1860 München: Erfolg im Jugendstil?

Gorenzel: "Die nächste Löwen-Generation massiv fördern.“

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Donnerstag, 06.08.2020 | 10:42
Michael Köllner beim TSV 1860 München

Lebt die Identifikation mit dem Verein vor: 1860-Coach Michael Köllner. ©Imago images/Christoph Worsch

Jugendstil wurde eine Kunstrichtung Ende des 19. Jahrhunderts genannt, frisch, modern, ästhetisch sollte sie sein. Zurück geht der Begriff auf eine Zeitschrift aus: München. Dort residiert bekanntlich auch der TSV von 1860 und dieser proklamierte am gestrigen Mittwoch in Person von Trainer Michael Köllner und Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel seinen eigenen Jugendstil.

„Wir geben jetzt den jungen Spielern die Chance, sich länger zu zeigen und prüfen dann, ob wir mit diesem Kader eine realistische Chance haben, eine gute Rolle in der 3. Liga spielen zu können“, so Köllner, für den 1860 sowieso immer ein Verein war, „der jungen Spielern eine Bühne geboten hat“.

Krise als Chance

Natürlich macht der Fußballlehrer keinen Hehl daraus, dem einen oder anderen Neuzugang nicht abgeneigt zu sein, allerdings ist der Verein in dieser Hinsicht, wie auch bei einer möglichen Weiterbeschäftigung von Tim Rieder von wirtschaftlichen Voraussetzungen abhängig.

„Wir sind im ständigen Austausch mit den Gesellschaftern“, so Gorenzel über eine mögliche Etaterhöhung. Eine langfristige Planung wird in dieser Situation schwierig, weshalb auch Gorenzel fordert: Wir sollten es als Chance sehen. Dadurch können wir die nächste Löwen-Generation massiv fördern.“

In den Startlöchern

Zu dieser Generation zählen unter anderem Matthew Durrans, György Szekely und Ahanna Agbowo, die der Münchner Traditionsverein letzte Woche mit einem Profivertrag ausstattete und die sich seit Montag mit dem Drittliga-Kader auf die kommende Saison vorbereiten. Mit Johann Ngounou Djayo oder Marco Mannhart gibt der TSV 1860 München weiteren Talenten die Chance, sich zu zeigen, während hungrige Nachwuchskicker wie der 17-Jährige Angreifer Lorenz Knöferl im Hinblick auf die kommenden Jahre schon mit den Hufen scharren.

Auch, wenn der verkündete Jugendstil nicht ganz freiwillig umgesetzt wird, ist es doch ein starkes Zeichen an den eigenen Nachwuchs, aus dem sich in der jüngeren Vergangenheit Spieler wie Leon Klassen, Fabian Greilinger oder Dennis Dressel durchsetzen konnten. Ohnehin standen in der vergangenen Saison bei keinem anderen Drittligisten so viele Eigengewächse auf dem Feld wie bei den Weiß-Blauen.

Dies als Chance zu begreifen, ist richtig. Allerdings weiß auch Gorenzel, dass dem Kader für eine erfolgreiche Saison noch punktuelle Verstärkungen gut täten: „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich den Kader bis zum Ende der Transferperiode gerne noch verstärken würde, um ihm mehr Stabilität zu verleihen“, so der Geschäftsführer in Zeiten des Jugendstils.