Würzburger Kickers: Ein Stoß, ein Blick, ein Pfiff, ein Elfer

Kickers-Kapitän vorne & hinten im Pech

Sören Bertram trifft per Elfmeter gegen Würzburg

Vorentscheidung. Mit diesem umstrittenen Elfmeter erzielte Sören Bertram (r.) das zwischenzeitliche 2:0 für Magdeburg. ©imago images/foto2press

Sebastian Schuppan ist bedient. Reichlich bedient. Stinkesauer gar.

Was haben die Kickers aus Würzburg schon wieder für eine überragende erste Halbzeit hingelegt. Haben mit lebendigem Kombinationsspiel sieben Standards herausgespielt. Sind nach perfekt zirkulierten Flügbällen von Vrenezi und Herrmann zu tollen Kopfballchancen gekommen. Allein dreimal hat Schuppan knapp das Magdeburger Torgerüst und so den Führungstreffer verfehlt.

Schuppan ist 33 Jahre alt, ein Dino in dieser Marathon-Liga, im deutschen Profifußball all together. 437 Ligaspiele hat er inzwischen bestritten, viermal ist er schon aufgestiegen. Mit Cottbus in die Bundesliga der ersten Reihe, dreimal in die 2. Bundesliga: Mit Paderborn, Dynamo Dresden und Arminia Bielefeld. Und jetzt am liebsten mit den Würzburgern.

Der Gegner macht es vor

Doch dann ist es schon wieder genauso gekommen wie so häufig in dieser Spielzeit: Der Gegner, in diesem Falle der 1.FC Magdeburg, ist in den offensiven Brennpunkten plötzlich selbst zur Stelle. Einmal nur, doch dies genügt: Denn er ist dabei sofort optimal effektiv und geht kurz vor dem Pausenpfiff in Front, ohne genau zu wissen, wie dies geschehen ist. Denn bis zu diesem Kopfballtreffer seines Teamkapitäns Beck war der 1.FC Magdeburg tatsächlich der „angeschlagene Gegner“, den sich Würzburgs Coach Schiele nach eigenem Bekunden erhofft hatte.

Ganz ehrlich: Hätten wir diesen Elfer gefangen, hätte ich mich sehr aufgeregt. (Stefan Krämer)

Niemand kann sicher sein, wie der zweite Teil dieses Kräftemessens verlaufen wäre, wenn da nicht dieser Flugball in den Würzburger Abwehrverbund platziert worden wäre. Denn nach Irrungen und Wirrungen sowie Drehungen und Wendungen der Kontrahenten berührte der Ball am Ende der Aktion den Unterarm des armen Schuppan und löste so den ominösen Pfiff des Unparteiischen aus.

Dass Schuppan entsetzt gegen diesen Strafstoß protestierte, weil er zuvor selbst einen Stoß des Gegners in die Rückenpartie erhielt und nicht mehr die Flugbahn des Balles im Blick haben konnte, stieß am Ende sogar beim Trainer des Gegners auf Verständnis. „Ganz ehrlich: Hätten wir diesen Elfer gefangen, hätte ich mich sehr aufgeregt“, bemerkte FCM-Coach Krämer im Gespräch mit dem Übertragungssender Magenta Sport mit dem Geist des Fairplays.

Ein fragiles Gebilde

Magdeburgs Trainer hat gut reden. Sichtlich gut gelaunt hat er die Punkte. Mit einem „3:0 der anstrengenden Sorte“, wie er ergänzend bemerkte. Doch Schuppan und seine Kollegen fuhren wieder mit leeren Händen heim. Auffällig, wie fragil Würzburg Woche für Woche agiert. Ausgerechnet stets in der zweiten Halbzeit. In diesem Zeitraum werden Fußballspiele entschieden.

Und wie sich die Missgeschicke und Art der Gegentore ähneln: Der Torwart in den Brennpunkten mitunter nicht wach, mit seiner Spieleröffnung nicht auf dem neuesten Stand. Der Besetzung vor der Abwehr mangelt es an Gier und Galligkeit zum Infight, zur Balleroberung, zur Körperlichkeit. Nicht immer. Doch immer wieder, wenn es darauf ankommt. Ist dies eine Frage der Kraft?

Macht 27 Gegentore schon, so viele hat kein anderes Team in der 3. Liga kassiert. Insgesamt ist es den Kickers in dieser Saison zum 14. Male hintereinander nicht gelungen, einen Auftritt ohne Gegentor zu bewältigen. Nicht einmal gegen die Kleinen im bayrischen Landespokal. Dort geht es Mitte nächster Woche gleich weiter.

Bedenklich, diese Langzeit-Studie über die Würzburger Kickers. Wahrlich höchst bedenklich…

Schon Mitglied bei Wettanbieter Betano? Jetzt aktuelle Betano Erfahrungen lesen & bis zu 100€ gratis Guthaben für deine Wette sichern!