VfL Osnabrück: Interview mit Manuel Farrona Pulido

"Wir haben Felix verziehen"

Manuel Farrona Pulido im VfL-Trikot.

„Das geilste Gefühl“ – Manuel Farrona Pulido nach seinem Siegtreffer gegen Würzburg. ©Imago/pmk

Als Neuzugang Manuel Farrona Pulido am vergangenen Spieltag kurz vor Schluss das 2:1-Siegtor erzielte, gab es an der Bremer Brücke kein halten mehr. Nun will er auch in den kommenden Partien für Furore sorgen – und zeigt sich im Gespräch mit Liga-Drei.de bereits angriffslustig.

Wir sprachen mit dem 81-Maligen Drittligaspieler unter anderem über den neuen Teamgeist beim VfL sowie die kommenden Gegner SV Meppen und 1860 München. Außerdem verrät er, wie die Mannschaft die unglückliche Aktion von Felix Schiller aufgenommen hat.

Herr Farrona Pulido, Sie haben durch das Siegtor zum 2:1 gegen Würzburg einen Traumeinstand im VfL-Trikot gefeiert. Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie jubelnd in Richtung Kurve liefen?
Manuel Farrona Pulido: „Ich glaube die Gedanken sind da bei jedem Spieler die gleichen. So ein Last-Minute-Treffer ist eigentlich das geilste Gefühl. Gerade als neuer Spieler im ersten Spiel. Ich glaube einen besseren Einstand kann man nicht haben.“

Dabei wurden Sie erst nach 62 Minuten eingewechselt. Waren Sie enttäuscht, nicht in der Startelf zu stehen?
Farrona Pulido: „Natürlich, das wäre jeder. Ich will von Anfang an spielen, das ist auch der Anspruch an mich selbst. Im Endeffekt muss man dem Trainer zeigen, dass das im nächsten Spiel anders sein soll. Man muss da sein, wenn man gebraucht wird. Das hat mit dem Tor gegen Würzburg schon gut geklappt.“

Man muss da sein, wenn man gebraucht wird. (über den Konkurrenzkampf)

Trotz des Sieges lief im ersten Spiel noch nicht alles optimal: An welchen Stellen hakt es aus Ihrer Sicht derzeit noch beim VfL?
Farrona Pulido: „Wir haben über viel gesprochen, das Spiel analysiert. Dabei ging es unter anderem darum, dass wir uns die zweiten Bälle, auch die gegnerischen, holen oder blocken müssen. So entstand das 0:1 gegen die Kickers.

Aber am ersten Spieltag überhaupt zurückzukommen und am Ende das Spiel sogar noch zu gewinnen – das ist genau dieser Glaube, dieser Wille, der dem VfL in der letzten Saison etwas gefehlt hat. Da habe ich jetzt schon mal Respekt für die Mannschaft.“

Insgesamt standen sieben Neuzugänge auf dem Platz. Wie sehr profitiert Osnabrück von dem frischen Wind, den die Neuen mitbringen?
Farrona Pulido: „Schon extrem. In der letzten Saison war offensichtlich die Einstellung bei einigen Spielern nicht mehr optimal. Dann ist es wichtig, neue Gesichter zu holen, um einen frischen Wind reinzubekommen und die Werte, die der VfL in den letzten Jahren vertreten hat, wieder zum Vorschein zu bringen.“

Der Konkurrenzkampf ist deutlich größer, wie geht die Mannschaft damit um?
Farrona Pulido: „Ich persönlich finde einen gesunden Konkurrenzkampf sehr wichtig. Wenn man nicht weiß, wer am Samstag um 14 Uhr auf dem Platz steht, hält man die Motivation immer oben. Die Mannschaft geht gut damit um. Keiner ist sauer, sondern wartet auf seine Chance und hilft dem Team.“

Wir als Mannschaft haben ihm verziehen. (über Felix Schiller)

Kürzlich hat sich Felix Schiller, mit dem Sie bereits in Magdeburg zusammenspielten, danebenbenommen. Was stimmt Sie zuversichtlich, dass er diesen Ausrutscher bald vergessen macht?
Farrona Pulido: „Der Mensch Felix Schiller. Ich habe über die Jahre kaum jemanden gesehen, der so viel Herz und Leidenschaft auf dem Feld zeigt. Du kannst dich immer auf ihn verlassen. Klar war es eine Scheiß-Aktion.

Das weiß er selbst, das wissen wir alle. Wir als Mannschaft haben ihm aber verziehen. Wir wissen, er haut sich für jeden Einzelnen rein. Ich kenne ihn zu gut, als dass ich mir um ihn wegen dieser Geschichte Sorgen machen müsste.“

Nun geht es gegen den SV Meppen, den Sie noch aus der letzten Saison kennen. Was für ein Spiel erwarten Sie in der stimmungsvollen Hänsch Arena?
Farrona Pulido: „Ich bin auf die Stimmung gespannt. Ich habe gehört, dass eine Menge VfLer da sein werden, da freue ich mich schon auf die Unterstützung. In einem Spiel mit Derbycharakter ist es immer wichtig, zu kämpfen.

Derjenige, der am Ende den Sieg am meisten will, gewinnt das Spiel. Wir wollen das, was wir am Wochenende angefangen haben, weiterführen und wenn wir das schaffen, bin ich sehr guter Dinge, dass wir dort gewinnen werden.“

Der Zusammenhalt ist schon extrem geil (über den Teamgeist beim VfL)

Danach steht eine englische Woche gegen 1860 München und Großaspach an. Wie viel Punkte sind Ihr Ziel?
Farrona Pulido: „Wir gehen in jedes Spiel, um es zu gewinnen. Auch wenn 1860 eine starke Mannschaft und mit Grimaldi aus meiner Sicht einen klasse Stürmer hat: Am Ende hat kaum ein Verein, der sagte, er wolle aufsteigen oder sei ambitioniert, am ersten Spieltag ein Spiel gewonnen. Deswegen sage ich auch, dass die maximale Punkteausbeute unser Ziel ist. 1860 muss zu uns kommen, an die Bremer Brücke und wir wollen das Stadion zur Festung machen.“

Sie selbst stehen vor Ihrem 82. Drittliga-Spiel, haben also schon etwas Erfahrung. Mit welchem Gefühl gehen Sie in die kommende Saison in Osnabrück?
Farrona Pulido: „Mit einem sehr guten. Ich konnte in Magdeburg damals den Drittliga-Charakter sehr gut kennenlernen. Dass eben viel über Kampf und den Teamgeist geht. Beim VfL Osnabrück haben wir jetzt über 20 Jungs dabei, die genau darauf Bock haben.

Der Zusammenhalt ist schon extrem geil. Ob es mit der Mannschaft passt oder nicht, merkst du eigentlich gleich in der ersten Woche, wenn du das Team kennenlernst. In Osnabrück war der erste Eindruck sehr positiv. Jetzt wollen wir einfach eine gute Saison spielen und die Mannschaften, die unbedingt aufsteigen wollen, ärgern.“

Herr Farrona Pulido, vielen Dank für das Gespräch.

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