Würzburger Kickers: Der Liga-Drei Teamcheck

Gelingt den Mainfranken der direkte Wiederaufstieg?

Sebastian Neumann Würzburger Kickers

Kapitän Sebastian Neumann geht mit den Kickers zurück in Liga drei. ©Imago

Was für eine Achterbahnfahrt für die Würzburger Kickers. Nach der Hinrunde der vergangenen Saison waren die Mainfranken sechster der zweiten Liga, nur fünf Punkte hinter dem VfB Stuttgart. Während die Schwaben jedoch in die erste Liga marschierten, stürzten die Kickers ab. Kein Sieg in der Rückrunde, nur zehn Tore – das bedeutete für Würzburg den Abstieg in die dritte Liga.

Um den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen, wurde beim FWK kein Stein auf dem anderen gelassen und alles hinterfragt. Liga-Drei.de zeigt Euch mit dem Teamcheck, ob das Aufstiegs-Ziel der Kickers realistisch ist. Am Ende des Artikels geben wir eine Prognose anhand festgelegter Kategorien ab.

Der Kader

16 Neuzugängen stehen ebenso vielen Abgängen gegenüber. Das bedeutet, der Würzburger Kader besteht zu zwei Dritteln aus neuen Spielern. Ziehen lassen mussten die Kickers wichtige Leistungsträger wie Rico Benatelli (Dynamo Dresden) und Clemens Schoppenhauer (St. Pauli).

Allerdings konnte der FWK erfahrene Neuzugänge verpflichten. Simon Skarlatidis kam vom Zweitligisten Aue, von Arminia Bielefeld verpflichtete Würzburg gleich drei Spieler mit Zweitliga-Erfahrung, die in der dritten Liga allesamt gehobenes Niveau darstellen. Zudem kamen Leistungsträger, wie Björn Jopek vom Chemnitzer FC oder Patrick Göbel vom FSV Zwickau.

Die Herausforderung für den Trainer Stephan Schmidt ist es nun, aus den erfahrenen Individualisten bis zum Saisonstart ein funktionierendes Kollektiv zu bilden.

Die aktuelle Form

Dass die Würzburger dabei auf einem guten Weg sind, zeigen die bisherigen Testspiel-Ergebnisse. Hohe, zweistellige Siege gegen die unterklassigen Gegner gelangen zwar nicht, aber dafür passierte den Kickers auch kein Ausrutscher. Zuletzt konnte die Schmidt-Elf sogar den rumänischen Erstligisten FC Botosani mit 1:0 bezwingen. Die wahren Generalproben stehen allerdings noch an, wenn es am morgigen Dienstag gegen den MSV Duisburg und drei Tage später gegen Bayer Leverkusen geht.

Stärken & Schwächen

Das Erfolgsgeheimnis der Würzburger Kickers lag in den vergangenen Jahren in der Defensive. Beim Aufstieg vor zwei Jahren hatten sie mit nur 25 Gegentoren die zweitbeste Abwehr der Liga. Auch in der Hinrunde der vergangenen Saison musste die Kickers-Defensive lediglich 15 Gegentreffer hinnehmen, bevor sich in der Rückrunde die Abwehr-Schleusen öffneten.

Eine stabile Verteidigung wird auch in der kommenden Saison das A und O sein, wenn es mit dem Aufstieg gelingen soll. Zu Beginn der Vorbereitung machte die Abwehr noch nicht den sichersten Eindruck, jedoch zeigte Würzburg beim 1:0 gegen Botosani eine reife Defensiv-Leistung.

Auch in der Offensive sollen die Kickers wieder gefährlicher werden. Coach Schmidt setzt bekanntlich auf ein schnelles Umschaltspiel, was vor allem den Neuzugängen Patrick Göbel und Dennis Mast zugute kommt. Beide Spieler brachten es zusammengenommen in der vergangenen Saison auf starke 31 Scorer-Punkte in der dritten Liga.

Stephan Schmidt von den Würzburger Kickers gibt Anweisungen

Trainer Stephan Schmidt setzt auf Pressing und schnelles Umschaltspiel. ©Imago/foto2press

Der Trainer

Stephan Schmidt bisherige Trainerstationen im Profi-Fußball waren, gelinde gesagt, mäßig erfolgreich. Beim SC Paderborn kam der Fußballlehrer nur auf einen Punkteschnitt von 1,18. Noch schlimmer erwischte es ihn in der Saison 2013/14 bei Energie Cottbus, als er in neun Spielen nur einen Punkt holte.

Danach wechselte Schmidt in den Jugendbereich von Schalke 04. In der vergangenen Saison coachte er die U17 des Vereins und war dabei außerordentlich erfolgreich. Der Konzepttrainer holte mit seinem Team 21 Siege in 28 Spielen, musste sich erst im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft dem Nachwuchs von Bayern München beugen.

Wie er mit jungen Perspektivspielern umgeht, weiß der Trainer also. Jetzt muss er beweisen, dass er auch ein Team mit erfahrenen Profis zu einer Einheit formen kann.

Die mögliche Startelf

Coach Schmidt hatte in den bisherigen vier Testspielen die Möglichkeit personell etwas auszuprobieren – und tat das auch. Wer am ersten Spieltag auf dem Platz steht, ist daher nur schwer zu sagen. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Innenverteidiger Sebastian Neumann gibt in der Innenverteidigung den Abwehr-Chef. Neben ihm kann Anthony Syhre verteidigen.

Vor der Abwehr wurde zuletzt häufiger Jannis Nikolaou getestet. Der gelernte Innenverteidiger hatte diese Position auch zuletzt bei Rot-Weiß Erfurt häufig gespielt. Im zentralen Mittelfeld könnten Taffertshofer und Jopek beginnen, während auf den Außen Göbel und Mast wirbeln könnten. Wenn Elia Soriano bleibt, führt im Sturm an ihm kein Weg vorbei. Mögliche Aufstellung:
Hesl – Ahlschwede, Neumann, Syhre, Schuppan – Nikolaou, Taffertshofer, Jopek, Göbel, Mast – Soriano

Unser Fazit

Die Würzburger Kickers wollen sofort wieder hoch in die 2. Bundesliga und mit dieser Mannschaft kann das auch gelingen. Neumann und Taffertshofer verleihen dem Team Stabilität, erfahrene Drittliga-Kicker wie Nikolaou, Jopek, Göbel und Mast bringen viel Qualität mit und hieven die Mannschaft auf ein sehr gutes Niveau. Der Saisonstart bei Aufsteiger Meppen, gegen Benno Möhlmanns Preußen und in Magdeburg wird gleich mal zum Härtetest für die neu zusammengestellte Kickers-Elf.

Prognose (anhand festgelegter Kategorien): Hoch geht´s

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