1. FC Magdeburg: Beck nimmt Angreifer in die Pflicht

"Müssen als Offensivspieler einfach mehr kreieren."

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Mittwoch, 14.10.2020 | 09:00
Christian Beck beim 1. FC Magdeburg

Gegen Dynamo oft allein gelassen: FCM-Angreifer Christian Beck. ©Imago images/photoarena Eisenhuth

Früher war mehr Spektakel: Ganze 70 Tore erzielte der 1. FC Magdeburg in der Aufstiegssaison 2017/18. In der darauffolgenden Spielzeit wurde die Toranzahl halbiert, was ein Hauptgrund für den Abstieg aus der 2. Bundesliga war, während der FCM in der vergangenen Saison mit 49 Treffern die viertschwächste Offensive der 3. Liga stellte.

Dass die selbsternannten „Größten der Welt“ mit nur einem erzielten Treffer derzeit gar das harmloseste Team der Liga sind, es könnte als eine Fortsetzung eines Trends betrachtet werden, der bereits lange anhält. Nichtsdestotrotz hat die Magdeburger Ladehemmung ihre Ursachen auch in akuten Problemen wie vor allem dem mangelhaften Umschaltspiel von Defensive auf Offensive, wie zuletzt gegen Dynamo Dresden wieder bestens zu beobachten war.

Flanken gefordert

Räume erhielt der FCM gegen die SGD genug, machte allerdings zu wenig daraus, was jetzt auch Routinier Christian Beck bemängelt. „Da müssen wir als Offensivspieler einfach mehr kreieren“, so Beck in der Bild (Ausgabe vom 14.10.2020) und weiter mit einem Wink: „Jeder weiß, dass ich als Strafraumstürmer abhängig von Flanken bin.“

Diese hätten gegen den Dresden der bisher stabile Raphael Obermair und Neuzugang Maximilian Franzke liefern sollen, kamen aber häufig nicht in die gefährlichen Zonen des Gegners. Auch die Stürmer hingen so in der Luft, Beck war genauso wie der gegen Dresden in der 2. Halbzeit eingewechselte Kai Brünker der Dynamo-Defensive fast schutzlos ausgeliefert.

Kein Bock auf Abstiegskampf

Um als Offensivspieler mehr kreieren zu können, wie Beck sagt, ist also eine komplette Veränderung der Ausrichtung nötig. Thore Jacobsen und Jurgen Gjasula hielten das Spiel in der Mittelfeldzentrale zwar gut zusammen, offensiv trat allerdings nur Jacobsen und das sehr verhalten in Szene.

Dennoch war die Doppel-Sechs zuletzt noch eine der positivsten Erscheinungen. Mehr Esprit könnte es von der Rechtsverteidiger-Position geben, wo Dominik Ernst jüngst sein Comeback feierte. Er bewies seine Offensiv-Qualitäten bereits in der letzten Saison. Mit Florian Kath steht außerdem ein Hoffnungsträger für die Offensive erst noch in den Startlöchern.

So oder so ist nun die gesamte Mannschaft gefordert, was eine Verbesserung des Offensivspiels betrifft und das gilt insbesondere für die anstehende Partie, in der es ausgerechnet gegen Türkgücü München, also den zweitbesten Angriff der Liga geht. Die rote Laterne abzugeben, ist das Ziel, denn nicht nur Beck weiß: „Die Fans haben genauso wenig Bock, wieder im Abstiegskampf zu hängen, wie ich.“