1860 München: Ex-Löwen-Talente hören auf

Benders hängen Fußballstiefel im Sommer an den Nagel

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Montag, 21.12.2020 | 13:32
Amine Harit gegen Sven Bender

Aus dem 60er Nachwuchs in die Fußball-Elite: Sven Bender (r.) ging voran. ©Imago images/Sven Simon

Geboren in Rosenheim, gereift bei 1860 München und entwickelt zu gestandenen Bundesliga-Spielern mit zusammengenommen über 500 Partien in der Beletage des deutschen Fußballs: Lars und Sven Bender sind Prototypen der Löwen-Schule und stehen beispielhaft für viele Kicker, die es aus dem Nachwuchs des Traditionsvereins aus Giesing nach ganz oben geschafft haben.

In München wird der Werdegang der ehemaligen Talente üblicherweise eifrig erfolgt, gerade wenn die betreffenden Kicker so heimatverbunden sind, wie die Benders. Ab der kommenden Saison jedoch ist mit dem Verfolgen Schluss: Sven und Lars Bender werden ihre bis zum Sommer laufenden Verträge nicht verlängern und ihre Profi-Karrieren damit 2021 beenden. Das teilte Bayer Leverkusen als aktueller Verein der 31-Jährigen am heutigen Montag mit.

Gesundheit & Familie

„Letztlich war es keine Entscheidung gegen den Verein, sondern für die Gesundheit und die Familie“, so die Benders in einem aktuellen Statement. Volle Einsatzbereitschäft wäre eine Grundvoraussetzung für die Spielweise der Defensiv-Spezialisten gewesen- „es fällt uns leider zunehmend schwerer, dies mit all den Schmerzen und körperlichen Problemen, unter denen wir mehr und mehr zu leiden haben, kontinuierlich abzurufen“.

Immer wieder hatten sowohl Lars als auch Sven Bender in ihrer Karriere mit Verletzungen zu kämpfen, waren bei voller Fitness allerdings meist erste Wahl. 2009 verließen beide Spieler die bayerische Landeshauptstadt. Lars zog es direkt zu Bayer Leverkusen, wo er sich zunächst als Joker profilierte, spätestens aber seit der Saison 2011/12 zum unverzichtbaren Teil der „Werkself“ wurde. Mit insgesamt über 300 Pflichtspiel-Einsätzen reiht er sich in den Top-10 der Leverkusener Spieler mit den meisten Partien ein.

Sven Bender zog es zunächst zu Borussia Dortmund. Dort war er ein entscheidender Baustein der Mannschaft, die 2011 und 2012 die deutsche Meisterschaft gewann. 2017 folgte er seinem Bruder nach Leverkusen, wo er noch in der letzten Saison mit 33 Einsätzen die körperlich stabilste Saison seiner Karriere hatte. Zuletzt fiel er mit einer Kapselverletzung aus.

Lob gibt es bei Bekanntwerden des Abschieds von einem anderen Ex-Löwen: „Es gibt nur wenige Spieler wie Lars und Sven in der Bundesliga. Sie stehen für fußballerische Klasse, extreme Professionalität und absolute Verlässlichkeit, für Willensstärke und Einsatzbereitschaft“, so Leverkusens Sport-Geschäftsführer Rudi Völler auf der Vereinshomepage. „Ihre Qualitäten brauchen wir auch im verbleibenden halben Jahr, um unsere großen sportlichen Ambitionen zu verwirklichen.“