Weiter Unmut über Absteiger-Zuschuss

Ärger über Zweitliga-Solidaraktion wächst

Meppens Geschäftsführer Ronald Maul sieht Absteiger-Bonus kritisch

Befürchtet Ungerechtigkeit: SVM-Geschäftsführer Ronald Maul © imago/Karina Hessland

Der „Absteiger-Zuschuss“ für den 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig durch ihrer bisherigen Zweitliga-Konkurrenten schlägt in der 3. Liga weiter hohe Wellen. Zahlreiche Vereine unterstützten die erste Kritik von Christian Hock (SV Wehen Wiesbaden) und Helmut Sandrock (Karlsruher SC) an der sogenannten Solidar-Aktion für die beiden Ex-Meister.

Das ist ein brutaler Wettbewerbsnachteil. (Osnabrücks Geschäftsführer Jürgen Wehlend)

Geschäftsführer Jürgen Wehlend vom VfL Osnabrück bezeichnete die Finanzspritze für den FCK und die Eintracht in der Neuen Osnabrücker Zeitung „einen brutalen Wettbewerbsnachteil“. Sein Kollege Michael Schwetje von Fortuna Köln sprach wie auch schon Hock ebenfalls von Wettbewerbsverzerrung. „Das macht es für einen Nicht-Absteiger nochmal schwieriger, aus der 3. Liga herauszukommen“, sagte Schwetje im Fachmagazin Kicker (Heft 47 vom 07.06.2018).

Bonus für Misserfolg

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte zuletzt mit der Mitteilung über eine einmalige Solidaritäts-Aktion der Zweitligisten zugunsten von Kaiserslautern und Braunschweig aufhorchen lassen. Aus einem Fonds der Klubs erhalten die früheren Erstligisten über die obligatorischen 500.000 Euro aus dem Rettungsschirm für Zweitliga-Absteiger hinaus jeweils 600.000 Euro zur Abfederung der finanziellen Folgen ihres sportlichen Misserfolgs.

Beim SV Meppen sieht Geschäftsführer Ronald Maul die übrigen Drittligisten dadurch allerdings im Nachteil. „Wenn das Geld genutzt wird bei der Ansprache von Spielern, ist das nicht gerecht“, meinte der Ex-Profi. Kritisch bewerteten den ungewöhnlichen Bonus in einer Kicker-Umfrage auch seine Kollegen Michael Scharold (1860 München) und Thomas Deters (SG Sonnenhof Großaspach).

Wehlend verdeutlichte die Dimensionen der Zuschüsse anhand von Zahlen: Die Summe von 1,1 Millionen Euro „entspricht in etwa dem strukturellen Defizit, das ein durchschnittlicher Drittligist Jahr für Jahr aus eigener Kraft kompensieren muss“.

Nur beim ehemaligen Zweitligisten VfR Aalen sieht Präsidiumsmitglied Hermann Olschewski keinen Grund für Unmut: Die Boni seien für ihn keine Wettbewerbsverzerrung, sagte Olschewski: „Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass man nach einem Abstieg einen immensen Kostenblock hat, den man nicht von heute auf morgen los wird.“

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