Heute: Werder Bremen II vs Hansa Rostock

Analyse & Aufstellung zum Spiel am 02.03.2018

Rafael Kazior im Zweikampf mit Joshua Nadeau

Gute Erinnerung: Das letzte Spiel im Weserstadion gewannen Nadeau (r.) und Co. mit 2:0. ©Imago/foto2press

Licht an im Weserstadion: Werder Bremen II empfängt am Freitagabend (Anstoß: 19 Uhr, live auf Telekom Sport) den FC Hansa Rostock im weiten Rund der Bundesliga-Mannschaft. Die Vorzeichen könnten unterschiedlicher kaum sein: Während der SVW seit dem vierten Spieltag auf einen Sieg wartet, stellt der FCH die formstärkste Mannschaft der Liga. Gelingt Hansa bei erwartet eisigen Temperaturen ein Pflichtsieg an der Weser?

Werder Bremen II: Durchlässige Defensive

Kuriose Situation bei den Grün-Weißen: In den vergangenen Partien hielt die Truppe von Trainer Sven Hübscher gegen die Spitzenteams der Liga gut mit und ging am Ende doch mit leeren Händen nach Hause. Damit wartet der SVW weiterhin seit August vergangenen Jahres auf einen Dreier.

Wir werden voll dagegenhalten. (Sven Hübscher)

In der Formtabelle belegen die Werderaner damit logischerweise den letzten Rang und woran das liegt, ist offensichtlich. In den letzten vier Partien bekam Bremen II elf Gegentore. Da hilft auch die starke Offensive nichts, die in den angesprochenen Spielen immer mindestens ein Mal traf.

Leichter wird es nun gegen die Kogge nicht, wie auch Hübscher vor der Partie bestätigt: „Wie schon zuletzt erwartet uns mit Hansa Rostock ein starker Gegner, den ich zum Kreise der Aufstiegskandidaten zähle“, so der 39-Jährige. „Durch den Sieg gegen Magdeburg werden sie selbstbewusst nach Bremen reisen, doch wir werden voll dagegenhalten.“

Nicht nur die aktuelle Situation, sondern auch der historische Vergleich mit dem kommenden Gegner spricht gegen das Hübscher-Team. Denn nur eine von sieben Partien gegen den FCH ging an Werder, wenngleich Kazior und Co. der Kogge in der Hinrunde immerhin einen Zähler abluchsten. Um im Abstiegskampf Boden gutzumachen, würde ein erneuter Punktegewinn aber nicht ausreichen, ein Sieg ist für die Bremer Pflicht.

Der zuletzt gelbgesperrte Toure ist wieder dabei und sollte im Mittelfeld Jacobsen oder Schmidt ersetzen. Verzichten muss der SVW weiterhin auf die bereits länger ausfallenden Verlaat, Vollert, Daube, Wasmus und Osabutey.

Hansa Rostock: Auswärtsstarke Abwehr

Wie überall an der Ostseeküste herrschte auch in Rostock unter der Woche reges Schneetreiben. Anders als die Temperaturen dürfte die Stimmung bei der Kogge allerdings nicht im Keller, sondern auf einem neuen Hoch angelangt sein.

Denn durch den Sieg gegen den Tabellenführer Magdeburg landete der FCH einen Big Point im Aufstiegsrennen. Dass es nun wieder auswärts zur Sache geht, kommt dem Team von Trainer Pavel Dotchev sogar entgegen. Denn die Kogge ist immer noch die beste Mannschaft auf Reisen.

Bremen ist eine Wundertüte. (Pavel Dotchev)

Besonders stark: Führte Rostock zur Halbzeit beim Gegner, sprang immer ein Sieg heraus. Die Abwehr um Oliver „Captain America“ Hüsing verteilt auswärts keine Geschenke: Erst sieben Gegentreffer gab es auf fremden Plätzen. Vorsicht ist allerdings geboten, was die Freitags-Bilanz angeht. Denn das letzte Auswärtsspiel in Preußen fand auch unter Flutlicht statt, am Ende stand es aus Rostocker Sicht 0:2.

Und auch bei Werder erwartet die Kogge keine leichte Aufgabe. „Bremen ist eine Wundertüte“, so Dotchev auf der PK vor dem Spiel. „Jeder erwartet von uns einen Sieg, aber so einfach wird es nicht. Wir müssen eine Top-Leistung abrufen.“

Marcel Hilßner fehlte bereits gegen Magdeburg, am Montag stand fest: Er erlitt einen Kreuzbandriss und fällt damit für die restliche Saison aus. Außerdem konnten unter der Woche Fabian Holthaus und Amaury Bischoff aufgrund von Verletzungen nur eingeschränkt trainieren, Lukas Scherff fehlte krankheitsbedingt. Während Bischoff sicher ausfällt, steht auch Julian Riedel wegen einer Gelbsperre nicht zur Verfügung. Ihn ersetzt Joshua Nadeau.

Auch die Besetzung der linken Seite ist fraglich. Voraussichtlich wird Nico Rieble wieder von Anfang an spielen, davor könnte Mounir Bouziane eine Chance erhalten. Das 4-2-3-1 System erwies sich gegen Magdeburg stabiler als das 4-4-2 und könnte daher erneut zum Einsatz kommen.