Sportfreunde Lotte: Interview mit Phillipp Steinhart

Der Verteidiger über das DFB-Pokalspiel gegen seinen Ex-Klub

Phillipp Steinhart im Trikot von Sportfreunde Lotte & 1860 München

Lotter Favoritenschreck mit Löwen-Vergangenheit. Phillipp Steinhart stammt aus der Jugend von 1860 München. ©Imago

Herr Steinhart, am kommenden Mittwoch steigt das Pokal-Achtelfinale zwischen den Sportfreunden Lotte und 1860 München. Sind Sie bis dahin wieder fit?
Phillipp Steinhart: „Ich gehe davon aus und hoffe, dass ich dabei sein kann. Momentan bin ich gerade im Aufbautraining, aber bis Mittwoch könnte es reichen. Ich bin da guter Dinge und will auch unbedingt dabei sein.“

Lotte hat mit Bremen und Leverkusen bereits zwei Bundesligisten aus dem Wettbewerb gekegelt. Ist da ein Abstiegskandidat der 2. Liga überhaupt noch eine Herausforderung?
Steinhart: „Das darf man so nicht sehen, auch dieses Spiel muss erst einmal gespielt werden. Nur weil wir jetzt zwei Bundesligisten rausgehauen haben, werden wir nicht auch am Mittwoch locker durchmarschieren. 1860 hat sich jetzt im Winter auch noch einmal richtig verstärkt. Ich glaube schon, dass das ein richtig hartes Spiel wird.“

Es ist bei den Löwen immer ein bisschen schwierig. (über 1860 München)

Wenn Ihnen vor der Saison jemand gesagt hätte: Hey, Ihr habt die Chance auf das Pokal-Viertelfinale – was hätten Sie demjenigen entgegnet?
Steinhart: „Dem hätte ich wahrscheinlich den Vogel gezeigt und ihm gesagt: ‚Bleib mal auf dem Teppich!‘ Aber dass es jetzt so gekommen ist, dass wir das Achtelfinale spielen dürfen, ist natürlich ein Highlight. Gegen Bremen und Leverkusen haben wir jeweils einen Sahne-Tag erwischt, da hat jeder mehr als 100 Prozent gegeben. Jeder ist für den anderen gelaufen, jeder hat für den anderen gefightet. Ich glaube, beide Siege waren absolut verdient.“

Für Sie ist es ein ganz besonderes Spiel, schließlich von 2004 bis 2014 für die Löwen gespielt – u.a. zusammen mit Nico Karger, der immer noch bei 1860 kickt. Gab es da im Vorfeld Frotzeleien?
Steinhart: „Nein, ich habe auch kaum noch Kontakt zu den Spielern, die jetzt noch bei 1860 spielen. Von daher gab es da auch keinen Austausch.“

Wie beurteilen Sie aus der Ferne die bisherige Saison der Löwen?
Steinhart: „Es ist bei den Löwen immer ein bisschen schwierig, weil die Erwartungen sehr hoch sind, aber die Realität immer ein bisschen anders aussieht. Ich denke, dass sie an sich eine gute Mannschaft haben, aber das noch nicht so wirklich auf den Platz gebracht haben. Mit dieser Mannschaft müsste mehr drin sein als bisher gezeigt.“

Da ist das Westfalenpokal-Finale. (über den 27. Mai 2017)

Im Gegensatz zu 1860 spielen die Sportfreunde Lotte eine richtig starke Saison. Das kam auch für Sie überraschend, oder?
Steinhart: „Ja, klar. Wir sind wahnsinnig gut in die Saison gestartet und hatten dann einfach auch einen Lauf. Viele Mannschaften haben überhaupt nicht mit uns gerechnet, da kam uns die Art und Weise, wie wir spielen, natürlich zu Gute. Aber gegen Ende der Hinrunde hat man auch gesehen, dass wir nicht locker durchmarschieren können – da haben wir auch vereinzelt Lehrgeld bezahlen müssen. Die Teams, die mittlerweile oben stehen, sind halt andere Hausnummern.“

Was dürfen wir in der Rückrunde noch von Ihrer Mannschaft erwarten?
Steinhart: „Wir wollen wieder voll angreifen und unseren aggressiven und schönen Fußball mit viel Pressing spielen. Wir wollen unser Spiel durchsetzen und ich hoffe, dass am Ende ein einstelliger Mittelfeldplatz drin ist.“

Herr Steinhart, was haben Sie sich eigentlich für den 27. Mai 2017 vorgenommen?
Steinhart: „Da ist das Westfalenpokal-Finale…“

Da ist auch das DFB-Pokalfinale.
Steinhart: „(lacht) Ja, gut… So weit in die Zukunft kann man jetzt noch nicht planen. Ich glaube, dass das auch ein bisschen vermessen wäre.“

Vielen Dank für das Interview.

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