1. FC Magdeburg: Wer wird Trainer?

Profil und Kandidaten im Check

Mario Kallnik und Maik Franz vom 1. FC Magdeburg

Geschäftsführer Mario Kallnik (r.) und Maik Franz wollen schnell einen neuen Trainer vorstellen. ©Imago images/foto2press

Der 1. FC Magdeburg hat gestern die Trennung von Trainer Michael Oenning bekannt gegeben und ist auf der Suche nach einem Nachfolger. Diesen wollen Geschäftsführer Mario Kallnik und Lizenzbereich-Leiter Maik Franz innerhalb kürzester Zeit vorstellen, sodass es offensichtlich ein ganz klares Anforderungsprofil gibt.

Nachhaltigkeit und regionale Komponente

Dieses dürfte wegführen von den „großen Namen“, die den schnellen Erfolg versprechen. Der Wiederaufstieg ist für die nächsten ein bis drei Jahre geplant, soll also nicht in der ersten Saison erzwungen werden. Langfristige Entwicklung ist somit das Stichwort, nicht ohne die ambitionierten Ziele aus den Augen zu verlieren.

Das bedeutet, es wird jemand gesucht, der die 3. Liga kennt und weiß was es braucht, um hier zu bestehen. Ein böses Erwachen wie etwa Braunschweig es erlebte, als die Eintracht mit Henrik Pedersen einen mit der Spielklasse unvertrauten Übungsleiter holte, soll vermieden werden. Zumindest eine stabile Drittligasaison wird erwartet, sodass der Wiederaufbau ohne Druck vonstatten gehen kann.

Das zweite Kriterium ist somit genau diese Fähigkeit zur Entwicklung und Zusammenstellung einer schlagkräftigen Mannschaft. Der neue Mann wird eine Mischung aus gestandenen und jungen Profis finden müssen, ähnlich der, die den FCM auch im letzten Jahr in die 2. Bundesliga führte.

Als drittes, nicht zwingendes, aber doch mit hineinspielendes Argument, dürfte auch die regionale Komponente eine Rolle spielen. Bevorzugt wird also jemand mit einer Verbindung zum Ostfußball gesucht.

Drittligaerfahrung auf dem Markt

Namen werden einige genannt, doch viele verfügbare Trainer, die diese Eigenschaften kombinieren, gibt es nicht. Pavel Dotchev kommt mit als erstes in den Sinn. Kaum ein Trainer kennt die 3. Liga besser als der Bulgare, der mit Paderborn und Aue den Aufstieg schaffte.

Gegen ihn spricht: Meist konnte er bei seinen Stationen ein jeweils gutes erstes Jahr nicht bestätigen. Außerdem ist er als Berater beim FC Erzgebirge im Gespräch, sein Zukunft hat sich noch nicht geklärt.

Bei freiwerdenden Trainerjobs wird seit der vergangenen Saison auch stets Hannes Drews genannt. Der 37-Jährige, der 2018 mit Aue über die Relegation die Klasse hielt, trat damals aus persönlichen Gründen zurück und soll nach Liga-Drei.de-Informationen in Magdeburg überhaupt kein Thema sein.

Mark Zimmermann ist ebenfalls auf dem Markt seit sich Carl Zeiss Jena von ihm getrennt hat. Er kennt Liga und Region, baute beim FCC eine Mannschaft auf, die den Klassenerhalt als Aufsteiger ungefährdet sicherstellte. Der Ausverkauf der Leistungsträger verhinderte weiteren Fortschritt.

Wieder einer mit RB-Vergangenheit?

Marco Kurth, aktuell bei der U17 von RB Leipzig, war bereits ein Thema, bevor Michael Oenning übernahm. Als Ex-Spieler in Magdeburg liegt die Verbindung nahe, die Arbeit des 40-Jährigen genießt auch einen guten Ruf.

Die Parallele zu Jens Härtel ist auffällig, der ebenfalls von den „Roten Bullen“ nach Magdeburg kam. Ob die Sachverhalte, die letztlich für die Entscheidung gegen ihn und für Oenning sorgten, nun anders liegen, wissen freilich nur die Verantwortlichen.

Letztlich wäre auch eine interne Lösung denkbar. Mit NLZ-Leiter Sören Osterland gibt es im Verein schließlich einen Fußballlehrer, der schon als Spieler für den Klub aktiv war. Wie Härtel und Kurth hat er im Leipziger Nachwuchs gelernt. Im Gegensatz zu Kurth kann er auch als Co-Trainer in Paderborn und Hauptverantwortlicher bei der U23 von Hannover 96 bereits auf ein paar Jahre im Herrenbereich zurückblicken.

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