1860 München: Teamcheck

Analyse & Prognose zur neuen Saison

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Sonntag, 06.09.2020 | 07:30
Sascha Mölders im Test gegen Regensburg.

Torjäger und Leitwolf: Auf Sascha Mölders ruhen auch kommende Saison die Hoffnungen. ©imago images/Lackovic

Für 1860 München sah es vergangene Saison zuerst nach Abstiegskampf aus, doch mit Michael Köllner auf dem Trainerstuhl kletterten die „Löwen“ kontinuierlich nach oben. Für den ganz großen Wurf fehlte nach dem Re-Start allerdings die Konstanz. Ob das kommende Spielzeit anders wird? Unser Teamcheck nimmt 1860 unter die Lupe und wagt eine Prognose.

Kader & Transfers

Umbrüche im größeren Stil wurden bereits in den vergangenen Jahren regelmäßig vollzogen, auch der zurückliegende Sommer stellt da keine Ausnahme dar. Mit Aaron Berzel (Türkgücü München) und Felix Weber (noch ohne Klub) ist die Stamm-Innenverteidigung weg, reichlich Erfahrung kam mit Stefan Salger (Bielefeld) hinzu.

Mit 30 Jahren ist er der Oldie unter den sieben Neuzugängen, sonst setzte 1860 München auf Entwicklungspotential. Erik Tallig (Chemnitz) legte dies im Vorjahr an den Tag, mit der Rückkehr von Richard Neudecker erhielten die „Löwen“ neben Talent auch Erfahrung aus der 2. Bundesliga.

Das Eigengewächs gehört zum Kreis der Kandidaten, die den Abgang von Efkan Bekiroglu (Alanyaspor) auffangen kann. Neben dem spielstarken Antreiber sind mit Tim Rieder (Leihgabe aus Augsburg, jetzt FCK) und Timo Gebhart, der mit dem Klub abgeschlossen hat, weitere wichtige Spieler nicht mehr da.

Die aktuelle Form

In der Vorbereitung bewies 1860 eine gute Frühform. Gegen die SpVgg Bayreuth setzten sich die „Löwen“ mit 2:0 durch, dem Erfolg über den Oberligisten folgte ein 4:1 gegen Zweitligist Jahn Regensburg. Am Ende des Trainingslager wurde die Kraft etwas weniger, sodass gegen die Juniors OÖ nur ein 1:1 auf der Anzeigetafel stand.

Trotzdem zog Köllner ein positives Fazit und zeigte sich angetan vom Konkurrenzkampf. Jedem Spieler bescheinigte der Trainer, ein Kandidat für die Stammelf zu sein.

Das erste Pflichtspiel endete dann auch positiv: Im Landespokalfinale gegen die Würzburger Kickers siegten die Sechziger dank ihres Torwarts Marco Hiller im Elfmeterschießen. Zuvor hatte Greilinger für den Treffer zum 1:1 gesorgt.

Stärken & Schwächen

Die Ergebnisse und Auftritte der Vorbereitung lassen vermuten, dass 1860 der nächste Umbruch gelungen ist. Auch die Systemumstellung auf ein 4-4-2 mit einer Mittelfeldraute war bislang von Erfolg gekrönt, der Härtetest in Pflichtspielen steht aber noch bevor.

Trotz zahlreicher Abgänge kann Köllner auf ein eingespieltes Gerüst zurückgreifen, das bereits in der Vorsaison unter dem 50-Jährigen in Giesing auflief und somit bereits mit seinen Vorstellungen vertraut ist. Entscheidend für das Abschneiden im kommenden Jahr dürfte nach aktuellem Stand erneut der offensive Output von Sascha Mölders sein.

Der Publikumsliebling hängt trotz seines zuvor verkündeten Karriereendes doch noch ein Jahr dran und war mit 15 Treffern und ebenso vielen Vorlagen einer der Erfolgsgaranten. Der 35-Jährige ist der einzig erfahrene Mittelstürmer im Kader und kann bei einem Ausfall nicht adäquat ersetzt werden.

Vielversprechend war bis dato die Versetzung von Quirin Moll auf dem defensiven Mittelfeld in die Innenverteidigung, was sich in einem geordneten Spielaufbau bemerkbar machte. Dennis Erdmann rückte stattdessen auf die „Sechs“ und war dort speziell im Spiel gegen den Ball gut aufgehoben.

Michael Köllner (l.) und Erik Tallig.

Unter Michael Köllner (l.) will Erik Tallig den nächsten Schritt machen. ©imago images/Lackovic

Der Trainer

Als Daniel Bierofka im vergangenen November entnervt hinschmiss, erschütterte das den Klub. Michael Köllner trat das gewaltige Erbe des Ur-Löwen an und meisterte es mit Bravour. In den ersten 14 Spielen blieb 1860 München unter ihm ungeschlagen und legte so alle Abstiegssorgen frühzeitig zu den Akten.

Für die kommende Spielzeit kündigte er bereits an, dass die Mannschaft schneller und direkter nach vorne spielen soll. Die Chancen hierfür sieht er in einem 4-4-2 mit Raute am Größten, einem System, dass 1860 bereits im Vorjahr an einigen Spieltagen zeigte. Ohnehin bevorzugt der gebürtige Fuchsmühler eine variable Mannschaft, ließ auch schon eine Dreierkette verteidigen.

Die mögliche Startelf

Fazit & Prognose

Die extreme Steigerung im Vorjahr hat 1860 München wieder von der 2. Bundesliga träumen lassen. Dorthin zurückzukehren dürfte in der kommenden Spielzeit in Anbetracht der Abgänge aber ein Traum bleiben. Wir erwarten für die „Löwen“ eine sorgenfreie Saison im Tabellenmittelfeld, die zwischen den Plätzen zehn bis zwölf endet.

Wer reiht sich noch im Tabellenmittelfeld ein? Hier findet Ihr alle bisher veröffentlichten Teamchecks.