Würzburger Kickers: Keine Euphorie trotz Tabellenführung

Später Sieg gegen Meppen

Michael Schiele holte mit den Würzburger Kickers 16 Punkte aus den letzten sechs Spielen.

Will den Würzburger Höhenflug nicht überbewerten: Michael Schiele. ©Imago/foto2press

Die Nachspielzeit von drei Minuten war schon absolviert, da schlug Dave Gnaase zu. In letzter Sekunde – im wahrsten Sinne des Wortes – schoss der Mittelfeldspieler Würzburg zum 2:1-Sieg über Meppen.

Die Kickers kletterten damit mindestens bis heute Abend auf den ersten Tabellenplatz, von Euphorie war bei Trainer Michael Schiele nach Abpfiff aber wenig zu spüren.

Schiele mit 1. Halbzeit unzufrieden

Mit ruhiger Stimme ergriff der 40-Jährige auf der Pressekonferenz nach der Partie das Wort: „Ich denke, wir sind mit einem schmeichelhaften 1:1 in die Halbzeit gegangen. Wir haben eine erste Halbzeit gespielt, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe.“ Letzteres war nicht positiv gemeint.

Durch einen Treffer von Meppens Deniz Undav liefen die Gatsgeber bereits nach fünf Minuten einem Rückstand hinterher. Mit vier Änderungen in der Startelf reagierte Schiele auf die gestiegene Belastung der englischen Woche bzw. auf Verletzungen.

Stammtorhüter Patrick Drewes und Innenverteidiger Hendrik Hansen fehlten angeschlagen, Dennis Mast und Kai Wagner mussten auf der Bank Platz nehmen.

Bätge mit starkem Debüt

Leon Bätge rückte für Drewes zwischen die Pfosten. Der Neuzugang von Eintracht Frankfurt erwischte bei seinem Drittliga-Debüt zwar keinen Traumstart, er ließ sich von Undav beim Führungstor tunneln, steigerte sich aber im weiteren Spielverlauf.

Mit einigen guten Reflexen verhinderte der 21-Jährige ein zweites Gegentor und ermöglichte seinen Vorderleuten damit die letztendlich erfolgreiche Aufholjagd.

Der Ausgleich durch Orhan Ademi in der Nachspielzeit der ersten Hälfte sorgte dafür, dass Schiele in der Pause ruhig blieb. „Wir wussten aber auch, dass jede Menge Luft nach oben ist“, gab er einen Einblick in die Kabine.

Ein Unentschieden wäre vielleicht gerecht gewesen. (Michael Schiele)

Nach Dave Gnaases Siegtreffer in der fünften Minute der Nachspielzeit wäre eigentlich Grund zur Euphorie da. Nach drei Niederlagen zum Saisonstart, die Würzburg auf den letzten Tabellenplatz landen ließen, grüßen die Kickers vor den Spielen am Mittwoch von der Tabellenspitze. 16 Punkte holte die Mannschaft aus den letzten sechs Spielen.

„Ein Unentscheiden wäre vielleicht gerecht gewesen. Wir sind aber froh, den Dreier gegen eine gute Mannschaft aus Meppen geholt zu haben“, hielt Schiele den Ball trotzdem flach.

Er weiß: Mit einer Leistung wie in der 1. Halbzeit gegen Meppen wird es im nächsten Spiel gegen 1860 München (Montag, 01.10.2018, Anstoß 19:00 Uhr) schwer.

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