1860 München: Köllner erinnert an Löwen-Weg

"Dass wir nicht Woche für Woche auf Top-Niveau spielen, war klar."

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Montag, 16.11.2020 | 09:53
Michael Köllner als Trainer des TSV 1860 München

Motivator, auf und neben dem Feld: Michael Köllner. ©Imago images/MIS

Kuriose Situation beim TSV 1860 München: Den Ergebnissen zufolge glich der jüngste Saisonverlauf einer Achterbahnfahrt, Spiele mit Punktgewinnen und Niederlagen wechselten sich ab. Ein Blick auf die bisherigen Saisonplatzierungen allerdings zeigt: Die Löwen sind fast ein Musterbeispiel an Konstanz, rangierten an jedem der bisherigen zehn Spieltage zwischen den Tabellenplätzen zwei und vier.

Rang zwei, den die Löwen momentan innehaben, verteidigten sie trotz der Niederlage gegen Dynamo Dresden, verpassten es gleichzeitig allerdings, zum Tabellenführer Saarbrücken aufzuschließen. Die Erwartungshaltung in München-Giesing ist allerdings weiterhin groß – zu groß, wenn es nach Löwen-Coach Michael Köllner geht.

„Ich kann gerne nochmal an die Phase Ende Juli, Anfang August erinnern. Da haben uns viele – auch unsere eigenen Fans – als Abstiegskandidaten gehandelt. Wir haben nicht viele Transfers gemacht, haben 17 Spieler verloren. Dass wir nicht Woche für Woche auf Top-Niveau spielen, war klar“, so Köllner auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Dynamo Dresden.

Keine Angst vor der eigenen Courage

Die von Köllner angesprochene Personalsituation ist speziell. 16 Akteure standen beim TSV 1860 in dieser Saison auf dem Platz – so wenige Spieler setzte sonst kein Verein ein. Zum Vergleich: Der kommende Gegner aus Uerdingen schickte 25 Spieler aufs Feld.

Dieser Fakt kann positiv wahrgenommen werden, wenn ein eingefleischter Kern seine Spiele gewinnt, sich allerdings ins Negative verkehren, wenn die Ergebnisse ausbleiben. Fehlende Alternativen, gerade in der Offensive, wo jetzt Back-Up-Stürmer Martin Pusic ausfällt, wollten die Löwen mit jungen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs ausgleichen.

Gegen Dynamo warf Köllner zwei solche mit Fabian Greilinger und Johann Ngounou Djayo ins Spiel und sorgt so dafür, dass die Münchner Löwen auch in einer anderen Statistik eine Sonderrolle einnehmen. Nur die U23 des Lokalrivalen vom FC Bayern hat in dieser Saison mehr Eigengewächse eingesetzt als der TSV 1860 München.

Köllner appelliert angesichts dessen: „Wir müssen Schritt für Schritt unseren Weg weitergehen. Ich bin damit zufrieden. Auch mit der Situation, dass wir auf der Bank viele junge Spieler haben. Du musst auch den Mut haben, zu diesen Spielern zu stehen und ihnen das Vertrauen zu geben.“

Im nächsten Spiel treffen die Löwen dann auf so etwas wie ihren Gegenentwurf. Nicht nur in Sachen eingesetzte Spieler ist der KFC Uerdingen am anderen Ende der Leiter zu finden, sondern auch bei der Anzahl an eingesetzten Eigenwächsen, wo beim KFC die Zahl Null steht.