Hansa vs 1860 München: Martin Max blickt zurück

Stürmer ging für beide Klubs auf Torejagd

Martin Max gewinnt beim Spiel Hansa Rostock gegen HSV einen Zweikampf gegen Bastian Reinhardt

Zum Abschluss Hansa. In seiner letzten Bundesliga-Saison schoss Martin Max (r.) die Kogge mit 20 Toren auf Platz neun. ©imago images/Contrast

Das Elfmeterschießen für die Geschichtsbücher des Fußballs, die Geburtsstunde der Eurofighter und der größte Triumph des FC Schalke 04 tragen seit dem Mai 1997 auch seinen Namen. Martin Max, heute 51 Jahre alt, 458 Profispiele mit 154 Treffern für Gladbach, Schalke, 1860 München und Hansa Rostock.

Eine große Karriere und trefflicher als Martin Max kann wohl niemand aus der Fußballneuzeit für jene Werte herhalten, die den Fußball, den Bergbau und Schalke 04 zu einer Einheit für die Ewigkeit geschmiedet haben. Denn Martin Max ist aufgewachsen in Recklinghausen, lernte sein Schlosserhandwerk noch als Untertagearbeiter und ist somit ein Kind der Kohlegewinnung ebenso wie ein Kind des Ruhrpott-Fußballs. Authentischer, glaubwürdiger, intensiver geht es nicht.

Doch Schalke 04 ist an dieser Stelle nicht das zentrale Thema unseres Gesprächs mit dem einstigen Knipser vom Dienst, den Liga-Drei.de nun auch noch schlüssiger Weise in der einstigen Zechen-Hochburg Marl erreicht, dem neuen Familienstützpunkt des Martin Max.

Warum Juri Schlünz vergeblich kämpfte

Die sportliche Konfrontation in der 3. Liga zwischen Hansa Rostock und 1860 München am Samstag ist das aktuelle Kräftemessen jener beiden Klubs, in denen Martin Max seine Treffsicherheit zu Meisterleistungen steuern konnte: In 138 Einsätzen im Angriff der Löwen erzielte Max 71 Treffer und für Hansa traf er in seiner Abschluss-Spielzeit im Alter von 35 Jahren gar noch weitere 20 Mal.

Davon freilich hatte die Rostocker Anhängerschaft noch lange nicht genug und so bemühten sich die damaligen Hansa-Macher, Herbert Maronn und Juri Schlünz, den ganzen Sommer lang, Martin Max von einem weiteren Aufschub des Karriere-Endes und einem Verbleib an der Ostseeküste zu überzeugen. „Ja, das war ein Superjahr bei Hansa. Wir wurden Bundesliga-Neunter. Sensationell für Hansa. Und Juri Schlünz hat danach so Einiges auf die Beine gestellt, um mich weiter in Rostock halten zu können“, erinnert sich Martin Max im Gespräch mit Liga-Drei.de.

Warum es dennoch einfach nicht mehr passen konnte, erklärt Martin Max rückblickend so: „Den Pendelverkehr zwischen Rostock und München, wo meine Frau berufstätig war und unser Sohn seinen schulischen Weg nicht gefährden sollte, konnte ich mir und meiner Familie nicht länger zumuten.“

Martin Max jubelt für 1860 München

Erlebte mit den Löwen Glanzzeiten. Martin Max knipste für 1860 München in 138 Partien satte 71-mal. ©imago images/WEREK

Der erwähnte Sohnemann ist Philipp Max, der seit einigen Jahren die linke Außenbahn beim FC Augsburg als Assist-Spezialist und somit ähnlich auffällig interpretiert wie der berühmte Vater einst das Aktionsfeld im Angriffszentrum seiner jeweiligen Teams.

Ich bin mit Feuer und Flamme Ausbildungstrainer für unsere Stürmer in den Junioren-Teams U15, U16 und U17 (über seinen neuen Job bei Schalke)

So gibt Martin Max  zu, dass für eine ausführliche Wahrnehmung der 3. Liga und seiner Ex-Klubs im Ist-Zustand aktuell wenig Zeit bleibt. Weil er einerseits gern die Spiele seines Sohnes live erlebt und zum anderen, weil er bei Schalke 04 neben den bereits bekannten Repräsentations-Aufgaben in den Bereichen Fankultur, Traditionsteam und Sponsoring seit wenigen Monaten einen neuen, ganz besonderen Job ausübt.

„Ich bin mit Feuer und Flamme Ausbildungstrainer für unsere Stürmer in den Junioren-Teams U15, U16 und U17“, platzt es aus Martin Max voller Energie und Freude heraus, als ihn Liga-Drei.de lockt mit der Frage, warum er, dieser so frisch und jugendlich berichtende Tausendsassa des Fußballs, nicht als Trainer im Fußball Akzente setzt. Genau dies tut er also längst. Das aktuelle Spezialtraining, das Martin Max so viel Freude und den jungen Kerlen mit dem vielversprechenden Stürmerblut so viel Input gibt, ist ein Projekt, das auf Schalke von Peter Knäbel, dem NLZ-Chef dort, installiert worden ist.

Martin Max, der Torschützenkönig der Bundesligajahre 2000 und 2002, erklärt uns das so: „Dreimal in der Woche, drei Spieler pro Team volles Offensivprogramm: Laufwege, Finten, Torinstinkt und Torschüsse bis ins kleinste Detail erarbeiten, fördern und stabilisieren.“ Wir ahnen: Neue Eurofighter sind nun auch dank Martin Max im Anmarsch.

Der Untergang von Sechzig trägt einen Namen: Falko Götz. (über 1860 München)

Als Martin Max mit Hansa 2004 Bundesliga-Neunter wurde ist 1860 aus der Bundesliga abgestiegen und seither nie wieder zurückgekehrt. Max bezeichnet die vier Jahre bei den Löwen als die besten in seiner Karriere. Gar ein Länderspieleinsatz mit einem Beinahe-Treffer gegen Argentinien mischte sich in diese Zeit, in der er, geholt von Werner Lorant und mit Vorlagen verwöhnt von Thomas Häßler, einmal Bundesliga-Vierter und – was man durchaus nicht nur einmal festhalten muss –  zweimal Torschützenkönig wurde.

Die Erinnerung daran, dass es nach Lorant und Pacult mit den Löwen steil bergab ging, lässt Martin Max ungewöhnlich hart zu Gericht gehen: „Der Untergang von Sechzig trägt einen Namen: Falko Götz.“ Mehr aber möchte er nicht erörtern. Zu lange sei zu Vieles sehr positiv gewesen.

Allen voran die Fans seien auch dort großartig gewesen, sagt Martin Max, dessen Karriere-Etappen ohnehin stets eines vereint haben: Gladbach, Schalke, 1860, Hansa waren viermal Tradition, Fankultur, Begeisterung und Verpflichtung. „Ich empfinde dies als großes Glück, für diese wunderbaren Klubs auf Torejagd gegangen zu sein“, beschreibt Martin Max rückblickend.

Parallelen zu Hansa-Torjäger Pascal Breier

Um uns dann am Ende doch noch mit einer aktuellen Personalie zu überraschen: „Ich glaube von allen Stürmern, die Samstag in Rostock auf Torjagd gehen wollen, steht mir Hansas Breier mit seiner Beweglichkeit, seinem Aktionstempo und seiner Entschlossenheit beim Abschluss am nächsten. Habe ich recht?“.

Hat er allemal. Martin Max beschreibt den Typus eines spannenden Stürmers, der auch knipsen kann: Pascal Breier traf in den 12 Saisonspielen siebenmal Treffer für Hansa. So agiert immerhin er auf den Spuren des großen Martin Max…

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