Warum „Fischkopp“ Fascher nur zu Preußen hält

Münsters Aufstiegstrainer vor dem Duell seiner Ex-Klubs

Autor: Luis Hagen Veröffentlicht: Samstag, 29.02.20 | 15:05

Marc Fascher als Trainer von Preußen Münster

Im Herzen immer noch ein Preuße. Aufstiegstrainer Marc Fascher würde ein Münsteraner Abstieg tief treffen. ©imago images/osnapix

Liga-Drei.de erreicht Marc Fascher auf dem Weg zur Arbeit.  Genauer auf dem Weg zum Regionalliga-Topspiel VfL Wolfsburg – VfB Lübeck. In seiner Funktion als Scout des Zweitligaklubs Darmstadt 98 ist sein aktueller Auftrag, sich ein Bild darüber zu machen, welcher Spieler aus dem aktuellen Wolfsburgers Ausbildungs-Portfolio ein Kandidat für die nächste Spielzeit in der 2. Bundesliga sein könnte. „Abgesehen von den Bayern in der 3. Liga hat der VfL von allen U23-Teams in Deutschland die interessantesten Talente“, berichtet Marc Fascher voller Vorfreude.

Der Fußball-Lehrer mit einer höchst intensiven Präsenz als Chefcoach in der 3. Liga hat sich durchaus eingerichtet in seiner neuen Rolle in dieser so vielfältigen Welt des Fußballs. Doch anderseits wird sich ein Herzblut-Trainer wie Marc Fascher niemals verabschieden können aus der Gedankenwelt des Umgangs mit einer Mannschaft. Aus dem Denken, Handeln und Planen rund um das Gelingen eines Weges durch so eine Saison in der 3. Liga.

Begeistern mit einer Sprache, die jeder versteht

In 150 Spielen war Drittligafußball sein Aktionsfeld: Bei Kickers Emden, bei Carl Zeiss Jena, bei Preußen Münster und bei Hansa Rostock. Preußen und Hansa sind am Montagabend Gegner und das Duell seiner beiden ehemaligen Vereine beschäftigt auch Marc Fascher.

Wir von Liga-Drei.de sind gespannt, wie sich Faschers Sympathien aktuell aufteilen würden. Schließlich ist es Fascher in allen seinen Trainerstationen gelungen, mit großer Begeisterung andere Menschen mitzureißen. Ein Handwerkszeug, das im Fußball nicht erst seit Jürgen Klopp funktioniert: Seine Spieler überzeugte er mit seinen strategischen Ideen und die Fangemeinden mit seiner Fähigkeit Nähe zuzulassen. Und Fascher gefiel darin, überall eine Sprache zu wählen, die jeder versteht.

„ Es wäre ein wenig, als wenn ich mitabsteigen würde. ”
Marc Fascher über seine Verbundenheit zu den Preußen

Doch Fascher ist eben auch immer seinen Prinzipien treu geblieben. Wer sie in Frage stellte, dem stellte er sich entschlossen entgegen. Auch wenn dies genau die Personen gewesen sind, die ihm von heute auf morgen den Job nehmen konnten. „Wenn Preußen diese 3. Liga im Mai verlieren sollte, dann ist das auch für mich ein wenig so, als wenn ich mitabsteigen würde“, sagt Marc Fascher und zeigt uns sogleich in welche Richtung er die Weichen seiner Reise in die Fußball-Vergangenheit stellen möchte.

Der Blick in die Ligahistorie der Münsteraner verrät, warum für den 51 Jahre alten Hamburger, der einst mit Holger Stanislawski dieselbe Schulklasse besuchte und bis heute eng mit ihm befreundet ist, in der jetzigen Konstellation die Vergabe seiner Sympathien nach Münster für ihn alternativlos erscheint.

Denn im Frühsommer des Jahres 2011 war Marc Fascher als gefeierter „Fischkopp“, wie ihn die Preußen-Fans voller Dankbarkeit nannten, jener Trainer, der es geschafft hat, Preußen Münster in diese 3. Liga zu befördern.

Ja, mit Marc Fascher hat in Münster der Profifußball seine Wiederauferstehung gefeiert und ihm ist auch sogleich ein stabiler Ligaerhalt geglückt. Eine gute Basis. Nicht für Fascher, der mit der Chefetage der Preußen nicht mehr auf einen Nenner kam, sondern für seine Nachfolger: Für Dotchev, Loose, Möhlmann und so weiter. Doch der Traum von der 2. Bundesliga blieb all die Jahre unerfüllt.

Im Falle des Abstiegs droht ein düsteres Szenario

Dass der SC Preußen Münster nun in dieser, seiner neunten Spielzeit in eine derart existenzbedrohende Lage geraten ist und ein 10. Jahr in der 3. Liga nun nur noch dann realisieren kann, wenn Heimspiele wie gegen Hansa Rostock gewonnen werden, hat Marc Fascher eine klare Entscheidung treffen lassen: „Ich drücke den Preußen Woche für Woche die Daumen und hoffe nun, dass sie ihre neuformierte defensive Stabilität wieder einmal in einen Heimsieg mit drei richtig schönen dicken Punkten transportieren können.“

Denn ein Absturz in die Regionalliga hätte fatale Folgen für die Preußen, glaubt Marc Fascher: „Einen Abstieg würde den SC Preußen, der wirtschaftlich extrem angeschlagen ist, für mehrere Jahre von der Bühne des Profifußballs verschwinden lassen. Ich bin mir sicher, dass Hansa Rostock eher in die 2. Bundesliga zurückkehren wird als Preußen Münster in die 3. Liga, wenn es so käme.“

Doch dieses Verlangen, so Fascher, müsse Hansa ja nicht unbedingt bereits am Montagabend in Angriff nehmen…

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