Würzburger Kickers: Wort „Aufstieg“ noch tabu

FWK bleibt trotz erneutem Sieg zurückhaltend

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Donnerstag, 11.06.2020 | 09:40

Patrick Sontheimer am Ball für die Würzburger Kickers

Keine Kampfansage: Von Patrick Sontheimer und Co. sind eher leise Töne zu hören. ©Imago images/HMB-Media

Das Aufstiegsrennen in Liga drei - ein Hauen und Stechen. Dass die Würzburger Kickers dabei noch eine Rolle spielen werden, daran war noch im Januar nicht zu denken. Mit 1:2 verloren die Kickers damals gegen Unterhaching, Platz 14 stand zu Buche.

Was folgte: Zehn Spiele mit nur einer einzigen Niederlage, nach der FC Bayern U23 sind die Kickers das zweitbeste Team in diesem Zeitraum und haben als Tabellenfünfter nur noch einen Punkt Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz.

Rotation funktioniert

Auswärts wie zuhause läuft es im angesprochenen Zeitraum gleichermaßen gut, was auch zuletzt zu beobachten war. So schlugen die Mainfranken die zuvor 16 Spiele lang ungeschlagenen Münchner Löwen im Grünwalder Stadion, um nur vier Tage später auf dem heimischen Dallenberg mit einem wahren Kraftakt den nächsten Sieg einzufahren.

Der 4:2-Erfolg am gestrigen Mittwoch gegen Carl Zeiss Jena, ein Pflichtsieg, bei dem die Kickers die richtige Mentalität an den Tag legten. "Meine Jungs waren sehr fokussiert heute", sagte FWK-Trainer Michael Schiele, der stets vor dem FCC warnte, nach dem Spiel auf der Pressekonferenz - und freut sich über personelle Alternativen. "Wir haben gewusst, dass wir von der Bank nachlegen können."

Speziell war die Hereinnahme von Fabio Kaufmann belebend, der - ansonsten Stammspieler und Leistungsträger - diesmal erst nach der Halbzeitpause kam und zweimal einnetzte. Auch Luca Pfeiffer stach als Joker, während Schiele beispielsweise mit Dave Gnaase weitere Qualität von der Bank bringen konnte.

Eben jener Gnaase startete gegen 1860 München noch von Beginn, Patrick Sontheimer musste auf die Bank, rotierte gegen Jena jedoch wieder in die Startelf. Die Belastungssteuerung könnte im Aufstiegsrennen entscheidend werden, weshalb ein funktionierendes System in dieser Hinsicht wichtig ist.

In der Mannschaft scheint Schieles Rotation anzukommen, Sontheimer selbst spricht von einer "guten Breite" im Kader, durch die sich die Spieler "ein bisschen abwechseln können". Am Samstag geht es nun zum Tabellenführer nach Duisburg, wo die Kickers den nächsten Schritt im Aufstiegsrennen gehen können. Wobei: Aufstieg? Auf die Frage im Vereins-TV, ob das Wort eigentlich verpönt sei, antwortete Sontheimer kurz und knapp mit "Ja". Und lächelte vielsagend.

Das Restprogramm der Würzburger Kickers