Hansa Rostock: Teamcheck 2019/20

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Markus Kolke im Test gegen Wolfsburg.

Die neue Nummer Eins in Rostock: Markus Kolke. ©imago images/Joachim Sielski

Zum dritten Mal in Folge belegte das mit großen Ambitionen gestartete Hansa Rostock zuletzt in der Endabrechnung Platz sechs. Zwar verlor die Kogge nach dem Trainerwechsel von Pavel Dotchev zu Jens Härtel Anfang Januar nur noch vier Spiele, die Hypothek von großen Schwankungen in der Hinserie gepaart mit sieben Unentschieden an den letzten zwölf Spieltagen verhinderten schlussendlich mehr.

In seiner ersten kompletten Vorbereitung mit dem Team will Härtel Hansa nun noch stärker seinen Stempel aufdrücken. Ob das gelingen kann, wie der FC Hansa personell aufgestellt ist und wo die Reise in der Spielzeit 2019/20 hingehen könnte, verrät unser Teamcheck.

Kader & Transfers

Zwölf Neuzugänge schlugen bislang am Ostseestadion auf, ein oder zwei weitere neue Namen sind laut Sportvorstand Martin Pieckenhagen noch im Bereich des finanziell Möglichen. Ein treffsicherer Angreifer für das Zentrum wird noch gesucht, weder Pascal Breier (7 Tore) noch Marco Königs (4) konnten in der Vorsaison restlos überzeugen.

Elsamad Ramaj kommt bevorzugt über die Außen und dürfte damit der nominelle Ersatz für den nach Bielefeld abgewanderten Cebio Soukou sein. Höher als in der Regionalliga spielte der 23-Jährige bislang jedoch noch nicht. Der junge Eric Engelhardt, aus der Zweitvertretung Nürnbergs gekommen, deutete in der Vorbereitung sein Potential jedoch bereits an.

Die Lücke, die Kapitän Oliver Hüsing (Heidenheim) hinterlässt, konnte Rostock mit dem ebenfalls erfahrenen Adam Straith ausfüllen. Auch der nach einem halben Jahr aus Holland nach Deutschland zurückgekehrte Nico Neidhart kennt die 3. Liga bereits.

Richtig Qualität kam im Tor hinzu. Ioannis Gelios, im Vorjahr nicht immer fehlerfrei, zog nach Kiel weiter, zukünftig wird Markus Kolke an der Ostsee zwischen den Pfosten stehen. Der 28-Jährige stieg nach konstant guten Leistungen mit Wehen Wiesbaden auf, verzichtete aber mit dem Wechsel nach Rostock auf den Gang in Liga zwei.

Die aktuelle Form

Nach drei souveränen Kantersiegen über unterklassige Vereine bzw. eine Mecklenburg-Vorpommern-Auswahl, hatte Hansa Probleme im Doppeltest: Gegen Regionalligist Altglienicke lief nicht viel zusammen (0:2), gegen Oberligist TeBe Berlin (3:2) schoss Youngster Engelhardt mit einem Doppelpack den Sieg heraus.

Bei der knappen 1:2-Niederlage gegen Bundesligist Wolfsburg zog sich Hansa noch achtvoll aus der Affäre, nur um drei Tage später mit einer Nullnummer gegen Oberligist Greifswald neben dem Ergebnis auch in Sachen Spielweise zu enttäuschen. Den letzten Härtetest vor dem Saisonauftakt – ein Heimspiel gegen Aufsteiger Viktoria Köln mit Ex-Trainer Dotchev – bestreitet die Kogge dann am kommenden Samstag gegen Zweitligist Hannover 96.

Hansa-Coach Jens Härtel.

Hat nach den bisherigen Eindrücken der Vorbereitung noch etwas Arbeit vor sich: Hansas Cheftrainer Jens Härtel. ©imago images/Joachim Sielski

Stärken & Schwächen

Die Defensive stabilisierte sich nach der Amtsübernahme Härtels spürbar, nur rund ein Drittel seiner Gegentore 2018/19 musste Hansa in der Rückrunde hinnehmen. Darauf kann der Übungsleiter aufbauen, gewinnt die Defensive nach alter Fußballer-Weisheit bekanntlich Titel.

Das Sorgenkind bleibt auch nach der Vorbereitung ein Stück weit die Offensive. Mit Merveille Biankadi und Soukou trafen nur zwei Akteure im Vorjahr zweistellig, wobei Letztgenannter wie erwähnt nicht mehr für Hansa aufläuft.

Mit Korbinian Vollmann (Sandhausen) heuerte dafür Torgefahr aus dem Mittelfeld an, der gebürtige Münchner bewies in der Vergangenheit bereits hinlänglich, dass er nicht nur selbst treffen, sondern auch seine Mitspieler in Szene setzen kann.

Der Trainer

132 Mal stand Jens Härtel bislang in der 3. Liga an der Seitenlinie, der gebürtige Rochlitzer feierte seine größten Erfolge beim 1. FC Magdeburg. Den zukünftigen Ligakonkurrenten Rostocks führte der 50-Jährige von der Regional- bis in die 2. Bundesliga, musste dann aber nach nur einem Sieg aus 13 Partien den Trainerstuhl räumen.

Härtel gilt als akribischer Arbeiter, der in der Öffentlichkeit bescheiden auftritt und kein Fan markiger Ansagen ist. Im Umgang mit seiner Mannschaft kann er auch anders, bewies aber vor allem im Aufstiegsjahr mit Magdeburg, dass er die Fähigkeit besitzt, einen großen Kader zu moderieren und alle mitzunehmen.

Taktisch stellte er Hansa bereits kurz nach seinem Antritt variabler auf, als man es noch unter seinem Vorgänger Dotchev gewohnt war. Mal präsentierte sich die „Kogge“ mit einer Dreier- bzw. bei gegnerischem Ballbesitz mit einer Fünferkette, mal durften zwei zentrale Stürmer und mal nur einer ran.

Fazit & Prognose

Die Schwankungen bei den Ergebnissen der Vorbereitung und im Auftreten der Mannschaft kamen nicht wirklich überraschend, unterlag der Kader doch erneut einem Umbruch. In der Defensive kam neben Erfahrung aber auch Talent hinzu. Findet Hansa offensive Lösungen und wird vor dem gegnerischen Tor kaltschnäuziger, vielleicht durch die Verpflichtung eines weiteren Angreifers, dürfte der Klub um den Relegationsplatz mitspielen.

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