1860 München: Flop11 der letzten 25 Jahre

Ribamar, Kioyo & Co.

Francis Kioyo bei 1860 München

Mit Francis Kioyo nahm der Absturz des TSV seinen Anfang. ©Imago images/MIS

Die von uns zusammengestellte Top11 der letzten 25 Jahre des TSV 1860 München kennt Ihr bereits – mitunter sogar interessanter ist aber ein Blick, welche Spieler trotz hoher Erwartungen nicht zündeten. Wir haben es uns daher zur Aufgabe gemacht, eine Flop11 der Vereine zu erstellen.

Als Zeitraum sind wieder die letzten 25 Jahre maßgeblich. Zur Erinnerung: In der Redaktion liegt der Altersschnitt bei Mitte 30, daher können wir die Ereignisse des letzten Vierteljahrhunderts gut bewerten. Mit der Flop11 von 1860 München machen wir weiter.

Tor & Abwehr

Erst Top dann Flop könnte man bei unserer Wahl für das Tor sagen: 2004 aus Osnabrück geholt, avancierte Timo Ochs in der Rückrunde 2004/05 zum Stammekeeper und bleib es in der Folgesaison. Ein Transfer zu RB Salzburg spülte eine gute halbe Millionen in die Kassen des TSV. Seine Rückholaktion 2011 hätte man sich aber sparen können: Ochs wurde nie ein ernsthafter Herausforderer für Gabor Kiraly.

In der Abwehr haben wir uns für Sebastian Boenisch entschieden. 2016 aus der Vereinslosigkeit geholt erreichte der 14-fache polnische Nationalspieler nie mehr altes Bundesliganiveau. Neben ihm darf der Kroate Mate Lacic (nicht) auflaufen. Er kam 2000 ablösepflichtig von RNK Split, bestritt aber kein einziges Profi-Spiel für die „Löwen“.

Die Fehlerkette komplettiert Grigoris Makos, den man 2012 von AEK Athen kaufte. Schon nach einem Jahr voll Verletzungen und Enttäuschungen war der Grieche wieder weg.

Mittelfeld

Im Mittelfeld geben sich große Namen die Klinke in die Hand. Leider hatten die meisten davon ihre beste Zeit schon hinter oder erst vor sich, als sie in Giesing aufschlugen.

Erst nach der Zeit in München startete beispielsweise Besnik Hasi durch. In der Saison 1997/98 kam er auf mickrige sieben Einsätze in der Bundesliga, in den folgenden Jahren wurde der albanische Nationalspieler fünfmal belgischer Meister.

Bei Anthony Annan hätten die „Sechziger“ durchaus schon gewarnt sein können. Der Neffe des früheren UN-Generalsekretärs Kofi Annan konnte schon bei Schalke nicht überzeugen. Drei Einsätze bleiben es 2014/15 für den Ghanaer.

Der Stern von Karim Matmour war ebenfalls schon im deutlichen Sinkflug, als er in München ankam. Der frühere Freiburger und Gladbacher kam 2016/17, spielte immerhin noch 13-mal in der Hinrunde ehe eine unansehnliche Schlammschlacht in einem Arbeitsgerichtsverfahren endete.

Wohl einen zweiten Thomas Häßler hatte man sich beim TSV bei der Verpflichtung von Spielmacher Karlheinz Pflipsen erhofft. Der frühere Gladbacher hatte von 2001 bis 2004 bei Alemannia Aachen als über Dreißig-Jähriger seinen zweiten Frühling aber schon hinter sich, kam zu Saisonbeginn noch auf ein paar Spiele, verlor dann seinen Kaderplatz und beendete schließlich seine Karriere.

Das Mittelfeld des Grauens komplettiert Janne Saarinen. Der Finne war den Sechzigern 2003 knappe 600.000€ wert, ein Jahr und einen Bundesliga-Abstieg später war er für einen Bruchteil der Summe wieder weg.

Angriff

Im Sturm erinnern sich Fans sicherlich ungern an Ribamar. Das brasilianische Talent kam 2016 gegen Millionenablöse, spielte ganze 41 Minuten und war nach dem Abstieg ablösefrei wieder weg.

Sein Sturmpartner kennt sich mit Abstiegen ebenfalls aus: Der verschossene Elfmeter von Francis Kioyo war es, der 2004 den Absturz aus der Bundesliga besiegelte. Warum man den Stürmer, der in 25 Partien nur auf zwei Tore gekommen war, überhaupt hatte schießen lassen, blieb für immer rätselhaft.

Die Flop11 von 1860 München auf einen Blick:

Timo Ochs – Sebastian Boenisch, Mate Lacic, Grigoris Makos – Besnik Hasi, Anthony Annan, Karim Matmour, Karlheinz Pflipsen, Janne Saarinen – Ribamar, Francis Kioyo

Hier geht’s zu den weiteren, bisher erschienenen Flop11.