. "Es ist nicht selbstverständlich in diesem Beruf, so lange dabei zu bleiben“, wird der erfahrene Fußballlehrer fast lapidar auf der Viktoria-Homepage zitiert.

Viel erlebt

Durchhaltevermögen zeichnet Dotchev jedenfalls aus. Der als Spielerfreund geltende Coach saß das erste Mal am 27. Juli 2008 in der dritten Liga auf dem Trainerstuhl. Das EM-Finale, in dem Deutschland gegen Spanien mit 0:1 verlor war erst wenige Wochen her, in den Charts belegte Kid Rock mit "All Summer long" die Nummer eins - und Dotchev fuhr mit dem SC Paderborn einen 4:1-Sieg ein.

Seitdem übernahm der heute 54-Jährige mehrere Aufgaben, ging zurück in seine Heimat Bulgarien, kehrte zurück nach Deutschland, zum SV Sandhausen, nach Münster und Aue - und führte den FC Erzgebirge in die 2. Bundesliga. Gleiches gelang ihm nicht mit Hansa Rostock.

Rasante Zeit in Köln

Die Anforderungen bei Viktoria Köln waren in dieser Saison andere, nämlich, den Klassenerhalt zu erreichen. Dafür wollten die Verantwortlichen „einen Trainer haben, der sich in der Materie der 3. Liga bestens auskennt", so Viktoria-Hauptsponsor Franz-Josef Wernze damals bei der Verpflichtung Dotchevs.

Diese zahlte sich für den Aufsteiger aus. Die Viktoria startete furios, sodass auch Liga-Drei.de sagte: Chapeau, Pavel Dotchev. Als es zwischenzeitlich aussah, als würden die Männer von der Schäl Sick nach unten durchgereicht, fingen sie sich wieder, gewannen die letzten drei Partien vor Corona allesamt.

Die Mission Klassenerhalt, Dotchev verfolgt sie akribisch und gibt auch das weiter: "Die Spieler haben dieses wichtige Ziel vor Augen", sagt er vor der Partie gegen Braunschweig. Obwohl dann keiner mehr Spiele als Trainer in Liga drei auf dem Buckel hat, kommt auch auf Dotchev mit dem Geisterspiel eine neue Erfahrung zu.

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