VfR Aalen: Mehr als nur fehlendes Matchglück

Verein trennt sich von Argirios Giannikis

Argirios Giannikis als Trainer des VfR Aalen

Auf dem letzten Platz entlassen: Argirios Giannikis. ©Imago/Eibner

Am Ende war es eine Niederlage zu viel für Argirios Giannikis. Der VfR Aalen verlor am gestrigen Sonntag verdient mit 1:2 gegen den SV Meppen, woraufhin der Chef-Trainer am Abend seinen Hut nehmen musste.

In der knappen Mitteilung dazu auf der Vereinshomepage betonte der Klub, er sei mit der Arbeit des Trainers „immer sehr zufrieden“ gewesen, „allerdings hat uns in den letzten Spielen der sportliche Erfolg und auch das notwendige Glück gefehlt“. Abzustreiten ist dies grundsätzlich nicht, wie zum Beispiel die unglückliche Niederlage gegen Würzburg beweist.

Auch kurz vor der Winterpause machte Aalen starke Spiele gegen Wehen Wiesbaden und Hansa Rostock, nahm am Ende allerdings zu wenig daraus mit. Beim gestrigen Auftritt gegen Meppen präsentierte sich der VfR allerdings schwach.

Spielerisch unterlegen

Das mit Lämmel, Bühler und Sessa spielstarke Mittelfeld kam gegen Meppener Aggressivität nicht zur Entfaltung, eine Aggressivität, die den Aalenern komplett fehlte. Selbst Mathias Morys, Wortführer der Truppe, machte oft einen uninspirierten Eindruck. So ließ sich der VfR gegen einen direkten Konkurrenten vor eigenem Publikum den Schneid abkaufen.

Zum Spielaufbau gezwungen wurden oft die Innenverteidiger, lange Bälle auf Sliskovic sollten ein Mittel sein, um den Ball in den gegnerischen Strafraum zu tragen. Der Aalener Stoßstürmer hing allerdings in der Luft, zweite Bälle landeten meist in den Reihen des SV Meppen.

Dass das entscheidende Gegentor einmal mehr kurz vor Schluss durch einen Fehler von Torhüter Raif Husic, den Giannikis vor der Partie zum ersten Mal in dieser Saison für den Stammkeeper Daniel Bernhardt aufbot, fiel, war bezeichnend.

Muster in Statistiken

Damit verlor Aalen in vier der letzten fünf Partien noch Punkte aufgrund Gegentreffern in der Nachspielzeit. Insgesamt kassierten Geyer und Co. elf Tore in der Schlussviertelstunde, ist das schwächste Team der zweiten Halbzeit – ein Muster in der mittlerweile zwölf Spiele andauernden Serie ohne Sieg ist also zu erkennen.

Auch die schwache Heimbilanz ist sicherlich nicht mit Pech zu erklären. Während Aalen in der vergangenen Saison nur vier Partien auf der Ostalb verlor (u.a. gegen Magdeburg, Paderborn und den KSC), sind es derzeit bereits sechs Pleiten bei zwei Siegen, die dem VfR das Prädikat schlechtestes Heimteam verleihen. Hier muss der neue Trainer besonders ansetzen, wenn er den Klassenerhalt schaffen will.

Denn mit Großaspach, Zwickau, Jena, Lotte und Braunschweig kommen fünf direkte Konkurrenten in dieser Saison noch auf die Ostalb. Wer künftig beim VfR allerdings das Zepter schwingt, ist derzeit noch offen. Fakt ist allerdings: er muss weitaus mehr korrigieren als nur fehlendes Matchglück.

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