Exklusiv: Halil Savran beendet Karriere

Interview mit dem Ex-Kapitän des VfL Osnabrück

Halil Savran jubelt für den VfL Osnabrück

Macht nach über 200 Profispielen Schluss: Ex-Osnabrück-Kapitän Halil Savran. ©Imago/Revierfoto

Halil Savran hat in seiner Karriere viel erlebt: Vom Berliner Klub Lichtenberg 47 kam er über TeBe Berlin zu Dynamo Dresden, wo ihm 2008 beim 1:0 gegen Rot-Weiß Erfurt das erste Tor der neu gegründeten eingleisigen 3. Liga gelang.

Danach bewies sich der Ex-Angreifer unter anderem bei Hansa Rostock und dem VfL Osnabrück ,zeigte neben seinen Knipser- vor allem Anführer-Qualitäten. Doch nun ist Schluss! Im exklusiven Interview bei Liga-Drei.de verkündet Savran sein Karriereende und verrät, was er künftig vor hat.

Herr Savran, nachdem Ihr Vertrag in Osnabrück auslief, sind Sie momentan vereinslos. Wie geht es mit Ihrer Karriere weiter?
Halil Savran: „Ich werde meine aktive Karriere aufgrund meiner gesundheitlichen Historie beenden. Beide Knie haben genug abbekommen und machen nicht mehr mit. Deshalb habe ich den Schlussstrich unter den aktiven Profifußball gezogen und freue mich auf meine neue Aufgabe.“

Die wäre?
Savran: „Ich mache ab 1. September eine Umschulung zum Versicherungskaufmann bei der Firma Alpha Sports. Dort kümmere ich mich um Fußballspieler und Profisportler und helfe ihnen, sich vernünftig abzusichern. Ich freue mich schon auf den neuen Lebensabschnitt und bin froh, meine Erfahrungen weitergeben zu können. Ich habe dafür mit Alpha Sports ein starkes Unternehmen und bin dankbar für die Möglichkeit.“

Mache eine Umschulung zum Versicherungskaufmann. (über seine Zukunft)

Wenn Sie nun auf Ihre Karriere zurückblicken: Welche Momente bleiben besonders hängen?
Savran: „Alle Stationen hatten etwas für sich. Spannend war es natürlich, als es damals bei Lichtenberg und TeBe klein anfing und dann die erste große Herausforderung in Dresden kam. Das erste Spiel, mit dem überhaupt ersten Tor in der neuen eingleisigen 3. Liga, bleibt für immer in meinem Gedächtnis.

Genauso allerdings alle meine anderen Vereine wie Union Berlin, Aue, Rostock oder Osnabrück. Die Stationen waren nicht immer geprägt von sportlichem Erfolg, ich konnte allerdings auf jeder einzelnen Station wichtige Dinge lernen. Dadurch ist mir jeder Verein in positiver Erinnerung geblieben.“

Halil Savran jubelt für Hansa Rostock

Auch an Rostock hat Halil Savran (r.) gute Erinnerungen. ©Imago/Osnapix

Zuletzt spielten Sie in Osnabrück. Waren Sie enttäuscht, als Ihr Vertrag zum Ende der vergangenen Saison nicht verlängert wurde?
Savran: „Nein, ich hatte absolutes Verständnis für den Verein. Meine Verletzungshistorie sprach einfach für sich. Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich in Osnabrück trotz mehrere schwerer Verletzungen immer viel Unterstützung erfahren habe.

Zum Schluss meiner Karriere war Osnabrück ein ganz besonderer Verein. Es gab so viele schöne Spiele, wie zum Beispiel im Pokal, oder die Derbys. Ich behalte den Verein daher in sehr guter Erinnerung.“

Ich halte sehr viel von ihm. (über VfL-Trainer Daniel Thioune)

Momentan läuft es beim VfL gut. Welche Qualitäten hat Trainer Daniel Thioune, um die Mannschaft zu fordern und zu fördern?
Savran: „Man sieht an seinen Erfolgen, die er als Trainer mit den Jugendteams hatte, was er drauf hat. Letztes Jahr hatte er nicht so viel Glück, die Stimmung war generell etwas negativ und wir sind nicht in einen Lauf gekommen.

Jetzt drückt er dem VfL Osnabrück seinen Stempel auf: Er ist ein akribischer Arbeiter, der sehr detailversessen, aber vom System oder den Spielern her sehr flexibel ist. Die Punkteausbeute, die er jetzt mit der Mannschaft hat, ist kein Zufall. Ich halte sehr viel von ihm und denke, dass er seinen Weg macht.“

Kommen wir zu einem anderen Ex-Klub von Ihnen: Hansa Rostock. Die Kogge will aufsteigen. Ist Sie dafür schon bereit?
Savran: „Ein Aufstieg ist schwer planbar. Rostock hat aber einen sehr klugen Schachzug getätigt, indem sie Pavel Dotchev geholt haben. Er hat nachgewiesen, wie man erfolgreich spielt und letztlich auch aufsteigen kann. Was dieser Trainer bewegen kann, hat man in Rostock in der letzten Saison gesehen.

Die Mannschaft ist jetzt noch nicht so gefestigt, aber das Potential des Vereins, mit der Stadt und den fantastischen Fans im Hintergrund ist schon riesig. Ich traue Rostock einiges zu, zumal wenn Oliver Hüsing wieder fit ist nochmal eine echte Verstärkung dazu kommt.“

Man saugt jede Minute auf. (über mehr Zeit für die Familie)

Sie selbst haben sehr viel Erfahrung und als Kapitän bewiesen, dass Sie eine Mannschaft führen können. Wäre der Trainerjob etwas für Sie?
Savran: „Ich habe die Zeit genutzt und bereits vor einiger Zeit meinen ersten Trainerschein gemacht. Davon ist man nie abgeneigt. Aber ich bin jetzt erst mal froh, dass ich einen nahtlosen Übergang habe und freue mich, dem Fußball bei meiner kommenden Aufgabe verbunden zu bleiben. Gleichzeitig stand ich lange genug auf dem Platz, um jetzt auch etwas Abstand davon gewinnen zu wollen und das Leben mit der Familie genießen zu können.“

Also hat es auch etwas Schönes, nicht mehr jede Woche auf dem Fußballplatz zu stehen?
Savran: „Naja, generell ist das noch sehr ungewohnt für mich. Am Wochenende aufzulaufen – das war immer das allerschönste Gefühl. Nach der Karriere weiß man aber auch die Zeit, die man mit der Familie hat, sehr zu schätzen. Meine Frau, meine Kinder und ich – wir haben uns zur aktiven Zeit nicht ganz so oft gesehen und da saugt man natürlich jetzt jede Minute auf. Das ist etwas Besonderes für mich.“

Herr Savran, vielen Dank für das Gespräch!

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