Hansa Rostock: Probleme mit Favoritenrolle

"Kogge" verkrampft unter Druck

Jens Härtel

Jens Härtel schafft es bislang nicht, den FCH an der Spitze zu etablieren. ©Imago images/Picture Point

Hansa Rostock schien die besten Karten zu haben, sich am vergangenen Spieltag endgültig ins Aufstiegsrennen einzuschalten. Doch gegen Carl Zeiss Jena gab es eine unerwartete Niederlage. Der bislang sieglose FCC siegte nicht einmal unverdient gegen die „Kogge“ und beendete deren acht Spiele währende Ungeschlagen-Serie.

Vor Beginn dieses Laufs hatte sich der FCH eine ebenso unerwartete Pleite gegen Sonnenhof Großaspach eingefangen. Gegen die letzten fünf der Tabelle, die momentan am akutesten abstiegsbedrohten Klubs gab es bisher also zwei Niederlagen und ein knappes 1:0 über Preußen Münster. Kaiserslautern und Chemnitz gehören noch zum Restprogramm vor der Winterpause.

Offensive liefert nicht ab

Rostock tut sich schwer, wenn die Favoritenrolle klar bei den Ostseestädtern liegt. Trainer Jens Härtel machte in der „Bild“ (Ausgabe vom 05.11.2019) seinem Ärger Luft: „Ich wollte das Spiel unbedingt gewinnen. Wir hätten uns oben für eine Weile festbeißen können. Das war eine große Chance. Wir haben den Jungs gesagt, dass wir die unbedingt nutzen wollen, aber wir haben es nicht auf den Platz gebracht.“

In dieser Aussage schwingt mit, was sich an den Ergebnissen ablesen lässt: Ist der Erfolgsdruck hoch, scheinen Härtels Spieler zu verkrampfen, besonders deutlich zu sehen an den Offensivspielern. Einerseits misslangen ihnen die Abschlüsse, die besten Szenen in diesem Bereich hatten mit Nico Neidhart (Lattentreffer) und Torschützen Sven Sonnenberg zwei Abwehrspieler.

Beim 0:1 sah man sechs Rostocker Spieler in der gegnerischen Hälfte wie gelähmt stehenbleiben, während Jena den Konter fuhr. Auch beim zweiten Gegentor waren einzig die Abwehr und Abräumer Kai Bülow im und am eigenen Sechzehner zu sehen. Der Rückraum blieb ungedeckt.

Gegen Top-Teams ist die kollektive Bereitschaft zur Rückwärtsbewegung bei Härtels Mannschaft deutlich größer, als gegen die Kellerkinder. Im nächsten Spiel sollte dieses Problem also nicht erneut auftreten, denn dann geht es gegen Tabellenführer Duisburg, dem man die Favoritenrolle ruhigen Gewissens zuschieben kann.

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