Viktoria Köln: Siege und Lernprozess

"Der Platzverweis war für uns nicht gut."

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Montag, 19.10.2020 | 09:07
Pavel Dotchev bei Viktoria Köln

Dirigent: Pavel Dotchev (r.) feierte mit der Viktoria auch in Meppen einen Sieg. ©Imago images/foto2press

1:0 gewann Viktoria Köln am gestrigen Sonntag beim SV Meppen und blieb damit zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor. Die Stabilität bringt Punkte, dazu kommt für die Viktoria derzeit das viel zitierte Matchglück, speziell am verschossenen Elfmeter des SVM festzumachen.

Überzahl als Herausforderung

Nach fünf Spieltagen belegt Viktoria Köln jetzt Platz drei der Tabelle, dort stand sie zuletzt nach dem 9. Spieltag der Vorsaison. Trotz des guten Laufs wird Trainer Pavel Dotchev nicht müde, seiner Mannschaft das Verbesserungspotential aufzuzeigen.

War gegen den FC Ingolstadt noch das Verhalten nach einer Führung das Thema, leistete der Coach diesmal Nachhilfe in der Positionierung bei Überzahlsituationen. Ab der 22. Minute war die Viktoria gegen Meppen mit einem Mann mehr auf dem Feld, was sich allerdings zunächst als Nachteil herausstellte.

„Der Platzverweis war für uns nicht gut. Weil wir gar keinen Plan hatten, wie wir dann weiterspielen wollen“, so Pavel Dotchev auf der Pressekonferenz nach dem Spiel, wo er ins Detail ging: „Wir haben schon im Vorfeld gesagt, dass sich die äußeren Mittelfeldspieler zwischen Außenverteidiger und Innenverteidiger positionieren müssen, dass die Außenverteidiger Laufwege in die Tiefe überbrücken können. Mit einem Mann mehr haben wir die Außenräume nicht besetzt.“

Besondere Qualität

Allgemein attestierte Dotchev seiner Elf eine zu passives Auftreten nach dem Platzverweis für Meppens Thilo Leugers, nahm zur Halbzeit Umstellungen vor, für das Tor musste aber letztlich eine Standardsituation herhalten. Wie schnell sich eine Ausgangssituation drehen kann, sah der Coach dann ab der 73. Minute.

Zunächst sah Dominik Lanius die gelb-rote Karte, drei Minuten später Bernard Kyere, was auch bedeutet, dass beide Akteure in der kommenden Partie ausfallen. Das wird die nächste zu bestehende Aufgabe im Viktorianer Lernprozess sein, wobei eins feststeht: „Wir haben nicht unseren besten Fußball gespielt“, sagte Dotchev nach dem Spiel – doch trotz dessen zu punkten, ist genau die Qualität, die es braucht, um sich in Liga drei oben festzusetzen.